Stronach startet seinen Klub

5. BZÖler übergelaufen

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Stronach startet seinen Klub

Seiten: 12

Seit Tagen verdichteten sich die Gerüchte, seit Montag ist es offiziell. Mit Stefan Markowitz hat Frank Stronach den fünften BZÖ-Abgeordneten für sein Team begeistert. Es ist ein „Meilenstein“ für den Aus­tro-Kanadier. Denn der Klubstatus für das Team Stronach ist damit quasi fix – und das bringt Millionen und viel Öffentlichkeit.

Diashow Das Polit-Team von Frank Stronach
Gerhard Köfer (51)

Gerhard Köfer (51)

Ex-SPÖ, Bürgermeister von Spittal/Drau. Nationalratsabgeordneter: "Kriege keinen Cent".

Robert Lugar (42)

Robert Lugar (42)

Ex-BZÖ, "wilder Abgeordneter": Er macht nun fix mit.

Erich Tadler (54)

Erich Tadler (54)

Ex-BZÖ, ebenfalls "wilder Abgeordneter" im Parlament.

Elisabeth Kaufmann-Bruckberger

Elisabeth Kaufmann-Bruckberger

SIe hat erst im Dezember 2011 das BZÖ-Mandat von Ewald Stadler übernommen. Ihre ersten politischen Sporen hatte sie sich in den 90er-Jahren bei den freiheitlichen Wirtschaftstreibenden verdient, beruflich war sie im Verkauf und Marketing tätig.

Stefan Markowitz

Stefan Markowitz

Er wechselt vom BZÖ ins Team Stronach. Damit ist er der fünfte Abgeordnete. Stronach kann nun Klubstatus im Parlament beantragen.

Waltraud Dietrich

Waltraud Dietrich

Ex-FPÖ-Klubobfrau im steirischen Landtag, verheiratet, vier Kinder: "Bin dabei", sagt sie.

Christian Faul

Christian Faul

der 2010 auf Druck des steirischen SPÖ-Chefs Franz Voves sein Mandat im Nationalrat zurücklegen musste. Davor hatte er für einiges Aufsehen gesorgt, etwa als er BZÖ-Mandatar Gerald Grosz attestierte, im Sternzeichen "Krokodil" zu sein: "Eine große 'Papp'n' und ein kleines Hirn."

Karin Prokop

Karin Prokop

Quereinsteigerin, der das Politische von ihrer verstorbenen Mutter, der ehemaligen Innenministerin Liese Prokop (V), und das Ehrgeizige von ihrem Vater, dem langjährigen Handball-Zampano Gunnar Prokop in die Wiege gelegt wurde.

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  Diashow

Klubstatus bringt fast 1,5 Mio. Euro und TV-Duelle
Zwar will Nationalratspräsidentin Barbara Prammer den Klubstatus noch genau prüfen, laut Verfassungsjurist Heinz Mayer „können die fünf ehemaligen BZÖ-Abgeordneten aber jederzeit einen Klub gründen“.

Das lässt Stronach die nächste politische Liga erklimmen. Konkret bringt der Klubstatus 1,2 Millionen Euro Klubförderung pro Jahr plus 46.200 Euro jährlich für jeden Nationalratsabgeordneten – macht in Summe fast 1,5 Mio. Euro zweckgebundene Förderungen. Jeder weitere Ab­geordnete bringt 160.000 Euro. Zudem erhält das Team Stronach mehr Redezeit und die Teilnahme an den ORF-Wahldebatten – unbezahlbare Werbung für die Neo-Partei. Der designierte Klub-Obmann Robert Lugar zu ÖSTERREICH: „Es geht uns nicht ums Geld, wir brauchen die ­Öffentlichkeit.“

Neo-Partei will bis zur Wahl 10 Abgeordnete haben
Ex-BZÖler Markowitz ist der Mann, der das alles jetzt möglich macht: „Es ist Zeit, dass sich etwas verändert“, sagt er bei der eilig einberufenen Pressekonferenz am Montag. „Verändern“ hält er wohl für besonders wichtig, er sagt den Satz in acht Minuten sechs Mal.

Dass Stronach ihm Geld geboten hätte – wie ihm von anderen BZÖ-Abgeordneten vorgeworfen wird – verneint der Kärntner klar. „Wer eine Vision hat, braucht das nicht. Stronach ist eine Galionsfigur wie Kreisky oder Haider.“ Zusammen mit den anderen Neo-Abgeordneten unterschrieb Markowitz gleich eine eidesstaatliche Erklärung, nie Geld angeboten oder erhalten zu haben.

Anders sieht das BZÖ-Chef Josef Bucher. Freitag brachte er eine Strafanzeige ein, weil er Stronach den Kauf von Mandataren vorwirft vorwirft. Bucher schäumte am Montag gehörig. „Markowitz hat nicht einmal den Mumm gehabt, eine SMS zu schicken oder anzurufen.“ Die Orangen schrumpfen weiter, haben nur noch 13 Abgeordnete.

Stronach ist indes bemüht, weitere neue Mitstreiter zu überzeugen. „Wir wollen bis zum Wahlkampf zehn Abgeordnete haben“, so Lugar.

BZÖ-Strafanzeige gegen Stronach
Seit Wochen fischt Frank Stronach im BZÖ-Teich – am Montag ist mit Stefan Markowitz schon der fünfte orange Abgeordnete übergelaufen.

BZÖ-Chef Josef Bucher reichte es bereits davor. Ende vergangener Woche hat er bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Strafanzeige gegen Stronach und den Abgeordneten Robert Lugar eingebracht. Der Grund: Kauf von Mandataren.

  • Vorwurf 1: Stronach soll Bucher 500.000 Euro geboten haben, er habe sich aber nicht kaufen lassen. „Dieses Angebot hat der Erstverdächtige (Stronach, Anm.) bei einem weiteren Treffen wiederholt“, heißt es in der Anzeige.
  • Vorwurf 2: Robert Lugar soll dem Abgeordneten Gerhard Huber sogar eine Million Euro geboten haben. Gegenüber anderen Abgeordneten soll auch die Rede von einer Absicherung in der Höhe von 15.000 € pro Monat gewesen sein.

Markowitz: ‚Nie Geld von Frank‘
ÖSTERREICH:
Warum wechseln Sie jetzt zu Stronach?
Stefan Markowitz:
Ich konnte mich nicht mehr mit dem BZÖ identifizieren, bei Stronach kann ich für ein besseres Österreich kämpfen und meine Überzeugungen einbringen.

ÖSTERREICH: Hat Ihnen Stronach Geld angeboten?
Markowitz:
Zu keinem Zeitpunkt wurde mir jemals Geld oder Sonstiges angeboten.

ÖSTERREICH: Warum haben Sie BZÖ-Chef Josef Bucher nicht informiert.
Markowitz:
Am Mittwoch habe ich mit Josef Bucher und Ewald Stadler ein Gespräch geführt, meinen Unmut geäußert. Ich habe gesagt, dass ich bald entscheiden werde, zu bleiben oder zu gehen.

Zum Nachlesen auf der nächsten Seite: Der große OE24-LIVE-TICKER von der Pressekonferenz des Team Stronach:

Autor: J. Prüller
Seiten: 12
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