Hunderte Syrer abgeschoben

Zynische Politik

Hunderte Syrer abgeschoben

Seit Wochen lobt sich die Bundesregierung selbst dafür, dass Österreich 500 Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien Zuflucht gewährt. Während in der Vorwoche die ersten vier auf dem Flughafen Wien-Schwechat mit rot-weiß-roten Fahnen begrüßt wurden, sieht die Realität an den Staatsgrenzen anders aus: In Tirol wurden von Juli bis September 494 syrische Flüchtlinge aufgegriffen, sagt Harald Baumgartner von der Tiroler Fremdenpolizei. "Die meisten kamen über den Brenner." Das heißt: laut Dubliner Übereinkommen der EU aus einem sicheren Drittland, nämlich aus Italien. Und dorthin wurden die meisten auch wieder zurückgeschoben.

"Rückschiebung"

Besonders brisant sind die Zahlen für den vergangenen September: Von den 573 in Tirol aufgegriffenen Flüchtlingen waren 259 aus Syrien. "Darunter waren Gruppen bis zu 25 Personen und auch mit kleinen Kindern", so Baumgartner. Allerdings stellten nur 17 Syrer im September einen Asylantrag. Das heißt: 242 wurden nach Italien "rückgeschoben", wie das im Amtsdeutsch heißt.

Die 500 Flüchtlinge, die Österreich aufnimmt, sollen laut Vorgabe der Politik Christen, und vor allem Frauen mit Kindern, sein.

(fuw)

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