15. Jänner 2010 21:21
Der Landesparteitag der FPK am Samstag in Klagenfurt hat klare Fronten
geschaffen: Uwe Scheuch wurde mit 90,15 Prozent der Delegiertenstimmen als
Obmann bestätigt. Die anschließende Abstimmung über den Leitantrag, mit dem
die Abkehr vom BZÖ und die Zusammenarbeit mit der FPÖ von Heinz-Christian
Strache vollzogen wird, war nur noch Formsache. Das Ergebnis ist eine herbe
Schlappe für BZÖ-Bundesparteiobmann Josef Bucher. Sein Kommentar: "Das
muss man zur Kenntnis nehmen."
Mehr als 600 Delegierte und Gäste waren ins Konzerthaus gekommen, vor dem
ein Grüppchen von linken Demonstranten gegen Rassismus protestierte. In den
Saal durfte nicht jeder hinein, wobei vor allem orangen Sympathisanten der
Zutritt verwehrt wurde. Aber auch Journalisten ohne Akkreditierung hatten
Schwierigkeiten, an den Security-Leuten vorbeizukommen.
"Fluch der Karibik" als Einzugsmusik
Der Einzug von
Uwe Scheuch und den übrigen FPK-Granden wurde von Kärntner Fahnen und der
Titelmusik des Films "Fluch der Karibik" begleitet. Bucher kam mit
Generalsekretär Stefan Petzner und Abg. Stefan Markowitz etwas später, als
Scheuch gerade die Gäste begrüßte. Markowitz wurde übrigens gleich wieder
aus dem Saal komplimentiert.
Scheuch redete lange und emotional, die "gemeinsame Zukunft" mit
der FPÖ müsse das Ziel sein, Parteikürzel oder -farbe seien egal. "Es
geht um eine Sache, um eine Vision für das Land." Das BZÖ sei in
Österreich notorisch erfolglos, daher sei die Hinwendung zur FPÖ die
richtige Entscheidung. Auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler hieb in dieselbe
Kerbe, nun werde man in Wien wieder mitentscheiden können, wer regiere. Von
beiden gab es Schelte für die Medien, Scheuch meinte in Bezug auf die
Korruptionsvorwürfe gegen ihn, dies sei "die Keule, die Uwe
Scheuch erschlagen soll".
Bucher erntet Pfiffe
Für das BZÖ gingen Bucher, Petzner und Abg.
Sigisbert Dolinschek ans Rednerpult. Bucher wehrte sich dagegen, nun zum
Verräter gestempelt zu werden und warb für die Zukunft des BZÖ. Er erntete
Pfiffe und Buhrufe im Saal, im Foyer war die Stimmung umgekehrt. Petzner
beschwor in einem sehr emotionalen Auftritt alte Freundschaft und
Gemeinsamkeiten, erinnerte an vergangene Erfolge. Er warf Scheuch vor,
Bucher und ihn "monatelang belogen" und ihn schließlich "vor
die Tür gesetzt" zu haben.
"Nicht mehr meine Partei"
Fünf Stunden nach Beginn des
Parteitages waren die Fronten mit dem Wahlergebnis für Scheuch schließlich
geklärt, 311 der 345 Delegierten votierten für ihn. Während ein strahlender
Scheuch die Wahl "selbstverständlich" annahm, meinte Bucher,
dies sei nicht mehr seine Partei. Wie es mit den Orangen in Kärnten
weitergehen soll, will er am Montag bekanntgeben. Ebenfalls am Montag will
die Kärntner ÖVP in einer Vorstandssitzung über die Fortsetzung der
Koalition mit der FPK entscheiden.
Geheim abgestimmt wurde am Parteitag auch über die Stellvertreter Scheuchs.
Klagenfurt sechs Stellvertreter zur Seite gestellt worden. Dabei handelt es
sich um die bisherigen vier Vizes, Abg. Martin Strutz, die Landesräte
Christian Ragger und Harald Dobernig, und Landtagsabgeordnete Wilma Warmuth.
Neu dabei sind Landtagspräsident Josef Lobnig und Landeshauptmann Dörfler.
Dabei blieb einzig Strutz (83,9 Prozent) unter der 90-Prozent-Marke.
Abschließend wurde noch der Leitantrag über den Austritt aus dem BZÖ
einstimmig abgesegnet.
Nächste Seite: Der Live-Ticker zum Nachlesen
17.25 Uhr: Damit beendet oe24 die LIVE-Berichterstattung aus
Klagenfurt. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Abend.
17.20: Am Ausgang erhält jeder der Delegierten ein "Kärntner
Herz", Fahnenträger kommen auf die Bühne und die rund 400 Anwesenden
schmettern voller Inbrunst die Kärntner Landeshymne.
17.15 Uhr: Uwe Scheuch ergreift noch einmal das Wort und
entschuldigt sich für die turbulenten letzten Wochen und gibt ein
Versprechen: "Ich verspreche, dass ich in den nächsten Monaten alles
unternehmen werde, um euer Vertrauen zurückzugewinnen.
17.13 Uhr: Einstimmiger Beschluss. Die Kooperation mit der Strache-FPÖ ist fix. Kärnten färbt sich damit von orange zu blau!
17.09 Uhr: Als nächstes wird über den Zusammenschluss mit der
Strache-FPÖ abgestimmt.
17.06 Uhr: Auch die weiteren fünf Stellvertreter stehen jetzt fest.
Es handelt sich um Nationalrat Martin Strutz (83,9%), Landesrat Christian
Ragger (96,6%), die Landtagsabgeordnete Wilma Warmuth (91,2%), Landesrat
Harald Dobernig (96,9%) sowie Landtagspräsident Josef Lobnig (96,6%).
17.01 Uhr: Gerhard Dörfler wird mit einem noch besseren Ergebnis als
Scheuch zum Vize gewählt. Er erhält 96,6 Prozent der Stimmen,
17.00 Uhr: Heute wird noch über die restlichen Mitglieder des
Parteivorstands abgestimmt.
16.53 Uhr: Die Resignation ist Josef Bucher anzumerken. Kurz bevor
er da Konzerthaus verlassen hat, hörte man noch die Worte: "Das
ist nicht mehr meine Partei."
16.45 Uhr: Wie soeben bekannt wird, wird am Montag eine
Pressekonferenz zur Zukunft des BZÖ in Kärnten stattfinden.
16.39 Uhr: In diesen Augenblicken werden die Stimmzettel ausgezählt.
Im Hintergrund sieht man, wie Petzner und Dörfler miteinander tuscheln.
16.30 Uhr: Die Abstimmung über den Zusammenschluß mit der
Strache-FPÖ steht zwar noch aus, dürfte aber nur mehr Formsache sein.
16.24 Uhr: Die Verlierer verlassen das Schlachtfeld: Bucher verlässt
das Konzerthaus, aber nicht ohne sich bei den Journalisten zu verabschieden.
Er wirkt abgekämpft und enttäuscht.
16.22 Uhr: Jetzt muss noch der Stellvertreter von Uwe Scheuch
gewählt werden. Einer der Kandidaten, der Klagenfurter Bürgermeister
Scheider, hat nach Auskunft Scheuchs kein Interesse an dem Job.
16.15 Uhr: Uwe Scheuch hält seine Siegesrede. Er sei "stolz
auf dieses Ergebnis." Auch die Medien sollen sich "dieses Ergebnis
anschauen." Zudem kündigt er an, auf alle Funktionäre zuzugehen.
16.11 Uhr: In dem Trubel gehen Bucher, Dolinschek und Petzner völlig
unter. Sie sitzen wie versteinert auf ihren Plätzen.
(c) Reuters
16.07 Uhr: Damit Scheuch "wieder zunimmt" bekommt er auch
einen Nudelkorb überreicht.
16.05 Uhr: Kurt erklärt auch gleich die Symbolik des Geschenks: "Einer
muss vorausgehen am Gipfel und das ist Uwe." Außerdem überreicht er ihm
einen Kristall.
16.03 Uhr: Jetzt ist Geschenkezeit. Uwe Scheuch erhält einen 80
Jahre alten Pickel zum Bergsteigen. Überbringer des Geschenks ist sein
Burder Kurt.
16.01 Uhr: Gerhard Dörfler ist gerührt. Er bedankt sich auch bei
Scheuchs Frau Jutta: "Das ist auch dein Sieg." Tosender Beifall.
15.59 Uhr: Jutta Scheuch ist gleich zur Stelle um ihrem Mann zu
gratulieren.
(c) APA/ Eggenberger
15.57 Uhr: Für die Statistiker: Das sind 90,5 Prozent der anwesenden
Delegierten.
15.57 Uhr: Das Ergebnis ist da. 311 von 345 Delegierten haben für Uwe Scheuch gestimmt. Tosender Applaus und "Uwe"-Rufe schallen durch den Festsaal.
15.55 Uhr: Die Karten sind ausgezählt. Man blickt in strahlende
Gesichter.
15.50 Uhr: Die Biertheke im Foyer erfreut sich wieder größter
Beliebtheit.
15.46 Uhr: Das Rätsel um Claudia Haider ist gelöst. Die Witwe des
Parteigründers wurde schlicht und einfach nicht eingeladen.
15:41 Uhr: Die Wahl dauert immer noch an. Die Spannung ist spürbar.
15.34 Uhr: Zahlreiche Grüppchen bilden sich. Eines der Themen: Wo
ist eigentlich Claudia Haider? Bei den letzten beiden Parteitagen war sie
schließlich noch als Stammgast geladen.
15.29 Uhr: Die anwesenden Journalisten werden hinter eine Sperrlinie
zurückgedrängt. Man sei schließlich in einer Demokratie, erklärt Ragger. Wie
genau das zusammenhängt, ist nur ihm klar.
15.26 Uhr: Jetzt wird endgültig gewählt. Landesrat Ragger erklärt
das Wahlprozedere.
15.21 Uhr: Kurz vor der Abstimmung ergreift Gerhard Dörfler nochmal
das Wort. Stefan Petzner quotiert das mit einem Zwischenruf. Dörfler
antwortet unter großem Gelächter: "Stefan, wir sind hier
nicht im Solarium." Dann appelliert Dörfler nochmal eindringlich Uwe
Scheuch zu wählen.
(c) ÖSTERREICH/ Fuhrich
15.20 Uhr: Jetzt beginnt eine geheime Abstimmung über Parteiobmann
und Vize. Es gibt keinen Gegenkandidaten zu Scheuch.
15.18 Uhr: Scheuch kommt wieder auf sein Lieblingsthema: Jörg
Haider. "Ich verstehe ihn jetzt erst ganz. So wie man ihn nie
beeinflussen konnte, wird man auch mich nicht beeinflussen können."
15.15 Uhr: Auch die Vorwürfe von Stefan Petzner lässt Scheuch nicht
unkommentiert. Er habe ihm eine Stelle im Kärntner Landtag angeboten, aber
Petzner wollte lieber in Monaco (Anm.: Er arbeitet dort in einer
Werbeagentur) bleiben.
15.12 Uhr: Scheuch will einen qualitativen Unterschied bei den Reden
festgestellt haben. Zudem gibt er den anderen den Leitsatz "In der
Kürze liegt die Würze mit." Er selbst steht allerdings schon
zum dritten Mal am Rednerpult.
15.05 Uhr: Der Rede-Teil ist jetzt beendet. Uwe Scheuch tritt kurz
wieder ans Podium und erklärt, dass er nicht mit "Schmutzkübeln
antworten werde."
15.01 Uhr: Kindereien bestimmen das Geschehen im Hintergrund.
BZÖ-Boss Bucher berichtet, dass er vor seiner Rede ein Glas Mineralwasser
wollte. Uwe Scheuch habe es ihm verweigert.
14.55 Uhr: Auffallend viel Applaus für Dolinschek, obwohl er beim
BZÖ geblieben ist.
14.52 Uhr: Dolinschek kämpft gleich mit harten Bandagen: "Ich
bin der Haider-FPÖ beigetreten und dann dem BZÖ. Und an dich Sigi Kampl: Ich
bin kein Deserteur!" (Anm.: Kampl beschimpfte vor Jahren
Nazideserteure als Kameradenmörder.)
14.50 Uhr: Der nächste Redner ist Sigisbert Dolinschek, der
längstdienende Kärntner Nationalratsabgeordnete.
14:48 Uhr: Nach seiner Rede verlässt Petzner nicht nur das Podium,
sondern gleich den Saal. Im Foyer brandet Applaus auf, als er dort auf der
Bildfläche erscheint.
14.45 Uhr: Am Ende eine eindringliche Warnung Petzners: "Der
Wähler vergisst nie!" Eben weil es keinen Jörg Haider mehr gebe,
dürfe das BZÖ unter keinen Umständen gespalten werden.
14:41 Uhr: Petzner ist knallrot angelaufen, er wirkt als würde er
gleich in Tränen ausbrechen.
14.39 Uhr: Immer wieder übeschlägt sich die Stimme Petzners vor
Erregung.
14.33 Uhr: Die Stimmung wird immer feindlicher und extrem aggressiv.
Zahlreiche Funktionäre rufen "Raus" oder "Aufhören".
Einige wenige versuchen zu beruhigen. Petzner: "Wir wollen keine
Spaltung."
14.31 Uhr: "Schauts in die Zeitung und die Umfragen an",
ruft Petzner in den Saal. Gegen Buhrufe kämpft er mit einem "Ich
bleiben den Wählern treu"-Ruf an.
14.29 Uhr: Petzner erinnert die Delegierten daran, dass die Wähler
in Kärnten orange und damit das BZÖ gewählt haben. Nur drei Prozent der
Kärntner habe Strache gewählt.
14.27 Uhr: Petzner berichtet von einer Unterredung mit Scheuch: "Der
Scheuch hat mir gesagt, der Strache will dich nicht und uns ist es
eigentlich egal." Scheuch habe ihm den "Sessel vor die Tür
gestellt."
(c) APA/ Eggenberger
14.23 Uhr: Martin Strutz bringt Petzner ein Glas Wasser.
14.21 Uhr: Der Haider-Intimus spricht einzelne Funktionäre
persönlich an: "Harald (Anm.: Dobernig), schau mir in die
Augen. Wie lange sind wir immer zusammen gesessen und haben für Kärnten
gekämpft?"
14.19 Uhr: Petzner setzt langsam zum Frontalangriff an: "Uwe
Scheuch hat uns monatelang angelogen!"
14.18 Uhr: Petzner wirkt sehr emotional. Er kritisiert die
Vorgehensweise von Scheuch und dessen Gefolgsmännern.
14:17 Uhr: Petzner nimmt Scheuch sofort aufs Korn: "Dieselben
für die ich alles gegeben habe, verweigern mir heute den Handschlag. Ich
werde allen weiter die Hand geben." Aus dem Foyer hört man Applaus, im
Saal macht sich leichte Unruhe breit.
14.15 Uhr: Petzner will Scheuch die Hand geben, doch der ignoriert
ihn. Haiders Lebensmensch appelliert um Fairness und bittet, untergriffige
Zwischenrufe zu unterlassen.
14.14 Uhr: Die Rede von Bucher war extrem kurz. Jetzt betritt Stefan
Petzner das Rednerpult.
14.13 Uhr: Auch Bucher packt die "Keule Haider" aus: "Ihr
habt den Jörg Haider immer vergöttert." Im Saal herrscht
jetzt betretenes Schweigen.
(c) Reuters
14.10 Uhr: Im Foyer des Konzerthauses plaudern viele Delegierte bei
einem Bier. Die Rede von Bucher geht spurlos an ihnen vorbei, denn sie wird
- im Gegensatz zu den Reden von Dörfler und Scheuch - nicht übertragen.
14.08 Uhr: Eine kleine Gruppe steht hinter Bucher. Etwa 20 Leute
spenden immer wieder Applaus. Gerhard Dörfler scheint an der Rede von Josef
Bucher nicht interessiert zu sein. Er verlässt den Saal.
14.07 Uhr: Einige FPK-Mitarbeiter haben jetzt doch sowas wie
Mitleid. Sie sorgen dafür, dass wenigstens der ORF die Bucher-Rede
übertragen kann.
14.05 Uhr: Und wieder wischt das FPK dem BZÖ eins aus: Man dreht den
Ton fürs Radio und fürs Fernsehen ab, damit die Rede Buchers nicht
übertragen werden kann.
14.04 Uhr: Die Stimmung ist plötzlich extrem feindselig.
14.03 Uhr: Der BZÖ-Obmann wird von den Delegierten ausgebuht. Weil
er zudem noch heiser ist, kann er sich kaum Gehör verschaffen.
14.02 Uhr: Er wolle sich um eine Deeskalierung bemühen, kündigt
Bucher an.
14.00 Uhr: Der erste Redner ist, wie zu erwarten war, BZÖ-Obmann
Josef Bucher.
13.58 Uhr: Nach Uwe Scheuch stehen jetzt freie Reden auf dem
Programm. Als fix gilt, dass Josef Bucher und Stefan Petzner das Wort
ergreifen werden. Redezeitbeschränkung gibt es keine.
13.50 Uhr: Unter Standing Ovations beendet Uwe Scheuch seine Rede.
Nur ein Tisch schaut sauer drein.
13.44 Uhr: Auffallend bei der Rede von Uwe Scheuch: Wie Jörg Haider
spricht er in den dritten Person von sich.
13.38 Uhr: Während der Rede von Scheuch haben immer mehr Delegierte
offenbar Hunger. Immer mehr Funktionäre verlassen den Saal und gehen Würstel
essen und Bier trinken. Scheuch auf der Bühne: "Es wird niemandem
gelingen, Uwe Scheuch zu zerbrechen."
13.36 Uhr: Auch die "Gutmenschen" bekommen ihr Fett weg: "Sie
würden uns lieben, wenn wir die Saualm zusperren würden und sie würden uns
lieben, wenn wir das Erbe Haiders verraten würden." Wieder einmal
großer Beifall.
13.30 Uhr: Nach Gerhard Dörfler attackiert auch Uwe Scheuch die "Schreiberlinge"
der Medien, die eine Hetze gegen ihn und alle Kärtner betrieben hätten.
13.28 Uhr: Lustiges Detail am Rande: In der Kärntner Parteizentrale
ist man sich offenbar noch nicht sicher, wie die Partei künftig heißt.
Sämtliche orangen Logos und Schriftzüge wurden entfernt, ruft man
allerdings an, meldet sich eine Tonbandstimme mit den Worten: "BZÖ
Kärnten, guten Tag."
13.23 Uhr: Ein Blick in den Festsaal des Klagenfurter Konzerthauses
während des FPK/BZÖ-Parteitags:
(c) ÖSTERREICH/ Fuhrich
13.19 Uhr: Stefan Petzner versucht die Basis umzustimmen: "Der
Jörg wäre sehr enttäuscht von dir", sagt er zu mehreren
Funktionären. Diese antworten meist mit einem Schulterzucken und erwidern: "Ja
aber was wäre die Alternative?!"
13.16 Uhr: Dörfler braucht nach seiner Rede wohl etwas Entspannung.
Er raucht im Foyer des Konzerthauses eine Zigarette. Ein Mitglied der
Security schickt ihn vor die Tür.
13.10 Uhr: Immerhin gesteht Scheuch auch Fehler ein. Aus heutiger
Sicht hätte er "Seppi Bucher" früher informieren müssen.
13.09 Uhr: Scheuch steht zu seiner Verbrüderung mit der FPÖ: "Wenn
ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich den Schritt wieder tun."
Bucher lauscht mit versteinertem Gesicht.
13.08 Uhr: Scheuch bringt seine Familie in Stellung: "Meine
90-jährige Oma versteht nicht mehr was los ist."
13.06 Uhr: Besonders die Delegierten aus dem Gurktal sind von Uwe
Scheuch begeistert. Unzählige "Bravo"-Rufe kommen aus dieser
Richtung.
13.00 Uhr: Scheuch würdigt einen "überwältigenden,
genialen Haider", der 2008 gewonnen hat. Einer der "genialsten
Politiker ist von uns gegangen". Durch seinen Tod ist leider auch das
BZÖ vor einigen Schwierigkeiten gestanden."
12.59 Uhr: Auch er zieht Parallelen zu seinem Vorbild: "Ich
wäre für Jörg Haider durch die Hölle gegangen. Er ist immer freiheitlicher
gewesen. Auch bei ihm gab es Zweifler. Er hat dann gewonnen." Lauter
Beifall.
12.56 Uhr: Der Klagenfurter FPK-Bürgermeister Scheider lauscht den
Worten Scheuchs offenbar mit einiger Skepsis.
12.55 Uhr: Wieder tritt das Thema Haider in den Vordergrund. Zudem
erinnert Scheuch an das Jahr 2000 und die "Kampagnisierung" gegen
die FPÖ.
12.54 Uhr: Während Scheuch im Saal seine Rede beginnt, erzählt
BZÖ-Mandatar Markowitz, wie er von der Security aus dem Saal befördert
wurde. Ihm wurde auch sein Gästeband runtergerissen.
12.52 Uhr: Jetzt betritt Uwe Scheuch das Rednerpult. Er wirkt extrem
nervös.
12.51 Uhr: Dörfler beendet jetzt seine an den Villacher Fasching
erinnernde Rede. Seine Strategie ist aufgegangen: Die anwesenden Delegierten
sind relaxt, die Stimmung ist gut.
12.49 Uhr: Auffallend: Die Delegierten an einem großen Tisch im Saal
haben bisher noch kein einziges Mal applaudiert. Sie scheinen keine
Dörfler-Fans zu sein.
12.48 Uhr: Auch zum neuen Flüchtlings-Erstaufnahmezentrum nimmt
Dörfler Stellung. Er sieht, wie nicht anders zu erwarten, keinen Bedarf.
12.45 Uhr: Jetzt ist Kurt Scheuch an der Reihe, von Dörfler gelobt
zu werden. Glaubt man dem Kärntner Landeshauptmann, ein Mann von großer
Bedeutung. Kurt Scheuch habe nach dem Tod haiders sofort gewusst, wie man
reagieren muss.
12.42 Uhr: Dörfler wird wieder ernster. Er verteidigt Stefan
Petzners emotionalen Ausbruch nach dem Tod seines Lebensmenschens Jörg
Haider. Offenbar will er weitere Angriffe auf den Solarium-Fan verhindern.
(c) Reuters
12.40 Uhr: Ein gewagter Vergleich: Dörfler vergleicht Uwe Scheuch
mit Jörg Haider. Er habe seit dem Tod Haiders als einziger eine erfolgreiche
Wahl für das BZÖ gebracht.
12.38 Uhr: Dörfler bringt die Stimmung zum überkochen: "Ich
kann meine Frau bis 22 Uhr immer anrufen und mir noch eine Jause und eine
Brenesselsuppe bestellen."
12.37 Uhr: Die Stimmung ist jetzt viel gelöster. Grund: Dörfler gibt
den Clown!
12.35 Uhr: Dörfler, der extrem locker wirkt, sieht große historische
Parallelen: "Heute sind wir ein bissal wie Innsbruck 1986".
12.33 Uhr: Jetzt packt Dörfler doch noch die Friedenspfeife aus: "Der
Seppi und der Stefan bleiben meine Freunde", erklärt er gönnerhaft.
12.31 Uhr: Stefan Petzner, der nur kurz im Foyer war, stürmt wieder
in den Saal. Leider (für ihn) zu spät...
12.30 Uhr: Der nächste Seitenhieb gegen die BZÖler: Dörfler
gratuliert Stefan Petzner zu seinem Geburtstag (Anmerkung.: am 17.1.)
und blickt sich suchend im Saal um: "Ah der ist gar nicht da. Schöner
Freund."
12.28 Uhr: Unterdessen wettert Dörfler weiter. Nach der Regierung
bekommen jetzt die Medien ihr Fett weg, die Gerüchte gegen Uwe Scheuch
gestreut hätten.
12.25 Uhr: Das Jörg Haider-Video stammt vom BZÖ-Parteitag 2008. Es
wurde ohne Genehmigung verwendet. Stefan Petzner überlgt nun, zu klagen.
12.20 Uhr: Dörfler greift die "Ostregierung" an und
verweist auf den Bruch zwischen Kärnten und den restlichen acht
Bundesländern. Er spricht den Delegierten offenbar aus der Seele, denn er
ernten Beifall und "Bravo"-Rufe.
12.15 Uhr: Vor der Tür des Konzerthauses stehen einige junge Männer
mit orangen Jacken. Das Zeichen ist deutlich: Das Erbe Haiders soll orange
bleiben.
12.10 Uhr: Die Stimmung unter den Delegierten ist sehr ruhig. Von
Euphorie keine Spur.
12.06 Uhr: Auch Dörfler kommt an seinem Vorgänger Jörg Haider nicht
vorbei: "Die Farben haben zwar gewechselt, aber die Inhalte sind die
gleichen geblieben. Er war und ist ein Freiheitlicher."
12.05 Uhr: Jetzt ergreift Gerhard Dörfler das Wort.
12.03 Uhr: Offizielle Zahlen werden bekannt: 347 Delegierte aus
allen Bezirken sind vertreten.
12.02 Uhr: Uwe Scheuch: "Eine bewegte Vergangenheit, eine
bewegte Gegenwart und wohl auch keine leichte Zukunft."
(c) Reuters
12.01 Uhr: Ein zweiter Film wird gezeigt. Hauptdarsteller sind
Dörfler und Scheuch. Die beiden sprechen über Haider und streichen immer
wieder seine Bedeutung heraus. Tosender Applaus am Ende des Films.
12.00 Uhr: An einer Gegendemo vor dem Konzertsaal beteiligen sich
etwa 20 Personen die der Sozialistischen LinksPartei. Ihnen ist egal, ob die
Partei orange bleibt oder blau wird, sie sind dagegen.
(c) ÖSTERREICH/ Fuhrich
11.57 Uhr: Er appelliert an die Verlieren des Parteitags die "Mehrheitsentscheidung
mitzutragen"
11.54 Uhr: Der Klagenfurter FPK-Bürgermeister Christian Scheider
ergreift das Wort. Er fordert eine "klare und transparente Entscheidung".
11.52 Uhr: Die Stimmung im Saal ist klar: Ohne Haider geht es nicht
mehr anders, wir müssen Scheuch zur FPÖ folgen.
11.50 Uhr: Es wird ein "Best of Jörg Haider" gezeigt.
Von seiner Machtergreifung 1986 bis zu seinem Tod 2008.
11.46 Uhr: Besonders froh, dass der Parteitag angefangen hat,
dürften die Kellnerinnen im Foyer sein: Die Biertheke wurde vor der
Veranstaltung bereits fleißig frequentiert.
11.43 Uhr: Dann wird es für einen Moment ruhig im Saal: Die
anwesenden Delegierten gedenken "Übervater" Jörg Haider der
2008 tödlich verunglückt ist.
11.41 Uhr: Ganz anders ergeht es Landeshauptmann Gerhard Dörfler.
Nicht nur Uwe Scheuch begrüßt den Haider-Nachfolger freundlich, auch die
Delegierten bedenken ihn mit tosendem Applaus.
11.40 Uhr: Auch auf den Namen Stefan Petzner wartet man vergeblich.
11.37 Uhr: Seitenhieb von Uwe Scheuch bei seiner Eröffnungsrede: Er
begrüßte in seiner Eröffnungsrede zahlreiche anwesende Personen - Der Name "Josef
Bucher" kommt ihm aber nicht über die Lippen.
11.36 Uhr: Die BZÖ-Spitze trägt ein Transparent: "Jörg
bitte hilf" vor sich her.
11.35 Uhr: Bucher und Petzner, die wenige Minuten nach dem
Anfangswirbel und Scheuch den Saal betraten, konnten nur tatenlos zusehen,
wie der BZÖ-Abgeordnete Stefan Markowitz hinauskomplimentiert und
Pressesprecher Heimo Lepuschitz gar nicht erst eingelassen wurden.
(c) ÖSTERREICH/ Fuhrich
11:33 Uhr: Wie jetzt bekannt wurde, wurden die Befürchtungen von
Bucher und Petzner wahr: Einigen BZÖ-Sympathisanten wurde der Zutritt zum
Saal verweigert.
11.30 Uhr: In den kommenden Minuten wird über das Vermächtnis von
Jörg Haider entschieden.
11.24 Uhr: "Uwe, Uwe" schallt es durch den Saal. Sieht
nach einem Heimspiel für Uwe Scheuch aus.
(c) APA/ Eggenberger
11.22 Uhr: Mit Standing Ovations wird auch Kurt Scheuch, Klubobmann
des FPK, begrüßt.
11.21 Uhr: Die Kärntner Landesregierung mit Uwe Scheuch und Gerhard
Dörfler an der Spitze zieht in den Festsaal ein.
11.20 Uhr: Mit zwanzigminütiger Verspätung beginnt der Parteitag
jetzt offiziell.
11.16 Uhr: Generell bekommt man den Eindruck, dass Unterstützer des
Bundes-BZÖ im Saal noch fehlen. Alles deutet auf einen klaren Sieg von Uwe
Scheuch hin.
11.14 Uhr: Zwei Personen sucht man bisher vergebens: Sowohl
Bundes-BZÖ-Boss Josef Bucher als auch Haider-Intimus Stefan Petzner glänzen
bisher mit ihrer Abwesenheit.
11.12 Uhr: Uwe Scheuch zieht noch einmal alle Register. Er begrüßt
nahezu jeden der Delegierten mit Handschlag.
11.10 Uhr: Einige bekannte Gesichter sind unter den rund 400
Deligierten zu erkennen: Ex-Vizekanzler Herbert Haupt und Alt-Bundesrat
Siegfried Kampl sind schon vor Ort.
11.08 Uhr: Zwei der Hauptfiguren sind bereits seit einer halben
Stunde da. Uwe Scheuch und Gerhard Dörfler betraten gegen 10.35 Uhr unter
tosendem Applaus den Festsaal.
11.03 Uhr: Seit 10.30 Uhr findet im Konzertsaal in Klagenfurt ein
Platzkonzert statt. Der offizielle Beginn wurde auf 11 Uhr festgesetzt,
verzögert sich aber noch wenige Aubenblicke.
11 Uhr: Herzlich willkommen bei der oe24-LIVE-Berichterstattung vom
mit Spannung erwarteten FPK/BZÖ-Parteitag aus Klagenfurt.