12. Oktober 2008 12:48
Die Anteilnahme der Kärntner Bevölkerung am Tod von Landeshauptmann Jörg
Haider ist auch am Sonntag nicht abgerissen. Hunderte Menschen pilgerten zum
Unfallort und zur Kärntner Landesregierung, um Kerzen aufzustellen und sich
ins Kondolenzbuch einzutragen. Bereits am Samstag Abend glich der Unfallort
einem Lichtermeer.
In der Früh herrschte dann auf der Loiblpass-Bundesstraße in Lambichl
gespenstische Stille. Die Polizei hatte die Straße großräumig gesperrt,
lediglich Anrainer durften zu ihren Häusern. Die Beamten warteten auf
Tageslicht, mit einem Hubschrauber sollte eine Fotostrecke geschossen
werden, um den genauen Unfallhergang klären zu können.
Einige Stunden später war die Strecke frei. Hunderte Menschen kamen im Laufe
des Nachmittatgs, um Blumen am Unfallort abzulegen.
Obwohl der offizielle Trauergottesdienst erst um 19.00 Uhr stattfinden wird,
hatten die Sonntagsmessen im Dom zu Klagenfurt bereits Trauercharakter.
"Nichts begreifen und erklären"
Bereits eine
halbe Stunde vor Messbeginn um 10.00 Uhr versammelten sich zahlreiche
Menschen im Dom, um Rosenkranz zu beten. Während der Messfeier spendete
Vikar Alois Krawanja in seiner Predigt den Menschen Trost. "Wir erleben
heute eine Situation, wo man nichts begreifen, erklären und definieren kann",
sagte der katholische Priester. Auf die Frage nach dem Warum, sei keine
Antwort zu finden. Auch in den Fürbitten wurde auf den Tod des
Landeshauptmanns eingegangen.
"Sturm auf die Landesregierung"
Vor dem Amt der
Landesregierung herrschte am Vormittag wieder Hochbetrieb. Die Schlange der
Wartenden, die sich ins Kondolenzbuch eintragen wollten, reichte rasch bis
zur Straße zurück. Menschen mit Kindern im Arm stellten sich genauso an wie
ältere Personen im Rollstuhl. Die Landesregierung war am Samstag bis
Mitternacht geöffnet gewesen und hatte um 9.00 Uhr ihre Pforten wieder
aufgesperrt. "Wir lassen offen, solange Menschen kommen", meinte
ein Polizeibeamter.
Am Samstag hatte die Landesregierung spontan eine Trauersitzung für den
Nachmittag einberufen. Am Abend hatte sich das Kärntner BZÖ zu einer
Trauerfeier im Klagenfurter Stadion zusammengefunden. Mehrere Vertreter der
Parteispitze forderten, die "politische Vision" des BZÖ-Chefs
weiterzutragen.