02. Jänner 2010 19:56
© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH
Seit wenigen Tagen stehen Kindergeld-Beziehern zwei neue Auszahlungsmodelle
zur Verfügung, insgesamt hat man die Qual der Wahl zwischen fünf Modellen.
Und das kostet, wie eine Anfrage des BZÖ ergab: Alleine 2008 verschlang die
Verwaltung knapp 15 Millionen Euro.
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Fünf Bezugs-Varianten, ein Gesetz
- Seit 2008: Drei Varianten 30 plus 6 Monate zu 436 Euro
Das
beliebteste Modell: Knapp 60 Prozent der Bezieher nehmen die
Variante 30 plus 6 (für den Partner) in Anspruch.
- 20 plus 4 Monate zu 624 Euro
Wird von rund einem
Viertel der Bezieher beantragt.
- 15 plus 3 Monate zu 800 Euro
„Ersetzte"
bislang die einkommensabhängige Variante.
- Seit Heuer: Fünf Varianten Einkommensabhängig 12 + 2 M
80
Prozent des letzten Nettoeinkommens bis max. 2.000 Euro.
- 12 plus 2 Monate zu 1.000 Euro
Die neue
Pauschalvariante.
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Damals wurde das bestehende Modell um zwei zusätzliche erweitert. Prompt
stiegen die Verwaltungskosten um knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für
heuer geht die Regierung in einer – zurückhaltenden – Schätzung von einer
weiteren Steigerung um 6 % aus:
- 762.000 Euro verschlingt allein die Verwaltung der zwei neuen Varianten.
- 150.000 Euro kostet die EDV-Ausrüstung des neuen
Kindergeld-Kompetenzzentrums.
Insgesamt werden heuer geschätzte 15,8 Mio. Euro in die Verwaltung fließen.
Für die grüne Familien-Sprecherin Daniela Musiol ein zusätzlicher
Kritikpunkt am Kindergeld: „Die hohen Verwaltungskosten sind nur weiteres
Indiz dafür, dass das Gesetz zu unübersichtlich ist“, so Musiol. Die
Abgeordnete spricht sich für ein vereinfachtes Modell mit einer Pauschal-
und einer einkommensabhängigen Variante aus, die Väter in die Pflicht nimmt:
„Langfristig sollte eine Väterbeteiligung von 50 Prozent Ziel sein.“
Marek: „Beratung kostet.“
„Das neue Kindergeld ist
mein Baby“, kontert VP-Familien-Staatssekretärin Christine Marek, „und mir
ist Wahlfreiheit allemal lieber als Einheitsbrei.“ Denn man müsse, so Marek,
den „völlig unterschiedlichen“ Ansprüchen der Familien entgegenkommen: „Hier
brauchen wir bestmögliche Beratung. Die kostet eben.“ Und mit den beiden
neuen Varianten wolle man mittelfristig 20 % der Väter ins Boot holen