23. Dezember 2009 20:33
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) hat mit ihrem
ÖSTERREICH-Interview, in dem sie Überlegungen über ein Burka-Verbot äußerte,
am Mittwoch eine Reihe von Stellungnahmen losgetreten. Der katholische
Bischof Egon Kapellari und der evangelische Bischof Michael Bünker stehen
einem Burka-Verbot positiv gegenüber, ebenso die FPÖ und die Initiative
liberaler Muslime Österreich (ILMÖ). Die Islamische Glaubensgemeinschaft
(IGGiÖ) und die Grünen halten zwar wenig vom Gesichtsschleier, aber auch
nichts von einem Verbot. Weitgehend Einigkeit herrscht, dass die Burka in
Österreich eigentlich ohnehin kein Problem darstellt.
Darauf wies auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) - die die
Diskussion mit Aussagen gegenüber Zeitungen losgetreten hat - am Mittwoch in
der "ZiB" nachdrücklich hin. Sie habe nur angeregt, für den Fall, dass die
Burka in Österreich zum Problem würde, über ein Verbot nachzudenken,
erläuterte sie.
Sozialer Frieden gefährdet
Die Kirchenmänner sehen ein
Problem im Symbolgehalt: Der Grazer Diözesanbischof Kapellari hält die
Ganzkörperverschleierung für eine "Gefährdung des sozialen Friedens" halte,
"weil sie als Symbol der Kommunikationsverweigerung empfunden werden könnte".
"Die Burka ist in Österreich kein Thema'", stellte die Islamische
Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) in einer Aussendung fest. Sie hat "keine
Sympathie für den Gesichtsschleier" und ist, wie es hieß, mit der Mehrheit
der muslimischen Gelehrten der Meinung, dass die Burka keine theologische
Notwendigkeit darstellt. Die IGGiÖ hält aber auch das Selbstbestimmungsrecht
hoch - und will Frauen also in keiner Weise bevormunden.
Korun: Verbot falscher Weg
Auch die Grüne Integrationssprecherin
Alev Korun konstatierte, dass das Burka-Problem in Österreich nicht
existiere. Aber sie hielt fest, dass für die Grünen die
Vollgesichtsverschleierung zwar "nicht wünschenswert" ist, ein Verbot aus
ihrer Sicht aber der falsche Weg wäre.
Die Initiative liberale Muslime tritt hingegen vehement für ein Burka-Verbot
ein, weil die Verschleierung "gegen die Freiheit der Frauen gerichtet" sei.
Ebenso klar für ein Verbot ist FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber. Sie
forderte auch ein "Verbot von Kopfbedeckungen für Angehörige des
öffentlichen Dienstes, soweit deren Dienstpflichten in geschlossenen Räumen
ausgeübt werden".