12. 10. 2009, 10:02

Geld und Respekt

Kindergärtnerinnen demonstrieren in Wien

© Reuters

Die Pädagoginnen wollen mehr Geld, mehr Personal und kleinere Gruppen. Sie starten ihre Protestaktion "SOS Kindergarten".

Die Kindergarten-Pädagoginnen in Österreich wollen mit einer Aktion "SOS Kindergarten" und einer Unterschriftenaktion auf sich aufmerksam machen. Sie fordern bessere Bezahlung, mehr Personal und kleinere Gruppen. Der Status quo schaut derzeit häufig so aus, dass schlecht bezahlte Pädagoginnen 25 Kinder und mehr betreuen müssen und dafür oft nicht einmal Vorbereitungszeiten zur Verfügung haben.

Immer mehr Kinder
Der weitgehend beitragsfreie Kindergarten in den Bundesländern Wien, Oberösterreich und Steiermark hat die Situation noch verschärft, weil die Nachfrage nach Plätzen gestiegen ist. Die Einführung der Kindergartenpflicht für Fünfjährige im nächsten Jahr wird ein Übriges dazu tun.

Mehr Geld - mehr Kollegen
Also folgert Raphaela Keller vom Österreichischen Dachverband der Kindergarten - und Hortpädagoginnen gegenüber Ö1: "Wenn wir höhere Bezahlung haben, dann kommen wieder mehr Pädagoginnen in unsere Einrichtungen, um dort zu arbeiten." Derzeit liegen die Brutto-Anfangsgehälter für Kindergartenpädagoginnen, österreichweit übrigens höchst unterschiedlich, zwischen rund 1.500 und 2.100 Euro.

Um wie viel höhere Gehälter sie verlangen, will Keller nicht exakt sagen. Es gehe nicht nur um die oft zitierte Anhebung auf das Niveau der Volksschullehrer, sondern auch um Rahmenbedingungen - wie Urlaubsansprüche oder Möglichkeiten, die Arbeit auch richtig vorzubereiten. "Vorbereitungs- und Reflexionszeiten, Team- oder Elterngespräche, Weiterbildung, Supervision, sind nicht geregelt. Das heißt, bei einer 40-Stunden-Anstellung kann eine Kollegin, das kommt darauf an, wo sie arbeitet, bis zu 40 Stunden Kinderdienst machen."

Startschuss am Samstag
Am Samstagnachmittag werden die Kindergärtnerinnen mit einer Demonstration in Wien den Protest-Startschuss geben. Eine bundesweite Unterschriftenaktion für bessere Ausbildungsqualität, nämlich eine einheitliche auf Hochschulniveau, für kleinere Gruppengrößen in den Kindergärten und höhere Bezahlung ist schon angelaufen. Im Sommer hat es in der Sache sogar einen ersten Flashmob gegeben.

Chefsache statt Kompetenzchaos
Ende November wollen die Aktivisten die Regierungsspitze konfrontieren. Wobei Raphaela Keller fragt, welches Ministerium überhaupt zuständig ist: "Für die Ausbildung ist es zwar das Unterrichtsministerium, aber sonst splittet sich das alles - es gibt Länderkompetenzen, ein bisserl im Sozialministerium. Also die Chefs, Bundeskanzler Faymann und Finanzminister Pröll, müssen die Kompetenz übernehmen."

Dass die Demonstration diese Woche am Samstag stattfindet und nicht wie die so mancher anderen Berufsgruppe an einem Werktag die Ringstraße lahmlegt, liegt daran, dass die Kindergärtnerinnen nur schlecht gewerkschaftlich organisiert bzw. vernetzt sind: Für einen regelrechten Streik würden sie gewerkschaftliche Rückendeckung benötigen.

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PlattformEduCare meint am 13.10.2009 08:50

...sind bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung für Kindergarten- und HortpädagogInnen sowie gleiche Voraussetzungen für alle TrägerInneneinrichtungen! Der offensichtliche Mangel an Kommunikation und Umsetzungswillen zwischen den Betroffenen – vier Ministerien,neun Länder, unterschiedlichste TrägerInnen-Einrichtungen und Interessensvertretungen – lässt die begrüßenswerten Ansätze an verschiedenen „Fronten“ scheitern.
Es müssen neue Wege der Information und Kommunikation gefunden werden!
Konkrete Vorschläge dazu --> http://www.plattform-educare.org/Presse-07.10.2009-Kindergartendemonstrationen.htm



biedermann meint am 13.10.2009 08:43

die lassens laufen und kümmern sich um wenig. im sommer sitzens aufm wiesnbankerl, im winter drinn im warmen.

Ichpaed36 meint am 17.10.2009 16:43

So kann nur einer reden, der keine ahnung hat. Ich bin mittlererweile 17 Jahre in diesem Job und weiß sehr genau was wir Pädagogen leisten müssen! Wir schieben keine ruhige Kugel !!! Es ist Schwerstarbeit auf 25 Kinder einzugehen und sie individuell zu fördern zumal es immer mehr Kinder mit extremen Auffälligkeiten gibt. Nach 17 Dienstjahren mit Matura und Diplomprüfung 1500 netto zu verdienen und auch noch Stunden von seiner Freizeit investieren zu müssen ist eine absolute Zumutung ! Kurse in der Freizeit und trotzdem nicht mehr Gehalt!

lappentoppen meint am 12.10.2009 12:34

als Anfänger muß man erst mal kriegen. 1.500 das kriegt mein Neffe mit einem abgeschl.Jurastudium im Moment bei seinem ersten Kanzleijob!

danielgahleitneraaa meint am 13.10.2009 08:37

als Anfänger muß man erst mal kriegen. 1.500 das kriegt mein Neffe mit einem abgeschl.Jurastudium im Moment bei seinem ersten Kanzleijob! ... Ja das Jurastudium möcht ich sehen! Das ist genau das richtige! Schwerverdienende Anwälte in den Himmel loben und KindergärtnerInnen die mit 1500€ BRUTTO !!! auskommen müssen schlechtreden! Pah! - Nur nochmal für dich das sind 1148 euro netto! Und das mit einer seher guten BHS ausbildung! Irgendetwas denke ich läuft hier verkehrt!

Kelte meint am 12.10.2009 11:41

Mehr Geld, mehr Personal und kleinere Grüppchen. Ergo, weniger arbeiten und mehr verdienen. Ja wer möchte das nicht?

a2m meint am 12.10.2009 12:57

trotzdem aber pervers, daß ein mitarbeiter der müllabfuhr, der lediglich müll von a nach b transportiert, ein job für den man absolut keine qualifikation benötigt, den jeder machen kann, mehr verdient als jemand der sich um kleine kinder kümmert. den müll wegzufahren wird durch höhere bezahlung besser honoriert, als die ausbildung der kinder zu starten. deswegen ist wohl auch das abschneiden unserer kids bei pisa, absolut fürn müll!

summer69 meint am 13.10.2009 08:38

Möglich, dass den Job bei der Müllabfuhr jeder machen kann, nur möchte das kaum jemand. Oder möchtest du dir im Winter bei -10Grad den Po abfrieren bzw. im Sommer bei 30 Grad die stinkenden Biotonnen ausleeren? Ich ehrlich gesagt nicht. Und gäbe es die Müllabfuhr nicht, würden wir schön dreinschauen. Dass eine Kindergärtnerin sehr viel mehr Verantwortung hat liegt ja auf der Hand.

jasmin23 meint am 13.10.2009 08:43

wir sind eine neid -gesellschaft, das sieht man an ihnen... die in schlechten zeiten immer auf die beamten losgehen. doch jeder hatte in guten zeiten die möglichkeit, zum Staat zu gehen...also was soll ihr artikel bez. dem Kindergartenpädagoginnen.