Innenminister Sobotka

"Jetzt muss Fußfessel für Gefährder her"

ÖSTERREICH: Wie knapp ist Österreich an einem Anschlag vorbeigeschrammt?

Wolfgang Sobotka: Die Ermittlungen laufen noch auf Hochtouren. Ich gehe aber davon aus, dass wir rechtzeitig zugegriffen haben – als möglicher Tatzeitpunkt wurde ja der 15. bis 30. Jänner genannt.

ÖSTERREICH: Könnte die Angelobung des Bundespräsidenten Ziel gewesen sein?

Sobotka: Eher unwahrscheinlich, hier ist die Bewachung doch sehr gut. Es geht aber um große Menschenansammlungen im öffentlichen Raum, wie etwa in der U-Bahn. Ziel ist es ja immer, viele Menschen zu treffen – egal, ob es ein Terroranschlag oder eine Amokfahrt ist wie zuletzt in Australien.

ÖSTERREICH: Steht hinter dem mutmaßlichen Terroristen ein Netzwerk?

Sobotka: Möglich, wir untersuchen jetzt alle Datenträger auf seine Kontakte hin. Eines ist aber klar: Der Mann kommt aus dem salafistisch-islamistischen Bereich. Und da brauchen wir auch neue Instrumente, um dem Herr zu werden.

ÖSTERREICH: Welche Instrumente wären das?

Sobotka: Sicher einmal die Fußfessel für islamistische Gefährder. Doch damit allein ist es nicht getan. Wir müssen die Videoüberwachung ausbauen und mit privaten Kameras vernetzen. Um Fluchtwege nachzuvollziehen – auch zur Abschreckung. Auch die Kennzeichenerfassung muss kommen. Und wir müssen an die Familien herankommen, die ja die Radikalisierung ihrer Verwandten oft bemerken.

ÖSTERREICH: Und wie?

Sobotka: Die Extremismus-Hotline von Ministerin Karmasin hat gute Hinweise gebracht. Wir müssen auch mehr in die Prävention gehen, um dem Terror den Nährboden zu entziehen.(gü)

Video zum Thema Terrorgefahr in Österreich: Wie sicher fühlen sich Wiener?
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