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Kosovaren werden nun abgeschoben

Burgenland

 

Kosovaren werden nun abgeschoben

Im Abschiebungs-Fall der kosovarischen Familie aus Wolfau (Bezirk Oberwart) steht die Ausreise aus Österreich nun unmittelbar bevor. Das bestätigte Rainer Klien von SOS Mitmensch Burgenland am Donnerstag. "Die Familie ist am Koffer packen und verlässt 'freiwillig' und privat das Land", so Klien. An welchem Tag die sechsköpfige Familie G. ihrer "wirklichen Heimat" den Rücken kehrt, konnte der Flüchtlingsberater noch nicht genau sagen: "Es wird innerhalb der nächsten sieben Tagen passieren."

Spenden
Um die Familie G. bei ihrer Ausreise und besonders bei einer möglichen Rückkehr unterstützen zu können, haben die Verantwortlichen vom Bündnis "Burgenland wehrt sich - Aktiv gegen Rechts" und SOS Mitmensch Burgenland nun die Plattform "Fest für Freunde" gegründet und diese am Donnerstag in Oberwart präsentiert. "Wir wollen mit dieser Plattform Spenden für drei Familien sammeln, die im Burgenland kurz vor der Abschiebung stehen. Aktuell geht es hier aber primär um die Familie G.", erklärte Dagmar Hanifl, Gründerin des Bündnisses.

"Es geht darum, dass wir eine Soforthilfe für die Familie G. bereitstellen können. Wir wollen Geld für die Zeit im Kosovo sammeln. Ein Schülervisum kostet viel Geld. Außerdem wollen wir gemeinsam mit Firmen versuchen, dem Vater mittels Job und Sicherungsbescheinigung eine legale Einreise nach Österreich zu ermöglichen", sagte Klien

Ein weiterer Schritt der Plattform sei außerdem, sich für eine Änderung des Bleiberecht-Gesetzes einzusetzen. "Wir veranstalten am 2. September eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema im OHO Oberwart", so der Flüchtlingsberater. Der Plattform haben sich mittlerweile rund 20 Organisationen angeschlossen, sagte Hanifl. Darunter seien unter anderem verschiedenste Kirchenorganisationen, das Friedensinstitut Schlaining sowie die Grünen Burgenland, die Sozialistische Jugend (SJ) Burgenland sowie die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) Burgenland.

Aufregung
Der Fall der Familie G. hatte in den vergangenen Wochen im Burgenland für Aufregung gesorgt. Mutter, Vater, deren zwei Töchter und zwei Söhne im Alter von fünf bis 16 Jahren leben seit 2004 im Burgenland. Sie sind laut Klien "super integriert". Zu den Nachbarn und den anderen Gemeindemitglieder bestehe ein gutes Verhältnis, auch in den örtlichen Vereinen sei man integriert, erzählte Klien. Seit Jänner ist der Familie bekannt, dass sie abgeschoben wird. Die Ausreise aus Österreich erfolge nun "freiwillig - auch wenn das im eigentlichen Sinn alles andere als freiwillig ist. Wolfau ist ihre Heimat, nicht der Kosovo", so Klien.

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