Sonderthema:
Haider-Mania zum 1. Todestag

Jörg Haider

© Niesner

Haider-Mania zum 1. Todestag

Am nächsten Sonntag jährt sich Jörg Haiders Todestag. Sein Schaukelpferd und seine Laufschuhe werden ausgestellt. Drumherum läuft eine Inszenierung wie für einen Heiligen.

Der Hype
Er selbst hätte seine Freude an diesem Wirbel, dieser Aufmerksamkeit und an den vielen Verschwörungstheorien gehabt. Ein Jahr nach seinem Tod sorgt der BZÖ-Gründer wieder für jede Menge Aufregung.

Wirbel Nr. 1 zu seinem ersten Todestag am 11. Oktober: eine Haider-Ausstellung just im früheren NS-Bunker in Klagenfurt. Dort wo sich einst die Nazi-Schergen vor Luftangriffen versteckten, wird am 10. Oktober – zu den 10.-Oktober-Feiern in Kärnten – der „Mensch Jörg Haider“ im heutigen Bergbaumuseum präsentiert.

Es wird Haiders Schaukelpferd aus Holz aus seinen Kindheitstagen gezeigt, aber auch seine Laufschuhe sind zu sehen. Der Politiker Jörg Haider wird hingegen – in Absprache mit seiner Witwe Claudia – nur gestreift.

Pilgerstätte
Dass die Jörg-Haider-Schau zu einer Pilgerstätte seiner Fans werden wird, gilt in Kärnten als gesichert.

Bis zu 80.000 Besucher werden von Kärntens Landeshauptmann und Haider-Wegbegleiter Gerhard Dörfler erwartet. „Hier wird der Aufstieg des Menschen Jörg Haider zu sehen sein – vom Kind bis zum außergewöhnlichen Politiker“, sagt Dörfler. Auch mit Haiders Wurzeln beschäftigt sich die Ausstellung, sagt Museumsdirektor Gerhard Finding – gemeint ist die ehemalige national-sozialistische Gesinnung von Haiders Eltern Dorothea und Robert Haider.

Buch von Haiders Mutter
Wirbel Nr. 2 entfacht eines der drei neuen Haider-Bücher, die noch im Herbst erscheinen. Es stammt von Haiders Mutter Dorothea, 90, und trägt den Titel „Mein Sohn Jörg Haider“. Geschrieben hat es das Autorenpaar Regina und Andreas Zeppelzauer: „Ich bin sehr skeptisch. Das Buch ist fast fertig, es muss aber erst redigiert werden“, sagt Dorothea Haider. Sie selbst habe an diesem Buch nicht mitgeschrieben, ihre Tochter Ursula Haubner müsse das Werk erst „freigeben“. Drei Stunden lang soll sie den Autoren über Jörgs Jugend erzählt haben – jetzt ist unklar, ob das Buch jemals autorisiert wird.

Haider selbst hatte zu seinen Lebzeiten seine Eltern stets vor neugierigen Journalisten abzuschirmen gesucht. Seine Eltern besuchten allerdings stets große Wahlkampf- und Parteiveranstaltungen ihres Sohnes.

Sie hatten ihn schließlich in Kindheitstagen in Bad Goisern auch der national-freiheitlichen Welt vorgestellt.

Weggefährten erzählen
Für Aufregung wird auch das Buch von zwei Kärntner Autoren sorgen, die Haiders Weggefährten interviewt haben. Frei von der Leber weg erzählen Stefan Petzner & Co., wie sie ihr Polit-Idol erlebt haben.

Auch die Verschwörungstheoretiker werden ihre Freude haben. Zwei deutsche Autoren wollen am „Erfolg“ des dubiosen Skandalautors Gerhard Wisnewski und dessen Buch „Haider. Unfall, Mord oder Attentat“ mitnaschen – und bringen ein neues Buch über den Unfalltod auf den Markt. Egal wie eindeutig die Obduktionsberichte seit Haiders Tod auch sein mögen.

Kärnten trauert
Am nächsten Sonntag wird man von derlei Wirbel um Haider nichts mitbekommen. In einem Marathon gedenkt Kärnten seines Landeshauptmanns. Von 10.30 Uhr (Kranzniederlegung), über die Enthüllung des Bildstocks an der Unfallstelle ­(13 Uhr) bis zur Landesfeier in der Stiftskirche Ossiach (18 Uhr) und anschließender Messe – im Süden herrscht 12 Stunden Haider-Mania.

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