Jeder vierte tödliche Crash ist Alkounfall

Dunkelziffer höher

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Jeder vierte tödliche Crash ist Alkounfall

Bei einem Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle ist Alkohol im Spiel, das zeigt eine entsprechende Tiefenanalyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zu tödlichen Unfällen im Straßenverkehr. 35 Menschen sind heuer (von Jänner bis August) bei einem von Alkounfall ums Leben gekommen. Laut KfV bestehe bereits bei 0,5 Promille Alkohol im Blut das doppelte Unfallrisiko wie im nüchternen Zustand, bei 0,8 Promille gar das Fünffache. Für Alkolenker forderte das Kuratorium schärfere Konsequenzen.

Hohe Dunkelziffer
Bei tödlichen Alleinunfällen wird - anders als im aktuellen Fall Haider - in der Regel kein nachträglicher Alkotest durchgeführt. Dadurch schätze man die Dunkelziffer der tödlichen Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, relativ hoch ein.

Im Bereich von 0,8 Promille steigt die Risikobereitschaft um etwa 80 Prozent, Reaktions- und Konzentrationsfehler treten zwei- bis dreimal häufiger auf als im nüchternen Zustand, die Blickbewegungen des Fahrers reduzieren sich um 30 Prozent. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass ein Alkolenker bei einem Unfall durchschnittlich zwei andere Menschen mit ins Unglück reißt.

Von Jänner bis August 2008 sind laut Bundesministerium für Inneres (BMI) bei Alkounfällen 2.337 Menschen verletzt worden. Das sind um 2,9 Prozent weniger als im Jahr davor (2007: 2.406). Auch bei den Unfällen hat es heuer bisher einen leichten Rückgang um 1,9 Prozent gegeben (2008: 1.677 Unfälle, 2007: 1.709).

Haider muss viel getrunken haben
Auch wenn man nichts über die genauen Umstände des Alkoholkonsums Haiders - wie den Zeitraum bzw. die Art der Getränke - weiß, ging ein bekannter Ernährungsexperte, der nicht namentlich genannt werden wollte, davon aus, dass der Kärntner Landeshauptmann eine Menge zu sich genommen haben muss, die umgerechnet zehn doppelten Schnäpsen entsprechen würde, um auf den Wert von 1,8 Promille zu kommen. Normalerweise würden bei einem solchen Wert die Leute beim Gehen schon schwanken, zeigte sich der Experte überzeugt.

Alkolenker kommen in Österreich immer noch relativ milde davon. Ein Wert von unter 1,2 Promille hat für einen Alkolenker laut Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums, relativ wenig Konsequenzen. "Unser Vorschlag wäre, dass man bereits ab einem Wert von 0,5 Promille etwas unternimmt", sagte Thann. Das könne beispielsweise ein Verkehrscoaching sein, wo Rotkreuz-Mitarbeiter Alkolenkern über ihre Einsätze bei Alkounfällen erzählen. Für Hochrisikolenker über 1,6 Promille müssten mehrere Maßnahmen gleichzeitig gesetzt werden.

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