Krach um Zäune an der Südgrenze

Brenner wird zum Hotspot

Krach um Zäune an der Südgrenze

„Wir brauchen offene Grenzen in der EU und eine EU-Quote für Flüchtlinge“, tönte Matteo Renzi am Freitag. Grenzzäune am Brenner – das sorgt für Ärger: Italiens Premier begrüßte seinen Parteifreund Werner Faymann in Rom trotzdem mit rotem Teppich und Militärmusikkapelle in seinem Palazzo. Der SP-Kanzler war zum Arbeitsmittagessen in Rom, um die neue EU-Beschäftigungsinitiative zu beraten.

Faymann an Renzi: »Ich muss die Grenzen sichern«

„Ich bin für eine EU-Quote für Flüchtlinge, aber ich muss die Grenzen absichern. Es ist Februar, und ich muss die technischen Vorrichtungen für Grenzkontrollen auch im Brenner-Raum jetzt bauen lassen“, so Faymann zu ÖSTERREICH. Er werde „das machen lassen, was unser Verteidigungsminister und die Innenministerin für notwendig erachten“, präzisiert Faymann. Er erklärte auch seinem „Freund Matteo“, dass es „leider nicht mehr anders“ gehe. Nachdem in Spielfeld Zäune errichtet wurden, würden Flüchtlinge und Schlepper „Ausweichrouten“ wählen. Eben auch am Brenner. Heikel: Werde doch so Nord- wieder von Südtirol getrennt.

Nur 84.000 Anträge. Allerdings werfen die Österreicher Italien vor, Flüchtlinge nach Österreich (oder in andere EU-Länder) weiterzuschicken. Tatsächlich gab es 2015 im 60-Millionen-Land Italien nur 84.000 Asylanträge (obwohl Hunderttausende über Lampedusa kamen). In Österreich (8 Mio. Einwohner) stellten 2015 90.000 Personen einen Asylantrag. Faymann: „Wir können nicht noch einmal 100.000 Menschen aufnehmen. Wir haben in der Frage der Grenzsicherung eine andere Meinung als Italien oder die deutsche Kanzlerin. Aber ich muss das machen, was das Beste für Österreich ist.“ Auch wenn das in Bella Roma nicht gut ankommt.Isabelle Daniel, Rom

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