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Krise: Mitterlehner warnt vor Euphorie

ÖSTERREICH-Interview

© TZ ÖSTERREICH/Singer

Krise: Mitterlehner warnt vor Euphorie

ÖSTERREICH: Gesundheitsminister Alois Stöger klagt, dass Finanzminister Pröll das Kassensparpapier nie ernsthaft gelesen hat. Hat man es Ihnen vorgelegt?
Reinhold Mitterlehner: Natürlich kenne ich das Papier. Es lässt aber zu wünschen übrig. Ein ausgeglichenes Kassenbudget bis 2013 wird mit 1,7 Mrd. € an Einsparungen nicht erreicht. Und dass der Staat die fehlende Mrd. zuschießt, wollen wir nicht.

ÖSTERREICH: Kommt für Sie eine zumindest Teilentschuldung infrage?
Mitterlehner: Letztlich bleibt wohl nichts anderes übrig. Es ist besser als gar nichts zu tun. Das Paket geht in die richtige Richtung. Aber es ist nicht präzise genug und nicht ausreichend.

ÖSTERREICH: Zur Einkommensschere: Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will Unternehmen zur Gehälter-Offenlegung zwingen und droht Sanktionen an.
Mitterlehner: Sicher ist: Sanktionen kommen nicht infrage. Ich sehe auch die Offenlegung einzeln zuordenbarer Gehälter kritisch, weil damit eine Neiddebatte erzeugt wird.

ÖSTERREICH: Wie würden Sie Frauen denn zu höheren Einkommen verhelfen?
Mitterlehner: Durch das Anreizsystem einer guten Vereinbarung zwischen Beruf und Familie. Wir brauchen hier auch gesellschaftliche Veränderung.

ÖSTERREICH: Unternehmen wird das kaum zu einer Reaktion zwingen …
Mitterlehner: Durch geänderte soziale Dimensionen wird auch der Druck auf Unternehmen größer.

ÖSTERREICH: Apropos Unternehmensdruck: Wann kommt der Aufschwung?
Mitterlehner: Im Moment ist eine leichte Erholung festzustellen. Ich hoffe aber, dass wir in kein zweites Loch fallen. Wir sind derzeit in einer gefährlichen Phase. Es ist noch zu früh, zu glauben, wir wären schon überm Berg. Deshalb brauchen wir Innovationen: neue Produkte, neue Märkte.

ÖSTERREICH: Gleichzeitig wachsen die Schulden. Wann kommen neue Steuern?
Mitterlehner: Ich strebe eine Budgetsanierung ohne Steuererhöhungen an; etwa durch Kostendämpfungen in der Verwaltung.

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