Kein Vertrauen in Neugebauer

Umfrage

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Kein Vertrauen in Neugebauer

Das Vertrauen der Österreicher in die Sozialpartner ist weiter groß. Das hat der aktuelle APA/OGM-Vertrauensindex ergeben, bei dem mit einer Ausnahme sämtliche Vertreter von Kammern und Gewerkschaften auf positive oder zumindest neutrale Werte kommen. Einzig Beamtenchef Fritz Neugebauer (V) ist nicht allzu wohl gelitten, was sich durch einen beachtlichen Minuswert von 35 ausdrückt. Zum Vergleich: Beim letzten Vertrauensindex für die Bundespolitiker war lediglich der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (F) mit einem noch schlechteren Ergebnis konfrontiert.

Vertrauensindex
Der Vertrauensindex basiert auf einer OGM-Umfrage unter 500 Österreichern, die einschätzen sollen, ob sie einem Politiker vertrauen oder eben nicht. Der Saldo aus diesen beiden Werten wird dann für die Reihung herangezogen.

Leitl und Tumpel
Nummer 1 bei den Sozialpartnern bleibt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, der plus 23 aufweist. Das ist ein minimaler Rückfall um einen Punkt gegenüber der letzten Untersuchung im Juli 2009. Der Abstand auf den ersten Verfolger - Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel - hat sich jedoch sogar noch vergrößert, da dieser drei Punkte einbüßte, mit einem Wert von 6 aber weiter im Plus bleibt. Gleiches gelingt ÖGB-Präsident Erich Foglar (plus 5), dem Chef der Industriellenvereinigung, Veit Sorger (plus 3) und dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Gewerkschafter Wolfgang Katzian (plus 1). Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski kommt auf den Saldo 0.

Neugebauer im Minus
Somit ist Neugebauer der einzige Sozialpartner im Minusbereich. Ganz unbekannt ist ihm sein Image ohnehin nicht, war er doch auch schon 2009 das Schlusslicht. Allerdings hat er im Vergleich zu dieser letzten Umfrage noch einmal zehn Punkte verloren. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer vermutet, dass der Rückgang einerseits durch Neugebauers Positionen bei der Schulreform und andererseits durch seine Ankündigung, das Budgetbegleitgesetz wegen der Verschärfungen bei der "Hacklerregelung" vor den Verfassungsgerichtshof bringen zu wollen, begründet ist.

Aufsteiger der Umfrage ist übrigens Sorger, der neun Punkte zulegen kann. Bachmayer führt dies darauf zurück, dass man 2009 noch stärker unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise stand, was für den Präsidenten der Industriellenvereinigung offenbar von Nachteil war, während die Arbeitnehmer-Vertreter Tumpel und Foglar damals profitierten.

Auffallend an den Ergebnissen ist, dass die Sozialpartner-Vertreter offenbar nicht besonders bekannt oder den Österreichern ziemlich egal sind. Einzig bei Leitl (67 Prozent), Neugebauer (63 Prozent) und Tumpel (52 Prozent) wollten oder konnten die Befragten mehrheitlich eine Einschätzung abgeben. Bei Wlodkowski waren es am anderen Ende der Skala bloß 28 Prozent, die sich über ihr Vertrauen dem Landwirtschaftskammer-Präsidenten gegenüber äußern wollten.

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