Haiders Witwe als ideale Nachfolgerin

Neue Landesmutter?

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Haiders Witwe als ideale Nachfolgerin

Es war das beherrschende Gesprächsthema am Rande der Trauerfeierlichkeiten: der starke Auftritt Claudia Haiders bestärkt all jene, die der Meinung sind, die Witwe des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes sollte ihn auch politisch beerben.

Claudia Haider als Landeshauptfrau – eine Idee, der man nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in Expertenkreisen viel abgewinnen kann.

„Wir würden das unterstützen“, meinen Anita und Johann Kulterer, die das Requiem vor dem Dom mitverfolgt haben: „Sie war der Kopf hinter seinen Ideen, stand aber immer nur im Hintergrund. Warum sollte sie nicht in den Vordergrund treten?“

Die Klagenfurterin Melanie Pickelsberger geht sogar darüber hinaus: „Sie hat ja schon politische Erfahrung. Warum sollte sie nicht Landeshauptfrau werden? Sie könnte auch die Partei führen, weil sie mehr Reife mitbringt als Petzner.“

Nie im Mittelpunkt
Claudia Haider hat es nie geschätzt, im Mittelpunkt zu stehen – aber wenn sie es muss, wie gestern während der Trauerfeierlichkeiten, wo sie unzählige Hände zu schütteln und Beileidskundgebungen entgegenzunehmen hatte, tut sie es mit großer Souveränität.

Wenn sie auch nie ans Licht der Öffentlichkeit drängt, heißt das noch lange nicht, dass sie sich als Heimchen am Herd sehen würde. Die Tochter einer tiefschwarzen, katholischen Försterfamilie war als FPÖ-Gemeinderätin in Feistritz im Rosental aktiv. Die Büchernärrin (Lieblingswerk: Der kleine Prinz von St. Exupéry) hatte zwar ihr Publizistikstudium zugunsten ihres Mannes aufgegeben, blieb aber, wie Freunde bestätigen, intellektuell hellwach.

Rückzug
Sie hatte ihren Mann immer beraten, war mit dessen Politik nicht immer einverstanden. In der Slowenenfrage beispielsweise vertrat sie eine weit gemäßigtere Haltung. Als es nach der freiheitlichen Regierungsbeteiligung im Jahr 2000 zu den heftigen Auseinandersetzungen und Demonstrationen kam, war sie es, die ihn zum Rückzug überredete.

BZÖ für Claudia
Im BZÖ mehren sich jedenfalls die Meinungen, Claudia Haider statt dem farblosen Übergangs-Landeshauptmann Gerhard Dörfler in den Wahlkampf zu schicken. Nicht nur Wirtschaftssprecher Veit Schalle würde es „begrüßen, wenn sie Spitzenkandidatin würde“.

Wie der Politologe Peter Filzmaier kann sich auch sein Kollege Thomas Hofer vorstellen, dass Claudia Haider geeignet fürs politische Erbe wäre: „Sie ist sicher, sein Erbe quasi als Landesmutter in Kärnten weiterzuführen. In dieser Ausnahmesituation hätte das eine Logik. Sie hat politisches Talent – zuzutrauen wäre es ihr.“

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