Katz und Maus-Spiel um die Sahara-Geiseln

Ultimatum abgelaufen

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Katz und Maus-Spiel um die Sahara-Geiseln

Im Drama um die beiden österreichischen Sahara-Geiseln ist das bisher dritte und laut Al Kaida „letzte“ Ultimatum der Entführer um Mitternacht abgelaufen. Die Kidnapper drohen mit dem Tod der Geiseln. Im Vorfeld wurden von Wien aus und in der malischen Hauptstadt Bamako alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Leben der beiden Salzburger Wolfgang Ebner (51) und Andrea Kloiber (43) zu retten.

Katz und Maus-Spiel
Wo sich die Geiseln derzeit befinden, ist nicht bestätigt. Die Al-Kaida-Entführer sollen ständig zwischen Algerien und Mali ihren Aufenthaltsort wechseln. Ebner und Kloiber befinden sich seit mittlerweile 45 Tagen in den Fängen der Terroristen. Die kolportierten Forderungen der Entführer: Freilassung ihrer Kämpfer aus afrikanischen Gefängnissen und Lösegeld in Millionenhöhe.

Ständiger Ortswechsel
Die Entführer hüten sich davor, entdeckt zu werden. Die Verschleppten werden deshalb nicht an einem festen Ort festgehalten. Die Lager werden vielmehr ständig gewechselt, bevorzugt in der Nacht, in dem Bemühen, der Ortung durch Geheimdienst-Satelliten zu entgehen. Zu weit in algerisches Gebiet dürften sie sich auch nicht vorwagen, denn das hochgerüstete Militär Algeriens drückt kein Auge zu und schießt sofort.

Pendeln an der Grenze
Die Geiseln halten sich nach wie vor im Grenzgebiet von Mali und Algerien auf – unter äußerst schwierigen Bedingungen: bis zu 40 Grad tagsüber, in der Nacht kühlt es in der Wüste empfindlich ab, Angst, Durst und wenig Schlaf. Die Gruppe pendelt ständig zwischen dem Nordwesten Malis, wo das Einflussgebiet des algerischen Islamisten und Schmugglers Mokhtar Ben Mokhtar liegt, und im Nordosten, wo das Aktionsgebiet der algerischen Islamisten ist.

Medien in der Region berichten, dass die algerische Armee die Terroristen unmittelbar nach der Entführung in Süd-Tunesien über die Grenze nach Mali getrieben hätte. Die Algerier wollten den Entführungsfall offenbar nicht auf ihrem Staatsgebiet haben.

Sohn sorgt sich nicht
Wolfgang Ebners Sohn, Bernhard, zeigte sich vor Ablauf des dritten Ultimatums zuversichtlich: „Ich mache mir keine Sorgen, dass groß etwas passiert.“ Österreichische Geiseln, die 2003 in Algerien entführt wurden, hätten auf den Fotos Kidnapper von damals wiedererkannt. Die Terroristen haben die damaligen Geiseln gut behandelt, begründete er seinen Optimismus.

Die Entführer haben mehrmals vor einer Militäraktion zur Befreiung der beiden Salzburger Touristen gewarnt. 2003 startete die Armee eine gewaltsame Befreiungsaktion der Geiseln aus Deutschland und Österreich.

Das Halleiner Touristenpaar war am 22. Februar von einer aus Algerien stammenden islamistischen Gruppe namens „Al Kaida im Islamischen Maghreb“ (AQMI) in Tunesien entführt worden.

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