Kärnten legt sich bei Mindestsicherung quer

Keine Unterschrift

Kärnten legt sich bei Mindestsicherung quer

Das Bundesland, dessen Unterschrift unter eine entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern noch als einzige ausständig ist, will weiter verhandeln. Es gebe nämlich noch "viele offene Fragen", ließ Stefan Petzner, Sprecher von Landeshauptmann Jörg Haider (B) und BZÖ-Vizechef, am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal" wissen. Sozialminister Erwin Buchinger (S), der die Mindestsicherung eigentlich kommenden Dienstag gern im Sommer-Ministerrat gesehen hätte, war überrascht.

"Verfassungsrechtliche Bedenken"
Acht Länder haben ihre Zustimmung zur Mindestsicherung, die Mitte 2009 an die Stelle der Sozialhilfe treten soll, gegeben. Noch Ende Juli hatte sich Buchinger zuversichtlich gezeigt, dass auch Kärnten die entsprechende 15a-Vereinbarung unterschreiben würde. Aber dort hegt man "verfassungsrechtliche Bedenken", so Petzner, sowie Ängste, dass die Mindestsicherung zum Missbrauch des Sozialsystems durch "Ausländer" und Arbeitsunwillige verleiten. Zudem sei die Finanzierung nicht geklärt.

Buchinger überrascht
"Mir ist diese Position von Kärnten neu", wunderte sich Buchinger im "Journal" über die Wortmeldung aus Klagenfurt. Die Kärntner Ängste kann er nicht nachvollziehen, die Mindestsicherung bekomme nur, wer arbeitswillig sei. "Wer so argumentiert, weiß nicht, wovon er spricht, oder er sagt absichtlich die Unwahrheit." Offene Fragen sieht der Sozialminister auch keine: "Ich habe mit Landeshauptmann Haider gesprochen, und die finanziellen Auswirkungen sind ja im gültigen Finanzausgleich paktiert, der trägt auch die Unterschrift von Landeshauptmann Haider."

Mehrkosten als Streitpunkt
Für die Mindestsicherung wird mit rund 400.000 Anspruchsberechtigten gerechnet, sie soll 14 Mal im Jahr in Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes für Alleinstehende ausbezahlt werden. Die Weigerung Kärntens könnte indes nicht der einzige Stolperstein sein. Laut ORF-Radio steht auch noch eine Einigung darüber aus, wer die Mehrkosten für das AMS übernimmt. Das soll nach den Regierungsplänen für Antragstellung, Vorprüfung und Weiterübermittlung zuständig sein und beziffert den dadurch entstehenden Aufwand mit knapp 100 Mio. Euro. Buchinger und sein ÖVP-Gegenüber, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, müssen aber vor dem Ministerrat ohnehin noch zusammenkommen - sie verhandeln auch über das Pflegepaket.

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