SPÖ steht nach Wahlergebnis unter Schock

Partei-Reaktionen

SPÖ steht nach Wahlergebnis unter Schock

SPÖ

Faymann: "traurig" über "eindeutiges Minus"
Der SPÖ-Vorsitzende Werner Faymann hat zum "eindeutigen Minus" seiner Partei gemeint, es gebe nichts zu beschönigen. "Wenn man Wahlen verliert, ist man immer traurig." Zugleich meint er, dass Landtagswahlen nicht mit Nationalratswahlen zu vergleichen seien. Die SPÖ sei in Vorarlberg in einer besonders schwierigen Situation - weil ohne Regierungsbeteiligung - gewesen. Außerdem habe die Attacke der FPÖ gegen den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems sowohl ÖVP als auch FPÖ genützt.

Kräuter: "Hat nichts mit Faymann zu tun"
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht trotz des Debakels keine Konsequenzen für die Bundespolitik. "Die Politik von Werner Faymann hat überhaupt nichts zu tun mit der Landtagswahl in Vorarlberg", so Kräuter. Das sei ein Spezialfall: "Im Ländle ticken die Uhren schon anders." Rückschlüsse auf die Bundespolitik seien nicht zulässig, umso mehr, als die SPÖ laut jüngsten Umfragen wieder auf Platz eins liege.

Lutz: "Wir stehen unter Schock!"
"Für uns ist das Ergebnis ein Schock. Wir stehen unter Schock!", erklärte SPÖ-Landesgeschäftsführer Franz Lutz als erste Reaktion auf den Absturz auf den vierten Platz. Die SPÖ hat tatsächlich ein historisches Debakel erlebt. Sie fuhr erstmals bei einer Landtagswahl einen vierten Rang ein. Nun gelte es, "morgen die richtigen Schlüsse zu ziehen", so Lutz.

Ritsch: Schließt Rücktritt nicht aus
SPÖ-Landeschef und Spitzenkandidat Michael Ritsch schließt einen Rücktritt nach der Wahlschlappe nicht aus. Das Resultat sei "das schlimmste Ergebnis der Sozialdemokratie in der Geschichte", so Ritsch. Am Montag werde die SPÖ die Niederlage in ihren Gremien beraten. Das rote Wahlfest am Sonntagabend wurde kurzerhand abgesagt. Auf seine nun geschwächte Ausgangsposition für die Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2010 angesprochen, betonte Ritsch, das sei heute seine geringste Sorge. Er gilt als der programmierte Bürgermeister-Kandidat der SPÖ in der Landeshauptstadt.

ÖVP

Pröll: "Meisterleistung" von Sausi
ÖVP-Parteichef Josef Pröll sieht einen "eindrucksvollen Wahlsieg" für die Volkspartei. Es gebe für eine Regierungspartei keine bessere Bestätigung als eine absolute Mehrheit, so der Vizekanzler, der Sausgruber im Bregenzer Landhaus gratulierte. Angesichts der aufgeheizten Stimmung im Wahlkampf habe der Landeshauptmann eine "Meisterleistung" vollbracht. "Wir sind gut unterwegs", befand Pröll.

Kaltenegger: "Uneingeschränkt freuen"
ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger freut sich "aus tiefstem Herzen" über das Wahlergebnis. "Das ist ein absoluter Erfolg für die ÖVP und für Sausgruber", so Kaltenegger. Die Wähler hätten seinen konsequenten Regierungskurs bestätigt. Die absolute Mehrheit zu verteidigen, da könne man sich "uneingeschränkt freuen".

Wetz: "Mobilisierung gelungen"
ÖVP-Landesgeschäftsführer Dietmar Wetz erklärte: "Am Schluss ist die Mobilisierung unserer Wähler optimal gelungen. Der Wahlkampf sei nur in der ersten Phase für die ÖVP nicht wunschgemäß verlaufen: "Ein typischer Sommerwahlkampf, und die Ausländerfrage hat eher die Anhänger der FPÖ mobilisiert."

Kopf: Keine Auswirkungen auf Bund
ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf glaubt - genau wie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter - nicht, dass das katastrophale Abschneiden der SPÖ Auswirkungen auf die Koalition im Bund haben wird. Er denke, dass der Grund für die schwachen Resultate der Sozialdemokraten im Lande selbst liege. Daher hoffe er nicht, dass die SPÖ im Bund ihren Kurs ändere. Nach einigen "Holperern" habe die Zusammenarbeit in der Regierung zuletzt ja wieder funktioniert.

FPÖ

Strache: "Hassprediger haben verloren"
FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache hat das Ergebnis "mit großer Freude und Genugtuung" zur Kenntnis genommen. Den Erfolg der Freiheitlichen führte er auf die "klare Positionierung als Heimatpartei" zurück. Das Ergebnis sei eine "klare Absage" gegen jene, die gegen die FPÖ kampagnisierten: "Die Ausgrenzer und Hassprediger haben verloren", so Strache.

Kickl: "Reines Frohlocken"
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl fühlt sich "ausgezeichnet": "Es ist ein reines Frohlocken, ein Tag der Gerechtigkeit und Freude." "Niederkampagnisieren" sei "eine erfolglose Strategie", so Kickl. "Jetzt ist die ÖVP am Zug und kann zeigen, dass man mit demokratischen Ergebnissen vernünftig umgehen kann", so der Generalsekretär. "Deutlicher" könne ein Wahlergebnis jedenfalls nicht ausgehen, zeigte er sich überzeugt.

Egger: "Uneingeschränkt zufrieden"
Landesparteichef Dieter Egger zeigte sich vor jubelnden Anhängern "uneingeschränkt zufrieden". Geradlinige Politik werde belohnt, so Egger. "Die Volkspartei wird nicht über den Wählerwillen hinwegkommen", erklärte er. Sausgruber werde es sich nicht leisten können, den Wählerwillen zu ignorieren, so Egger.

Grüne

Glawischnig: "Sehr zufrieden"
Die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig zeigte sich "sehr zufrieden", man habe "in Prozent und Stimmen" dazugewonnen. "Das ist so etwas wie eine Trendwende, weil wir haben seit 2005 in den Ländern massive Probleme gehabt." "Ein positiver Tag für die Grünen", resümierte Glawischnig. Nun gebe es möglicherweise auch Gespräche über eine Regierungsbeteiligung. "Der Grüne Abwärtstrend in den Ländern ist gestoppt."

Rauch: "ÖVP-FPÖ polarisierten"
Spitzenkandidat Johannes Rauch verwies auf die polarisierte Situation durch den Streit ÖVP-FPÖ. Er meint, dass man unter diesen Umständen von einem Erfolg sprechen kann. Ob die Grünen trotz absoluter Mehrheit der ÖVP zu Verhandlungen über eine Regierungsbeteiligung bereit wären, ließ Rauch offen: "Das muss die ÖVP entscheiden."

Sburny: "Gutes Ergebnis"
Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny schließt sich Rauch an. Sie sieht in dem unter diesen Rahmenbedingungen "guten Ergebnis" auch ein positives Signal für die Oberösterreich-Wahl kommenden Sonntag. Zusätzlich sei es für die Bundespartei ein erster Schritt zur Trendwende. Der Weg aus der Stagnation sei geebnet.

BZÖ

Strutz: Sauer aufs Landes-BZÖ
"Nicht erfreulich" findet BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz die Tatsache, dass die Orangen den Einzug in den Landtag meilenweit verpasst haben. "Ich bedaure, dass unsere Parteifreunde die Unterstützung der Bundespartei abgelehnt und einen eigenen Wahlkampf geführt haben. Deshalb kann ich dieses Ergebnis nur zur Kenntnis nehmen", so Strutz. Allerdings sei Vorarlberg "eine eigene Welt mit eigenen politischen Spielregeln".

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