Mayer: Sozialjahr teurer als vorgestellt

Wehrpflicht-Debatte

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Mayer: Sozialjahr teurer als vorgestellt

Der Leiter der Zivildienstservice-Agentur, Ferdinand Mayer, bezweifelt, dass man mit dem von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) vorgestellten Modell für ein freiwilliges Sozialjahr die Kosten des Zivildiensts nicht deutlich übersteigt. Die von Hundstorfer der Öffentlichkeit vorgestellten Zahlen sieht er zwar als an sich "relativ seriös" gerechnet, nur seien beim Zivildienst zu hohe Summen angenommen worden und beim Sozialjahr zu niedrige.

Zivildienst: Zu hoher Wert beim Verpflegungsgeld
Und das kommt laut Mayer so: Beim Verpflegsgeld für Zivildiener habe Hundstorfer wohl versehentlich einen zu hohen Wert angenommen, weshalb man im Innenressort um eine Neuberechnung gebeten habe. Dadurch sei zu erklären, dass in einem zuletzt in mehreren Medien aufgetauchten Papier die Kosten für den Zivildienst um sechs Millionen auf 131 Millionen geschrumpft seien. Auch diese Zahl erscheint Mayer freilich noch zu hoch, da man die Berechnung auf Basis von Rettungssanitätern vorgenommen habe, und diese seien teurer als die meisten anderen Zivildiener.

Sozialjahr: Kostenposten vergessen
Beim Modell für ein freiwilliges Sozialjahr wiederum seien im ersten Hundstorfer-Konzept etwa die Kosten für Ausbildung und Dienstkleidung nicht integriert worden, bei der Zivildienst-Berechnung hingegen schon. Eine nachträgliche Berücksichtigung dieser Posten könnte den zuletzt publizierten Anstieg der Kosten für das freiwillige Jahr von 142 auf 147 Millionen erklären. Allerdings müsse man dann noch etwa Verwaltungsaufwand und Lohnnebenkosten dazurechnen, um einen echten Vergleich zu haben. Schließlich gelte es noch zu beachten, dass für eine neues freiwilliges Sozialjahr eine Werbekampagne nötig wäre, für die noch mal Kosten anfielen.

Mayers Fazit: Der Sozialdienst könne preislich unter den Hundstorferschen Rahmenbedingungen (6.400 Einsatzkräfte bezahlt nach Mindestlohn 1.300 Euro) mit dem Zivildienst nicht mithalten. Zudem wären deutlich weniger Personen einsetzbar. Denn derzeit arbeiten in den Bereichen Soziales und Gesundheit, auf die der Minister das Sozialjahr beschränken will, aufs Jahr hochgerechnet 8.500 Zivildiener.

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