Peter Hochegger

"Alle Parteien in Affäre involviert"

Nun meldet sich die Schlüsselfigur in der Telekom-Affäre zu Wort: Lobbyist Peter Hochegger spricht in News über die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden. Alle Parteien seien in die Telekom-Affäre verwickelt gewesen, erklärt Hochegger. Demnach haben über den ehemaligen SPÖ-Kommunikationschef Heinz Lederer auch intensive Kontakte zur SPÖ bestanden. Walter Meischberger hätte die schwarz-blaue Regierung abgedeckt, Monika Langthaler sei für die Grünen zuständig gewesen.

News schreibt auch, dass Hochegger für seine Lobbying-Tätigkeit bei der Telekom deutlich mehr Geld kassiert hat, als bisher bekannt. Insgesamt flossen mehr als 38 Millionen Euro an Hocheggers Firmen. Bisher war immer von 25 Millionen Euro die Rede. Für Hochegger gilt die Unschuldsvermutung.

 

Hochegger über sein Image als "Buhmann" der Nation: Das war am Anfang sehr schwierig, weil mein engeres Familienumfeld darunter sehr gelitten hat. Ich habe für mich die Strategie gewählt, kein Medium zu konsumieren. (...) Ich meditiere sehr viel, war voriges Jahr in Indien.

Ob er sich als Opfer oder Täter sieht: Ich bin kein Opfer. Moralisch gesehen habe ich Fehler gemacht. Jedoch strafrechtlich habe ich mir nichts zuschulden kommen lassen. (...) Es geht um unser System, in dem sich Eliten, angetrieben von maßloser Gier, mit Kontakten und Wissensvorsprung Vorteile verschaffen.

Über seine Telekom-Aktivitäten: Natürlich gab es für die 9 Mio. Euro Gegenleistungen. Das waren 16 Aufträge, über die teilweise wenig dokumentiert wurde.

Welche Ex-Politiker auf seiner Lohnliste standen: Die früheren Innenminister Ernst Strasser und Karl Blecha sowie der frühere außenpolitischen Sprecher der SPÖ, Peter Schieder.

Über die Kontakte der Telekom zu den Parteien: Es ist ein Skandal, der alle betrifft. (...) Für die Telekom war es wichtig, zu allen beste Kontakte zu pflegen. Die Lobbying-Zusammenarbeit hat mit der SPÖ begonnen, und zwar mit Heinz Lederer. () Lederer hat angeboten, für die Telekom die Beziehung zur SPÖ zu pflegen. Wir haben uns auf rund 100.000 Euro im Jahr geeinigt, in Summe etwa 700.000 Euro von 2002 bis 2007. (...) Er pflegte eine enge, vertraute Beziehung zum SPÖ-Klubobmann Josef Cap und zum Parteichef Alfred Gusenbauer. () Lederer hat dem Telekom-Vorstand auch kurzfristige und vertrauliche Gespräche mit Cap und Gusenbauer vermittelt.

Über Meischberger: Er hat insgesamt rund 900.000 Euro erhalten. Meischberger war der Verbindungsmann zur schwarz-blauen Regierung, insbesondere zu Grasser, den er auch beraten hat. Er hat zwar geschäftlich eine beschränkte Ahnung, aber in politischen Analysen und in Empfehlungen war er brillant. (... )

Über die Grünen: Die Telekom hat immer beste Kontakte zu Gabriele Moser gehabt. (...) Und meines Wissens gab es mit der Agentur von Monika Langthaler eine gute Zusammenarbeit.

Über Vize-Kanzler Gorbach: Ende 2006, als Gorbach nicht mehr in der Regierung war, wurde er von der Telekom zu mir geschickt. Er hat mir gesagt: Ich mache mich selbstständig und brauche Aufträge, um durchstarten zu können. Ich konnte meinem größten Kunden, der Telekom, einen Gefallen tun. Der Aufwand von 120.000 Euro schien mir gerechtfertigt.
 

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