Hofer rechnet mit Duell gegen Van der Bellen

In der Stichwahl

Hofer rechnet mit Duell gegen Van der Bellen

FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer rechnet angesichts guter Umfragewerte weiterhin mit einer Stichwahl gegen den grünen Kandidaten Alexander Van der Bellen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" werde es dazu kommen, sagte Hofer am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Dies würde dann einen "sehr akzentuierten" Wahlkampf bedeuten, meinte er.

"Faschistischer grüner Diktator"
Die Titulierung Van der Bellens als "faschistischer grüner Diktator" nahm der Dritte Nationalratspräsident auch am Dienstag nicht zurück. Er sei "wirklich verärgert" gewesen über dessen Aussagen, wonach dieser den Nationalrat auflösen könnte, um eine FPÖ-Regierung bzw. einen FPÖ-Kanzler zu verhindern. "Das ist Willkürherrschaft", legte Hofer nach. Auch der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger schoss sich in der Pressekonferenz auf Van der Bellen ein. Hofer habe mit seiner Titulierung "absolut recht". "Einen Demokraten werden ich eine solche Person nicht nennen", sagte Abwerzger über Van der Bellen.

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Indes bekräftigte der freiheitliche Kandidat seine Ankündigung, die Bundesregierung, sollte sie weiter die "großen Probleme" nicht lösen, als "Notbremse" zu entlassen. "Ich würde jedoch niemals das Parlament auflösen. Finger weg vom Nationalrat", erklärte er. Schließlich sei das Parlament von den Menschen gewählt worden, die Regierung jedoch nicht.

Deutschkenntnisse

Abseits der Flüchtlings-Thematik gebe es viele Themen, die derzeit völlig übersehen würden, meinte der 45-Jährige. Österreich falle in internationalen Rankings immer weiter zurück. In der Bildungsreform bemängelte er, dass das Problem der mangelnden Sprachkenntnis vieler ausländischer Kinder vor allem in großen Städten nicht angegangen worden sei. "Deutsch vor Eintritt in das Regelschulwesen" sei Voraussetzung, forderte der FPÖ-Politiker. Im Gesundheitswesen kritisierte der Bundespräsidentschaftskandidat unter anderem die niedrigen Ausgaben im Pflegebereich. Die Unterschrift unter das TTIP-Abkommen würde er als Bundespräsident aus politischen Gründen verweigern, wenn es vorher keine Volksabstimmung darüber gegeben haben sollte.

Dass Baumeister Richard Lugner ihm entscheidende Prozente kosten könnte, glaubte Hofer nicht. Dieser wäre zwar "kein guter Präsident", aber er habe aufgrund dessen Lebensleistung einen "Grundrespekt" vor dem 83-Jährigen und wolle auch nicht in das "Lugner-Bashing" einstimmen. Die Nichteinladung von Lugner zu den ORF-Kurzduellen "2 im Gespräch" verstehe er nicht. "Ich hätte ihn eingeladen", so der Freiheitliche.

"Hofer greets Hofer"
Unterdessen machte Hofer am Dienstag in Innsbruck auch seinem "Namensvetter", dem Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer, seine Aufwartung. Unter dem Motto "Hofer greets Hofer" besuchte er dessen Grabmal in der Hofkirche. Das in seinem Büro hängende Porträt des Freiheitshelden würde er im Falle seines Einzugs in die Hofburg übrigens dorthin mitnehmen.

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