Kampagne gegen Einfluss von Religion auf Schule

Islam-Lehrer

© REUTERS/Christinne Muschi

Kampagne gegen Einfluss von Religion auf Schule

"Religionen haben schon viel zu lange, viel zu starken Einfluss auf die Bildung", so der Bundesvorsitzende der AKS, Klaus Baumgartner.

"Gerade die römisch-katholische Kirche probiert noch immer im Bildungswesen ihre absurden Wert- und Normvorstellungen zu propagieren", erklärt Baumgartner, warum der Auftakt der Kampagne vor dem Wiener Stephansdom stattgefunden hat. Aber auch die Studie über die Einstellungen von Islam-Lehrern zeige, dass "die Gefahr immer da ist", sagte Baumgartner. Das liege nicht am Islam, sondern sei "immanent in einem System, in dem staatlich finanziert Werbung für Religionen gemacht wird, ohne Kontrolle und ohne Möglichkeit, sich kritisch damit auseinanderzusetzen".

"Hände falten - Goschn halten"
Die SP-nahe Schülerorganisation fordert im Rahmen ihrer Kampagne die Abschaffung des verpflichtenden Religionsunterricht. Auch den Ethikunterricht lehnen sie ab, stattdessen soll man sich in einem Fach kritisch mit den verschiedensten religiösen Lehren auseinandersetzen können. Verpflichtende religiöse Veranstaltungen an Schulen sollten abgeschafft werden, in öffentlichen Einrichtungen dürften keine religiösen Symbole angebracht werden. Außerdem sollte das Konkordat aufgelöst werden.

Die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) ist dagegen von der Wichtigkeit des Religionsunterrichts überzeugt und setzt sich für dessen Beibehaltung ein. "Beim Religionsunterricht geht es nicht um Einimpfung kirchlicher Lehrsätze, sondern um Begleitung in der Auseinandersetzung mit Sinnfragen und Werten", so KJÖ-Vorsitzende Sibylla Gmeindl.

Religionspädagoge ortet Versäumnisse der Behörden
Der Wiener Religionspädagoge Martin Jäggle sieht beim islamischen Religionsunterricht Versäumnisse der staatlichen Bildungsbehörden. So sei Anas Shakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, lange Zeit der einzige Fachinspektor im Land gewesen. Weiters hätten es die Schulbehörden versäumt, problematische Lehrbücher zu beeinspruchen, meinte Jäggle zur "Kathpress". Kritik anlässlich der Ergebnisse einer Studie, wonach es bei Islam-Lehrern Demokratie-Defizite gebe, kam am Mittwoch einmal mehr von Parteienseite.

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