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Zinggl, Rossmann & Holzinger

Liste: Das sind die neuen Pilz-Köpfe

Peter Pilz will es mit einer neuen Bewegung in den Nationalrat schaffen, aber nicht Unterschriften sammeln gehen. Daher brauchte der vormals Grüne Unterstützung und die holte er sich von zwei ehemaligen streitbaren Weggefährten, wie Pilz deutlich über 60. Dazu kommt mit Daniela Holzinger von der SPÖ eine junge Mandatarin, die zumindest in den eigenen Reihen nicht gerade als teamfähig galt.

Allen gemein ist, ohne Pilz wäre ihre politische Karriere wohl jedenfalls zu Ende gegangen, da sie keinen Listenplatz an wählbarer Stelle mehr erlangen konnten. Holzinger sieht ihren Rückzug bei der SPÖ zwar als freiwillig, doch wären ihre Chancen für einen wählbaren Listenplatz allenfalls theoretischer Natur gewesen.

Neben dem Abgeordneten-Trio gibt es einen weiteren Motor für die Liste Pilz, nämlich der Anwalt des Bewegungsgründers. Alfred Noll wird nach eigenen Angaben an sehr prominenter Stelle auf der Bundesliste aufscheinen. Der in Salzburg in eher finanzschwache Verhältnisse geborene 57-Jährige gilt als Medienrechts-, Urheberrechts- und Restitutionsexperte. Der Vater von erwachsenen Zwillingen sieht sich als Schöngeist und Intellektueller. Gern schreibt Noll Gast-Kommentare, seit Neuerem versucht er sich auch als Hobby-Maler.

Politisch wurde Noll, seit dem Vorjahr Träger des Staatspreises für Kulturpublizistik, immer eher den Grünen zugeordnet. Er unterstützte im vergangenen Wahlkampf auch Alexander Van der Bellen und bezichtigte den VfGH angesichts der von diesem angeordneten Wahl-Wiederholung eines juristischen Fehlentscheids. Ansonsten fiel er öffentlich vor allem in Restitutionsangelegenheiten auf, etwa in den Causae "Amalie Zuckerkandl" oder "Beethoven-Fries".

Zinggl sorgte bereits früher für Aufsehen

Direkt der Kulturszene zuzuordnen ist Wolfgang Zinggl, bisher Kultursprecher der Grünen und bei der Listenwahl für die Nationalratswahl gescheitert. Der studierte Psychologe und Kunstwissenschafter arbeitete unter anderem als freischaffender Künstler und Kritiker, heuerte bei den Grünen indirekt als Stiftungsrat an und eroberte 2004 ein Mandat im Nationalrat, das er bis heute innehat.

Auf fiel Zinggl, der auch zeitweise als Minderheitensprecher fungierte, vor allem als Kultursprecher. Nicht gerade unumstritten waren dabei seine Kampagnen gegen diverse Kulturmanager wie etwa den vormaligen MAK-Geschäftsführer Peter Noever. Seine Vorwürfe gegen Ex-Kunsthallen-Chef Gerald Matt musste er sogar öffentlich widerrufen. Zuletzt mischte Zinggl führend mit, als er mittels Urabstimmung letztlich vergeblich das Heumarkt-Hochhaus-Projekt in der Wiener Innenstadt verhindern wollte.

Grüner Budget-Fachmann

Bruno Rossmann war in den vergangenen Jahren der Budget-Fachmann der Grünen. Seine Expertise holte sich der gern und oft dozierende Villacher zunächst im Finanzministerium und später in der Arbeiterkammer, wo der studierte Ökonom mehr als 25 Jahre für den Budgetbereich (mit-)verantwortlich war. Als sein Vorbild bezeichnet er Franklin D. Roosevelt wegen dessen "New Deal". Der 65-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

Daniela Holzinger-Vogtenhuber wird zumindest in ihrer bisherigen Partei, der SPÖ, genauso als Ich-AG gesehen wie ihr neuer Mentor Pilz bei den Grünen. Die 29-jährige Oberösterreicherin schaffte vor fünf Jahren einen Überraschungscoup, als sie sich - von ihrem nunmehrigen Ehemann gemanagt, wie spitze rote Zungen meinen - einen sicheren Listenplatz in Oberösterreich sicherte.

Im roten Klub angekommen eckte Holzinger von Beginn an an. So stimmte sie etwa mit der Opposition für einen Hypo-U-Ausschuss oder votierte (gemeinsam mit drei weiteren Abgeordneten der SPÖ) gegen ein Fremdenrechtspaket. Via Social Media beklagte sich Holzinger, dass man sie seitens der Klubführung nicht auf die Rednerliste im Parlament lasse. Zuletzt prangerte sie auf Facebook an, dass die SPÖ für ihre Zentrale eine niedrige Miete zahle. Dabei bemühte sich die Partei ohnehin um Einbindung, Holzinger war Mitglied im Hypo- und im Eurofighter-U-Ausschuss. In den eigenen Reihen blieb die rhetorisch durchaus begabte "Rebellin" dabei unbeliebt, nach einem schwachen Abschneiden mit nur 64 Prozent bei der Wahl in den Bezirksvorstand zog sie sich aus Gremien zurück und erläuterte in einem eher pathetischen Video, wieso sie nicht mehr als Wahlkreis-Spitzenkandidatin zur Verfügung stehen würde. Ob sie darum gebeten worden wäre, ist freilich fraglich.
 

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