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Häupl nennt parteiinterne Kritiker

Vergleich mit Caesarmörder

Häupl nennt parteiinterne Kritiker "Brutus"

Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH nimmt Wiens Bürgermeister Michael Häupl zu parteiinternen Kritikern Stellung, die ihn in immer kürzeren Abständen dazu auffordern, den Abschied zu nehmen. Ob ihn das nerve? Häupl: "Nerven ist keine politische Kategorie. Ich würde mir erwarten, dass der Bezirksparteivorsitzende von Simmering, endlich das einlöst, was wir uns vor einem Jahr ausgemacht haben: nämlich den 11. Bezirk für die SPÖ zurückzuholen. Getan hat sich bis zur Stunde nichts."

Enttäuschung

Häupl hätte nichts prinzipiell gegen eine Nachfolgediskussion: "Verstehen Sie mich richtig: Ich halte es nicht für unkeusch, wenn man bei einem 67-Jährigen diskutiert, wie das in Zukunft aussehen soll. Nur könnte man das eine Spur respektvoller gestalten. Ich bin ja nicht erst gestern hereingeschneit."

Von manchen Parteifreunden sei er menschlich enttäuscht: "Herr Troch aus Simmering gehört da aber nicht dazu." Anders liege die Sache beim ehemaligen SPÖ-Geschäftsführer Gerhard Schmid oder beim ehemaligen Parteisekretär Christian Deutsch: "Schmid verstehe ich nicht und Christian verstehe ich nicht. Beleidigt sein ist für mich auch keine politische Kategorie, aber natürlich ärgert es einen, wenn sich politische Ziehsöhne im Grenzbereich zu Brutus bewegen."

Weitere personelle Veränderungen nicht ausgeschlossen

Weitere personelle Veränderungen nach der kleinen Rathaus-Rochade im Jänner will Häupl nicht ausschließen: "Bei der Entwicklung unserer Perspektiven müssen wir uns mit allen Fragen beschäftigen. Auch mit personellen."

Hauptgegner für die SPÖ bleibe die FPÖ. "Auf der anderen Seite haben wir das bürgerliche bis grüne Potenzial, das wir auch nicht außer Acht lassen dürfen." Bei der FPÖ sei es aber am schwierigsten. Häupl: Da sind viele Emotionen drinnen, da geht es mehr ums Bauchgefühl. Und damit kann die Sozialdemokratie in der Regel nicht so toll umgehen - wir kopfgesteuerten Kinder der Aufklärung."

Zufrieden mit Regierungsprogramm

Zufrieden zeigt sich Häupl mit dem erneuerten Regierungsprogramm: "Ich bin mit der, auf dem Plan A fußenden Erneuerung des Regierungsprogramms zufrieden, ja. Es ist ein über weite Strecken sehr wirtschaftspolitisch dominiertes Programm, aber das ist gut so. Auch wenn noch viele Dinge dabei sind, die im Detail noch Diskussionsschmerzen hervorrufen werden, zum Beispiel, wenn es um die Senkung der Lohnnebenkosten geht. Summa summarum ist das alles ordentlich. Die Frage von Neuwahlen stellt sich sicher nicht mehr so aktuell wie noch vor wenigen Wochen ... Also ich halte es für gut, was da drinnen steht."

Auch das Burkaverbot? Häupl: "Sie meinen das Thema Gesichtserkennung. Das steht in meiner persönlichen Problemhierarchie auf Platz 171. Dass sich die Touristiker drüber aufregen, versteh ich. Denn die arabischen Prinzessinnen gehen halt gern in der Wiener Innenstadt einkaufen. Oder in Zell am See."

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