Hartes Match ums erste Amt

Präsidentenwahl

© chrissinger/TZ ÖSTERREICH

Hartes Match ums erste Amt

Bundespräsident Heinz Fischer rüstet sich für die anstrengenden kommenden Monate. Er urlaubt derzeit gemeinsam mit Ehefrau Margit im Salzkammergut. Denn dem 71-Jährigen stehen ein heißer Herbst und ein kräfteraubender Wahlkampf bevor. Schon jetzt ist klar: Heinz Fischer wird für eine zweite Amtszeit kandidieren – und er wird sich einer Stichwahl stellen müssen.

Fischer verliert leicht in der Wählergunst
Denn die aktuelle Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH zeigt, dass der amtierende Bundespräsident schon jetzt nur mehr auf 50 % der Stimmen käme – und das, obwohl noch kein einziger Kandidat einer anderen Partei fix ist. Exakt 50 % der Österreicher sagen, dass sie Fischer derzeit zum Bundespräsidenten wählen würden. Das ist ein kleines Minus von einem Prozentpunkt im Vergleich zu Ende Juli.

Erwin Pröll legt weiter zu – Antreten aber noch offen
Falls Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll als Kandidat für die ÖVP ins Rennen geht, gilt dieser als Fischers heftigster Konkurrent: 24 % würden momentan Pröll wählen. Und das, obwohl die ÖVP noch gar nicht entschieden hat, ob sie einen Kandidaten nominiert. Pröll konnte auch bereits 7 Prozentpunkte im Vergleich zu Ende Juni zulegen.

Und: Derzeit würden noch 29 % der ÖVP-Wähler Fischer ihre Stimme geben. Das Potenzial für Pröll hier ist also noch groß, während Fischer seines bei den SPÖ-Wählern schon ausgereizt hat: 80 % der SPÖ-Wähler sagen, sie würden ihn wählen.

Interessant: Nur 3 Prozent der Wähler würden einen FPÖ-Kandidaten wählen, der Martin Graf heißt. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ließ darum zuletzt durchblicken, dass er darum eher den liberalen, ehemaligen dritten Nationalratspräsident Siegfried Dillersberger in die Präsidentschaftswahl schicken möchte. Dillersberger könnte ausgiebig im roten Teich fischen – denn derzeit sprechen sich noch 32 % der FPÖ-Wähler für Fischer aus.

Wenig Chancen haben momentan die Grünen mit einem möglichen Kandidaten Alexander van der Bellen – nur 8 Prozent würden ihn wählen – und das BZÖ mit Claudia Haider als Kandidatin (nur 4 % sprechen sich für sie aus).

Weitere Detailanalysen: Laut Gallup sehen die Wähler Fischer mit 37 % als „politisch aktivsten Präsidenten“, von Erwin Pröll meinen das nur 29 %. Die Nase vorn hat Fischer klar bei internationalen Belangen: 45 % meinen, er ist der international angesehenste Kandidat, nur 31 % meinen das von Pröll.

SPÖ buhlt um die anderen Parteien
Fakt ist: Die SPÖ wirbt weiter heftig bei den anderen Parteien für Fischer, um so einen zweiten Wahlgang zu vermeiden. Klubobmann Josef Cap betonte erst gestern, es hätte „eine gewisse Logik“, wenn auch die ÖVP und andere Parteien Fischer unterstützen würden. Die ÖVP hält hier mit dem OÖ-Landeschef Josef Pühringer entgegen: „Für mich ist klar: Wenn ein Kandidat der ÖVP gegen einen amtierenden Bundespräsident eine Chance hat, dann ist das Erwin Pröll. Meine Unterstützung hat er.“

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