Katastrophenschutz: Heer unverzichtbar

Gemeindebund

© APA/GEORG HOCHMUTH

Katastrophenschutz: Heer unverzichtbar

Der Gemeindebund hat dem Feuerwehrverbandschef widersprochen, wonach die Feuerwehr den Katastrophenschutz zur Gänze übernehmen könnte. "Was will man den Gemeinden und den Feuerwehren denn noch alles aufbürden", fragte Gemeindebund-Chef Helmut Mödlhammer am Montag. Anlass für den Ärger Mödlhammers ist ein Vorstoß des Präsidenten des Bundesfeuerwehrverbandes, Josef Buchta, der sich vorstellen kann, dass die Feuerwehr den gesamten Katastrophenschutz übernimmt.

Buchta: "Könnten gesamten Katastrophenschutz übernehmen"
Denn, so Buchta , in 90 Prozent der Fälle, in denen hierzulande Katastrophen bekämpft werden, rücken derzeit die "voll einsetzbaren" 275.000 aktiven Mitglieder der insgesamt 337.000 Mann starken Feuerwehr aus, nicht das Bundesheer. Er könne sich vorstellen, dass die Feuerwehr den gesamten Katastrophenschutz übernimmt, so Buchta.

Mödlhammer: "Bundesheer unersetzbar"
Das sieht Mödlhammer offenbar anders. Die Feuerwehren seien verlässliche und unverzichtbare Partner im Katastrophenschutz. "Bei richtig großen Katastrophen geraten sie aber weit über die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Das Bundesheer ist in diesem Bereich unersetzbar", so der Gemeindebund-Chef.

Schwere Geräte fehlen
Mödlhammer warnte eindringlich davor, die Feuerwehren mit diesen Aufgaben zu überlasten. "Den Wehren fehlen hier einerseits die oft notwendigen schweren Geräte, andererseits kann auch ein freiwilliger Feuerwehrmann nicht wochenlang im Katastropheneinsatz sein, da spielt doch kein einziger Arbeitgeber mit", warnte Mödlhammer.

"Wenn ich etwa an Lawinen- oder Schneekatastrophen denke, die ohne schwere Geräte und Hubschrauber nicht zu bewältigen sind. Oder wenn ich an die Hochwasser-Katastrophen denke, bei der tausende Soldaten Zehntausende Stunden im Einsatz waren. Da weiß ich, dass dies von den Feuerwehren alleine einfach nicht bewältigbar wäre."

Ohne Heer 10 Prozent der Einsätze "nicht vorstellbar"
"90 Prozent der Katastropheneinsätze werden von den Feuerwehren ausgezeichnet bewältigt, die restlichen zehn Prozent sind aber ohne das Bundesheer einfach nicht vorstellbar. Ich bitte hier schon um Verständnis, dass man den Reformbedarf beim Bundesheer nicht schon wieder auf dem Rücken der Gemeinden, die ja Erhalter der Feuerwehren sind, austragen kann", so Mödlhammer.

Er verwies weiters auf eine Blitzumfrage des Gemeindebundes, wonach 91,4 Prozent der Ortschefs die Leistungen des Heeres im Katastrophenschutz als unverzichtbar bezeichnen. "Der Bund kann und darf sich weder organisatorisch, noch formell aus dem Katastrophenschutz zurückziehen. Das ist und bleibt Kompetenz des Bundes", forderte der Gemeindebund-Chef.

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