Hitler-
Gruß: FPÖ unter Druck

Nazi-Bild

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Gruß: FPÖ unter Druck

Keine Woche ohne FPÖ-Skandal: Jetzt tauchte ein Foto aus 2006 auf, das den Tullner FPÖ-Bezirkspartei­obmann Andreas B. (25) beim Hitler-Gruß zeigt. Der FPÖ-Politiker wurde beurlaubt, von den FPÖ-Arbeitnehmern ausgeschlossen, sagt dazu nur: „Es gab keinen nazistischen Hintergrund, wir haben Rapid-Lieder gesungen.“

Wieder Skandal. Freilich: Die Behörden ermitteln wegen Wiederbetätigung, der Druck auf die FPÖ steigt weiter, die Umfragewerte sinken. Nicht ohne Grund: Zuerst der „Höhlenmenschen“-Sager über Asylwerber von NÖ-Landeschef Christian Höbart, dann der Rausch-Auftritt der Bezirks-Spitzenkandidatin Sabine Singer und jetzt das Nazi-Foto.

Strache schweigt. Während FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Höbart-Sager „unpassend“ findet, wollte er das Nazi-Bild auf Anfrage nicht kommentieren. FPÖ-NÖ-Chef Walter Rosenkranz sieht die FPÖ-Politiker gar in der Opferrolle: „In allen drei Fällen gab es Konsequenzen. Gegen Frau Singer läuft eine Kampagne und das Foto von Andreas B. wurde jetzt bewusst lanciert.“

(prj)

"Habe kein schlechtes Gewissen"

ÖSTERREICH: Herr B., bereuen Sie die Silvesterfeier 2006?
Andreas B.: Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen und nichts zu verbergen. Es war eine blöde Momentaufnahme.

ÖSTERREICH: Aber das Foto zeigt Sie mit dem Hitlergruß…
Andreas B.: Nein, es gibt keinen Zusammenhang mit dem Hitlergruß. Es war Silvester, wir haben Alkohol getrunken und haben Schlachtgesänge angestimmt.

ÖSTERREICH: Bei welchem Schlachtgesang hebt man die rechte Hand so?
Andreas B.: Ich hatte jahrelang ein Abo auf der Westtribüne von Rapid, da gibt es 100 Schlachtgesänge. Ich distanziere mich vom Nationalsozialismus, Teile meiner Familie sind da umgekommen.

ÖSTERREICH: Wie kam das Foto jetzt an die Öffentlichkeit? Eine Racheaktion?
Andreas B.: Nein, das ist eine politisch motivierte Aktion. Es ist Wahlkampf, es ist eine Schlammschlacht, dieses Mal hat es mich getroffen, das nächste Mal einen anderen.

ÖSTERREICH: Wie würden Sie sich politisch einschätzen?
Andreas B.: Ich bin ein durchschnittlicher, dynamischer Freiheitlicher, ein Sachpolitiker, der nach vorne schaut und nicht 80 Jahre zurück.

ÖSTERREICH: Hat Sie Parteichef Strache angerufen?
Andreas B.: Nein, ich hatte ein klärendes Gespräch mit NÖ-Chef Rosenkranz. Ich habe meine Funktion ruhend gestellt, um der Partei nicht im Weg zu stehen.

ÖSTERREICH: Die Behörden ermitteln, rechnen Sie mit einer Strafe?
Andreas B.: Es gab eine anonyme Anzeige. Ich rechne nicht mit einer Strafe, sondern vertraue auf den österreichischen Rechtsstaat.

Interview Jochen Prüller

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