20. September 2013 23:30
Kampf um Platz 2
Kann die FPÖ jetzt die VP überholen?

Der Vorsprung der ÖVP auf die FPÖ beträgt nur noch drei Prozentpunkte.
Kann die FPÖ jetzt die VP überholen?
© oe24

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl frohlockt im ÖSTERREICH-Gespräch. Es werde „Überraschungen“ am Wahltag geben. Die FPÖ glaubt, dass sie den „Coup“ von 1999 wiederholen kann und die ÖVP bei der Nationalratswahl am 29. September überholen wird.

In der aktuellen Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH (400 Befragte) liegt der Abstand der ÖVP mit 23 Prozent auf die FPÖ mit 20 Prozent in der statistischen Schwankungsbreite. Das heißt: Es könnte in den letzten acht Tagen vor der Wahl tatsächlich noch zu einem dramatischen Rennen um Platz zwei kommen – trotz bisheriger Schwäche der FPÖ.


Grafik TZ ÖSTERREICH

ÖVP gibt sich optimistisch, Experten zweifeln
In der ÖVP gibt man sich gelassen. Alles sei „noch offen, allerdings was den ersten Platz“ angehe.

Ein Ziel, dessen Erreichung zumindest Politikexperte Thomas Hofer als „eher schwierig“ ansieht. Hinter den Kulissen sehen sich die Schwarzen „nur rund zwei Prozentpunkte hinter der SPÖ“.

VP-Chef muss jetzt in Kanzlerduellen punkten
Tatsächlich wird im Finale die Mobilisierung der eigenen Wähler entscheidend sein, sagt auch Hofer.

  • In den TV-Duellen gegen SP-Kanzler Werner Faymann müsse VP-Vizekanzler Michael Spindelegger am Sonntag auf ATV und am Dienstag im ORF punkten.
  • Der VP-Chef brauche zudem gute Ergebnisse in seinen Kernbundesländern Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg. Ein gutes Ergebnis in Oberösterreich würde den Abstand zur SPÖ verkleinern.

Ansonsten könnte die Wahl für die ÖVP tatsächlich düster ausgehen. Dann würde freilich auch die Mehrheit für die rot-schwarze Koalition wackeln …

Experte Hofer: "Wird schwer für die ÖVP"

Entschieden sei noch nichts, sagt Politikexperte Thomas Hofer. Allerdings sei Platz eins für die ÖVP nur schwer zu erreichen.

„VP-Spitzenkandidat Michael Spindelegger dürfen in den Kanzlerduellen im TV auf keinen Fall Schnitzer passieren“, sagt Hofer im ÖSTERREICH-Gespräch. Ansonsten könnte es für die ÖVP gefährlich werden. Derzeit liege die „ÖVP vor der FPÖ“, aber der Abstand sei „nicht sehr groß“. Und es gäbe noch „sehr viele Unentschlossene“. Ein spannendes Finale.

I. Daniel