29. Juli 2010 14:27
Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) fordert, dass
Drittstaatsangehörige, die an einer Hochschule in Österreich einen Abschluss
machen, hier künftig auch arbeiten können. Derzeit geht das nur, wenn diese
unter dem Titel "Schlüsselkraft" eine
Niederlassungsbewilligung bekommen. Das Problem dabei: Das dafür nötige
Mindestgehalt (2.460 Euro brutto pro Monat) ist "de facto eine
unüberwindbare Hürde" für Berufseinsteiger, so Karl. Sie
fordert daher die Schaffung einer Kategorie "Einsteiger-Schlüsselkraft"
mit niedrigerem Bruttolohn.
Uni-Abschluss
Für Karl ist es "nicht nachvollziehbar",
dass Österreich Studenten aus Drittstaaten deren Ausbildung finanziert,
diese aber nach dem Studium keine Möglichkeit für einen Einstieg in den
Arbeitsmarkt bekommen - "noch dazu, wo wir gut ausgebildete Fachkräfte
am Arbeitsmarkt brauchen". Laut aktuellen Studien hätten 42 Prozent der
Industrieunternehmen trotz Krise Probleme, genügend Fachkräfte im Bereich
Technik und Produktion zu finden, 54 Prozent klagen über Personalmangel im
Bereich Forschung und Entwicklung.
Schlüsselkraft
Die Ministerin will daher bei der
Ausarbeitung einer sogenannten Rot-Weiß-Rot Card für eine Erleichterung des
Arbeitsmarktzugangs dieser Gruppe eintreten. Alternativ zu einer neuen
Kategorie "Einsteiger-Schlüsselkraft" kann Karl sich
vorstellen, dass Drittstaatsangehörige mit österreichischem
Hochschulabschluss mit Absolventen aus der EU gleichgestellt werden. Karl
verweist darauf, dass die Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für
Studierende und Absolventen im Regierungsprogramm verankert ist, das selbe
Ziel finde sich auch im nationalen Aktionsplan für Integration.
Im Studienjahr 2008/09 haben in Österreich insgesamt 27.232 Personen ein
Universitätsstudium abgeschlossen. Knapp 1.300 der Absolventen kamen aus
einem Land außerhalb der EU, jeder fünfte von ihnen hat an der Technischen
Uni in Wien oder Graz studiert. Unter den Österreichern entscheidet sich nur
rund jeder achte für ein technisches Studium.