14. Februar 2011 17:10

Wegen Verdacht der Untreue 

KHG muss jetzt zum dritten Verhör

Die dritte Befragung des ehemaligen Finanzministers steht unmittelbar bevor.

KHG muss jetzt zum dritten Verhör
© fuhrich

Die Ermittlungen gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser werden intensiviert. Ihm werden Untreue, Amtsmissbrauch und Bruch der Amtsverschwiegenheit vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wie ÖSTERREICH bereits berichtete, wird die Staatsanwaltschaft den Ex-Finanzminister nun zu einer weiteren Einvernahme laden.

Mehrere Verhöre
Grasser war im vergangenen Herbst von Staatsanwälten und Ermittlern befragt worden. KHG zeigte sich nach den mehrstündigen Verhören damals zuversichtlich, dass nun alle Fragen beantwortet seien und es zu keiner weiteren Befragung kommen werde.

Grassers Anwalt bestätigte die neue Einvernahme. Der Termin müsse erst festgesetzt werden. Grasser hat zugleich Anzeige wegen Amtsmissbrauchs eingebracht. Es geht um die Weitergabe von Aktenbestandteilen und Einvernahmeprotokollen der Ermittlungsbehörden an die Medien.

Chronologie
Im Zentrum der Ermittlungen steht die Privatisierung der Bundeswohnungen (Buwog) bzw. die vom letztlich siegreichen Bieter, der Immofinanz, gezahlte 9,6 Millionen-Euro-Provision an Grassers Freunde und frühere Geschäftspartner Walter Meischberger und Peter Hochegger. Aber auch andere Privatisierungen der Ära Grasser sowie die umstrittenen Zahlungen von staatsnahen Firmen an den Lobbyisten Hochegger sowie Provisionen und Honorare an Meischberger werden von der Justiz unter die Lupe genommen.

Enormes Medieninteresse
Grasser war bereits im vergangenen Herbst, am 2. und 8. September 2010, von Staatsanwälten und Ermittlern befragt worden. Die Einvernahmen wurden an ungewöhnlichen Orten, nämlich im Bundeskriminalamt und in der Meidlinger Kaserne, in Wien durchgeführt. Das Medieninteresse am ehemaligen Finanzminister war enorm. Der frühere Politiker zeigte sich nach den mehrstündigen Verhören damals zuversichtlich, dass nun alle Fragen beantwortet seien und es zu keiner weiteren Befragung kommen werde.

Fiona verweigerte Aussage
Seit den beiden Einvernahmen ist einiges in der Causa passiert: Grasser legte seine Konten offen, und die Staatsanwaltschaft hat ihrerseits die Öffnung seiner Konten beantragt. Auch Grassers Ehefrau Fiona Pacifico Griffini-Grasser, allgemein bekannt als Fiona Swarovski, wurde laut einem Bericht des Magazins "Format" im Oktober 2010 vom Bundeskriminalamt befragt. Sie hat laut Bericht die Aussage verweigert, was ihr als Gattin eines Beschuldigten zusteht.

Wirbel um Abhörprotokolle

Einen Knalleffekt rund um die Ermittlungen der Justiz brachte die Veröffentlichung von Abhörprotokollen der Ermittler kurz vor Weihnachten: Die Veröffentlichung in Form von parlamentarischen Anfragen durch die Grünen ermöglichte den Medien, darüber zu berichten. Die Ermittler hatten den Mitbeschuldigten und Grasser-Freund Walter Meischberger ins Visier genommen und seine Gespräche mit Grasser und dem ebenfalls Beschuldigten Makler Ernst Karl Plech abgehört. Grasser riet seinem Trauzeugen, der auf der Suche nach der Leistungsgrundlage für Porr-Honorare war, im Internet die Projekte des Baukonzerns zu recherchieren. Meischberger selbst sagt laut vom "Falter" abgedruckten Protokoll einmal zu Grasser, "Da bin ich jetzt supernackt", weil er offenbar nicht wusste, was er bei der Justiz als seine Leistung für eine Provision angeben sollte.

Selbstanzeige
Die Überraschungen gingen 2011 weiter: Der frühere Finanzminister transferierte Millionen in Stiftungen ("Silverland", "Waterland") in Liechtenstein, enthüllte der "Falter". Über Liechtenstein-Stiftungen habe er auch die Sanierung seiner Wörthersee-Villa finanziert. Ende Jänner wurde bekannt, dass sich Grasser selber bei der Finanz wegen nicht bezahlter Steuern aus mehreren Wertpapierkonten angezeigt hatte. Die Selbstanzeige hatte Grasser bereits Anfang Oktober 2010 eingebracht - in der Öffentlichkeit aber kein Wort darüber verloren, sondern fortwährend seine Unschuld beteuert. Der ehemalige Finanzminister musste an die Finanz 18.811,68 Euro - laut Grasser "vergessene" Steuern - nachzahlen.

Grasser sieht sich als Opfer "schwarzer Schafe"
Die Veröffentlichung von immer mehr Details aus seinem Akt empörte Grasser so sehr, dass sein Anwalt nunmehr eine Anzeige wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch einbrachte. Die Weitergabe von Akten an die Medien verletze die rechtsstaatlichen Prinzipien, wettert Grasser und sieht die Schuld bei "schwarzen Schafen" in den Behörden. Die Anzeige richtet sich gegen Unbekannt. Grasser solle vom "hohen Ross" heruntersteigen, versuchte Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) den Beschuldigten zur Ordnung zu rufen.

Vorwürfe reißen nicht ab

Neue Vorwürfe im Zusammenhang mit einer Fußballförderung 2004 erheben die Grünen: Grasser soll von der mutmaßlich nicht widmungsgemäßen Verwendung der für den Nachwuchs vorgesehenen Million Euro, die stattdessen zur Tilgung einer Finanzschuld der Bundesliga verwendet worden sein soll, gewusst haben, so der Grüne Peter Pilz. Grassers Anwalt wies die Vorwürfe zurück. Die Förderung sei gar nicht in Grassers Zuständigkeit gefallen.


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11 Postings
lenin021 meint am 15.02.2011 10:47:29 ANTWORTEN >
Ein paar Gedanken zum Hrn. Esgiltdieunschuldsvermutung!

Geh lasst's den Hrn. Esgiltdieunschuldsvermutung....
Er sieht schlecht aus.....
Gebt im was zu Essen....er sieht hungrig aus......
Vielleicht setzt ihm diese Hetze wirklich zu.....
Es ist halt schon blöd wenn man mit Hunden heult die plötzlich nichts mehr von einem wissen wollen......

...die Geister die er rief wird er so schnell nicht los.
...Gottes Mühlen mahlen langsam.
...Wenn man die Ehre verkauft ist man schnell ein Haderlump

Gruß
weinberl meint am 15.02.2011 10:10:32 ANTWORTEN >
Zum VERGLEICH Androsch - KH GRasser sei zur Information angemerkt:
Das rote Triumvirat Kreisky-Androsch-Benya war innen- und wirtschaftspolitisch unschlagbar.

Dann kam es auf einmal zwischen Kreisky und seinem Vize in Regierung und Partei zu unterschiedlichen Standpunkten, vor allem in der Hartwährungs-, aber auch in der Verstaatlichten-, Energie-, Budget- und Sozialpolitik.
Seit 1977 gab es eine von Kreisky forcierte Diskussion über die Unvereinbarkeit von Androschs Funktion als Finanzminister mit dessen Beteiligung an der Steuerberatungskanzlei "Consultatio".

Mit Androsch, der die Creditanstalt viele Jahre erfolgreich führte, verlor die SPÖ jedenfalls den lange Zeit logischen Kreisky-Nachfolger und ihren wichtigsten Repräsentanten von Wirtschaftskompetenz.
Die viel zitierte Ära Kreisky war nämlich auch eine Ära Androsch. Beide Politiker sprachen wichtige Bevölkerungssegmente außerhalb der SPÖ an. Kreisky liberale Bürgerliche, Intellektuelle und Künstler; Androsch Unternehmer und soziale Aufsteiger.

Allgemein wird ein großer Reformstau im Lande diagnostiziert. Androsch ist mittlerweile erfolgreicher Industrieller, der sich regelmäßig zu aktuellen politischen Fragen äußert, wenngleich nicht immer auf SPÖ-Parteilinie.

Androsch IST EIN POLITIKER geblieben, dem das VOLK nach wie vor ein Anliegen ist --> GEGESATZ: KH GRASSER IST EIN BLENDER, dem das eigene Wohl und das seiner "Freunderl" mehr am Herzen liegt UND dessen Kartenhaus jetzt zusammenbricht !
Hermomars meint am 15.02.2011 06:56:24 ANTWORTEN >
Wusste immer, dass es sich um einen Blender und Betrüger handelt. Wer solche wählt, dürfte nicht ganz dicht sein. Bei der FPÖ kommt nichts Besseres nach.
knappotto meint am 14.02.2011 18:14:44 ANTWORTEN >
Mein lieber JoBerger, Androsch musste weg wegen Korruption wo er nicht mitspielen wollte.Und was war mit Cap am Anfang ,ehr wollte sich aufregen aber dann bekam ehr ein Amterl zugeschanzt und ehr wahr schon ruhig
karli meint am 14.02.2011 17:15:31 ANTWORTEN >
Wenn der Androsch einen mißen Charakter hat dann hat KHG einen Scheiß-Charakter .
karli meint am 14.02.2011 17:11:55 ANTWORTEN >
Was nützt eine neuerliche Envernamme? Nichts der hat doch schon alle Beweise ENTSORGT !!!!!!!!!!!!!!!!
karpfen meint am 14.02.2011 16:58:47 ANTWORTEN >
Die Politgauner und Steuerplünderer Schüssel und Grasser sollen
in den Häfen wandern. Die Urne vom Haider könnens gleich mitnehmen.
JoBerger meint am 14.02.2011 16:40:34 ANTWORTEN >
Schlimm genug, dass dieser furchtbare Androsch damit durchgekommen ist. Man kann nur hoffen, dass jetzt Grasser & Konsorten das Handwerk gelegt wird.
napoleon meint am 14.02.2011 16:26:57 ANTWORTEN >
@ megainter
Wie ist es zur Abwahl (Hinausschmiß durch Kreisky) von Androsch aus der Regierung gekommen?
Oder wie ist Androsch, Kreisky abhanden gekommen?
megainter meint am 14.02.2011 15:58:35 ANTWORTEN >
kreisky hatte nie gesagt, dass Androsch einen miesen Charakter hat. Auf solch niedrige Stufen hat sich Kreisky nie herabbegeben. Androsch hat auch nie hundertemillionen Schilling/Euro an sich und seine Freunde verludert- unsere Steuergelder. Androsch hat nur durch seine Steuerberatungskanzlei den Bürgern Wege gezeigt, wie man sich (legal!!!!!!!!!!) Steuern sparen kann. Und da finde ich nix Schlechtes dabei. Der KHG ist der größte Gauner den es jemals in der 2. Republik gab - ÖVP und FPÖ gemeinsam- und der unterste Charakter, den man sich nur vorstellen kann. Und solange die ÖVP in der Regierung ist, wird da nieeeee was herauskommen.
napoleon meint am 14.02.2011 15:11:55 ANTWORTEN >
Hannes Androsch hat als Fínanzminister noch was besseres können als Grasser, Androsch hat sich den Ausdruck von kreisky gefallen lassen müssen, er Androsch hat einen ganz mißen Charakter.
Was hat Androsch gemacht, ist er desswegen im Knast gewesen, wo er hin gehört hätte.
Der Skandal ist bis heute nicht abgeschloßen worden.
Vrannizky ist mit einer Bank Pleite gegangen und konnte Finanzminister und Bundeskanzler werden, solange bis er selbst gesehen hat, die politik ist was anderes und ist ausgeschieden als bundeskanzler.
Seiten: 1
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