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Im Interview

© Schöndorfer Toppress

 

Haider: "Würde Arigona heiraten"

„Wenn ich wüsste, dass es ihr helfen würde, dann würde ich Arigona auch heiraten. Das wäre dann aber keine Scheinehe, sondern das wäre aus Liebe.“ Mit dieser Aussage überraschte Entertainer Alfons Haider (52) Mittwochabend in der ATV-Diskussion „Am Punkt“. So offen und beherzt hat seit dem negativen Asylbescheid des OGHs niemand für Arigona Zogaj Partei ergriffen.

Seit der Fall Arigona im September 2007 bekannt wurde, engagiert sich Haider für die Familie Zogaj, wollte eine Patenschaft für Arigona übernehmen, hat immer wieder auf das Schicksal der 18-Jährigen und ihrer beiden Geschwister aufmerksam gemacht. Trotzdem hat keiner mit einem solchen Bekenntnis des Entertainers gerechnet, der bekanntermaßen homosexuell ist.

„Das ist kein Gag.“
Für Haider war es auch kein unüberlegter Gefühlsausbruch während der TV-Diskussion. „Hier geht es nicht mehr um Kabarett, sondern um ein Menschenschicksal. Das war kein Gag von mir. Es war eine eindeutige Frage von einer Zuseherin bei der TV-Diskussion. Meine Antwort war: Ich könnte mir alles vorstellen, um Arigona zu helfen. Eine Heirat ist ja etwas Legales,“ so Haider.

Bleiberecht erst mit 21.
Allerdings: Selbst wenn Haider seine Heiratsabsichten realisiert, würde das Arigona und ihre Familie nicht vor der Abschiebung bewahren. Denn der Gesetzgeber hat hier eine Barriere eingebaut, um die Zuwanderung zu erschweren. „Arigona braucht mich gar nicht zum Heiraten. Es gibt viele Männer, die zu diesem Schritt bereit wären. Aber rein rechtlich ist es nicht möglich. Es bringt ihr erst mit 21 Jahren etwas“, erklärt Haider.

Im Klartext bedeutet das: Arigona, die im Jänner 18 Jahre alt wurde, kann zwar jederzeit einen Österreicher heiraten. Aber laut Gesetz wird die Familienzusammenführung nach einer Heirat mit einem Österreicher erst im Alter von 21 Jahren gültig. „Das bedeutet, selbst bei einer Heirat könnte sich Arigona erst mit 21 Jahren legal in Österreich aufhalten. Davor wäre es wieder illegal“, bestätigt Christoph Riedl von der Caritas-Flüchtlingshilfe.

ÖSTERREICH: Herr Haider, war Ihre Ankündigung in der TV-Diskussion, dass Sie Arigona heiraten würden, ein kalkuliertes Statement oder ein Gefühlsausbruch?
Alfons Haider: Hier geht es nicht um ein Kabarett, sondern um ein Menschenschicksal. Um Arigona zu helfen, könnte ich mir alles vorstellen. Natürlich auch eine Heirat. Aber im Fall Arigona bringt es erst etwas mit 21 Jahren, weil sie davor nicht legal in Österreich bleiben kann.

ÖSTERREICH: Wäre diese Heirat nicht eine Scheinehe?
Haider: In Falle einer solchen Ehe wäre so viel Liebe und Überzeugung dahinter, einem Menschen zu helfen, dass es für mich keine Scheinehe wäre.

ÖSTERREICH: Würden Sie für Arigona auch hetero werden?
Haider: Um ein Menschenleben zu retten, warum nicht. Aber mit dieser Frage zieht man das Thema wieder ins Lächerliche. Mir ist schon klar, wäre ich heterosexuell, hätte diese Ansage eine ganz andere Dimension. Ich wollte nur zeigen, wie weit man gehen kann, um zu helfen.

ÖSTERREICH: Warum, glauben Sie, kann Österreich im Fall Arigona keine Menschliche Lösung finden?
Haider: Ich hoffe, dass sich die Menschlichkeit unserer Politiker nicht vor der Rechtsstaatlichkeit verstecken wird. Ich verneige mich vor Franz Voves, der gesagt hat: Das ist die inhumanste Aktion, die die österreichische Gesellschaft seit Langem gesetzt hat. Und das sagt er mitten im Wahlkampf. Solche Politiker wünsche ich mir.

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