Lehrer lehnen Schmied-Programm ab

5-Punkte-Plan

Lehrer lehnen Schmied-Programm ab

Die dritte Verhandlungsrunde im Konflikt um die geplante Erhöhung der Unterrichtspflicht um zwei Stunden endete am Freitag erneut ohne Ergebnis. „Wir erwarten uns die ungeschminkte Wahrheit der Budgetzahlen“, meinte AHS-Lehrergewerkschafterin Eva Scholik vor Verhandlungsbeginn gegenüber ÖSTERREICH. Doch auch dieses Mal rückte Bildungsministerin Claudia Schmied mit Verweis auf die Vereinbarung mit Finanzminister Josef Pröll nicht mit den harten Fakten heraus. Schmied bot aber in dem zweieinhalbstündigen Treffen im Bildungsministerium an, dass eine kleinere Gruppe nächste Woche Budgeteinsicht nehmen könnte.

Sachliche Gespräche
Nach Verhandlungsende lobten alle die „sachlichen Gespräche“. Nur Scholik zeigte sich von der „sehr kühlen“ Atmosphäre wenig begeistert. Die zehnköpfige Verhandlungstruppe der Gewerkschaft saß im Audienzsaal der Ministerin und ihrem Tross bei Keksen und Apfelsaft gegenüber. Besonders Lehrervertreter Walter Riegler würde die Gespräche emotionsfrei und bemüht führen, hieß es. Eine Ausnahme seien Scholik und FSG-Gewerkschafter Michael Zahradnik. Sie würden poltern wie „Rumpelstilzchen“.

Neue Großraumbüros
Schmied legte den Personalvertretern ein Fünf-Punkte-Programm vor, das eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Pädagogen vorsieht. An allen Bundesschulen sollen etwa die Konferenzräume zu modernen Großraumbüros umgewandelt werden. Doch obwohl die Lehrer nach besseren Arbeitsplätzen rufen, kommt diese Zusage nicht gut an: „Ich fühle mich gepflanzt. Wie die Ministerin die Mauern in unserem alten Konferenzraum bis Herbst einreißen will, ist mir ein Rätsel“, schimpft Lehrervertreter Zahradnik. Doch die Gewerkschaft betonierte sich nicht weiter ein und stellte inhaltliche Vorschläge vor: Die Unterrichtseinheiten sollten effizienter gestaltet werden, indem sie von „Störfaktoren“ wie zu viel Bürokratie befreit werden. Schmied begrüßte das zwar, aber das löse die Budgetsituation nicht.

Streikdrohung aufrecht
Die Streikdrohung bleibt auf jeden Fall aufrecht. Scholik kündigte „Beschlüsse“ beim Bundeskongress am Mittwoch an.

Neugebauer warnt
Beamtenchef Fritz Neugebauer richtete erneut aus, dass es „realpolitisch unvorstellbar“ sei, dass der Ministerrat Maßnahmen im Bildungsbereich gegen den Willen der Lehrer beschließt: „Das würde der Auseinandersetzung einen Drive geben, den keiner haben will“. „Unrealistisch“ sei auch die Zustimmung der ÖVP im Parlament. Neugebauer ist dafür, dass man „sich zusammensetzt und verhandelt, bis weißer Rauch aufsteigt.“

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