Jetzt fix: FPÖ tritt gegen Fischer an

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Jetzt fix: FPÖ tritt gegen Fischer an

Die FPÖ wird bei den Bundespräsidentschaftswahlen fix mit einem eigenen Kandidaten antreten. Das hat Montagabend der Bundesvorstand der Freiheitlichen abgesegnet. Wer dabei ins Rennen geht, stand allerdings noch immer nicht fest, man werde sich bis zum 5. März darüber einigen, teilte Parteichef Heinz-Christian Strache nach der Sitzung mit.

In einer weiteren Sitzung des FPÖ-Bundesvorstandes in der ersten Märzwoche soll entschieden werden, wer bei der Präsidentschaftswahl am 25. April ins Rennen geschickt wird, so Strache. Man werde sicher keinen Alleingang des Amtsinhabers Heinz Fischer zulassen. Wahrscheinlichste Kandidatin ist die Niederösterreichische Obfrau Barbara Rosenkranz. Aber auch Strache selbst soll Überlegungen anstellen, ins Rennen um die Hofburg zu gehen.

Bisher drei Kandidaten gestellt
Die FPÖ hat bisher drei Mal Kandidaten in die Bundespräsidentenwahl geschickt - und sie alle bekamen um die 16 Prozent. Die Latte liegt bei 16,96 Prozent, die Willfried Gredler 1980 schaffte. Damals kam es allerdings nicht zur Stichwahl, denn die ÖVP hatte bei der Wiederkandidatur Rudolf Kirchschlägers keinen Kandidaten nominiert. Bei den beiden anderen blauen Kandidaturen - Burghard Breitner 1951 und Heide Schmidt 1992 - fiel die endgültige Entscheidung zwischen den SPÖ- und ÖVP-Kandidaten jeweils erst im zweiten Wahlgang.

Breitner und vor allem Gredler schnitten bei den Bundespräsidentenwahlen wesentlich besser ab als ihre Partei bei der Nationalratswahl zuvor. Gredler war um mehr als zehn Prozentpunkte besser als die FPÖ, die bei der NR-Wahl 1979 6,1 Prozent schaffte. Nur Heide Schmidt blieb 1992 mit 16,39 Prozent knapp unter den 16,63 Prozent ihrer Partei bei der NR-Wahl 1990.

Rekord für Schmidt
In absoluten Zahlen hält Schmidt dennoch auch einen Rekord: Ihre 761.390 waren bisher die meisten Wähler, die bei der Präsidentschaftswahl blau wählten. Gredler kam 1992 auf 751.400 Stimmen, Breitner auf 622.501 - wobei freilich die Zahl der Wahlberechtigten beständig wuchs.

Breitner (1884-1956) trat 1951 noch für die FPÖ-Vorgängerorganisation Verband der Unabhängigen an. Der deutsch-national orientierte Mediziner - er leitete von 1932 bis 1956 die chirurgische Uni-Klinik Innsbruck - war auch langjähriger Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. Bei der Wahl schaffte er dank seiner lokalen Popularität die Mehrheit in Innsbruck. Österreichweit reichten seine 15,41 Prozent freilich nur für den dritten Platz hinter Theodor Körner (S) und Heinrich Gleißner (V), aber weit vor Gottlieb Fiala (K) und zwei unabhängigen Kandidaten. In der nötigen Stichwahl wurde schließlich Körner gewählt.

1980: Platz 2 hinter Kirschläger
Der Diplomat Gredler (1916-1994) war der erste Parteiobmann der 1956 gegründeten FPÖ. Bei der Bundespräsidentenwahl 1980 schaffte er mit 16,96 Prozent sogar den zweiten Platz hinter dem von der SPÖ nominierten Rudolf Kirchschläger (79,87 Prozent). Dies allerdings deshalb, weil die ÖVP bei Kirchschlägers Wiederwahl keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickte. Als dritter Kandidat bei dieser Wahl kam Norbert Burger von der 1988 als neonazistisch eingestuften NDP auf 3,18 Prozent.

Beim Antreten Heide Schmidts für die FPÖ im Jahr 1992 nominierten alle vier Parlamentsparteien Kandidaten. Schmidt landete mit 16,39 Prozent auf Platz 3 hinter Thomas Klestil (V) und Rudolf Streicher (S) - und deutlich vor Robert Jungk (G). Da im ersten Wahlgang keiner eine absolute Mehrheit schaffte, mussten Klestil und Streicher in die Stichwahl, die Klestil gewann.

Schmidt trat bei der Wahl 1998 ein weiteres Mal an - da aber für das 1993 von ihr gegründete Liberale Forum. Bei dieser Wahl erreichte sie 11,14 Prozent.

Mit Otto Scrinzi trat im Jahr 1986 - als Kurt Waldheim (V) gewählt wurde - ein ehemaliger freiheitlicher FPÖ-Vizeparteichef an, allerdings nicht als blauer Kandidat. Scrinzi - der vielfach als rechtsextrem beurteilt wird - hatte aber schon 1984 eine eigene Partei gegründet, legte aber erst im März 1986 auf Drängen von Bundesparteichef Norbert Steger seine FPÖ-Mitgliedschaft zurück.

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