17. März 2010 12:19
Nachdem sich ÖIAG-Chef Peter Michaelis die Gage im Post-Aufsichtsrat von
25.000 Euro auf 49.000 Euro erhöhen will, zieht nun die Politik die
Notbremse: Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in Ihrer Donnerstagausgabe
berichtet, fordert ÖVP-Finanzminister Josef Pröll Michaelis per Brief auf,
auf die "Gehaltserhöhung" zu verzichten.
In dem ÖSTERREICH vorliegenden Brief schreibt Pröll: "Wie dem
Bundesministerium für Finanzen bekannt wurde, ist seitens der
Österreichischen Industrieholding (ÖIAG) als Hauptaktionärin der Post AG
eine erhebliche Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr
2009 beabsichtigt."
Erhöhung seiner Vergütungen
Es ist der Aufreger der
gestrigen Präsentation der Bilanz 2009 der Österreichischen Post: Obwohl das
Unternehmen einen harten Sparkurs fahren muss, dem wieder Hunderte Jobs zum
Opfer fallen werden, pocht der Aufsichtsrat auf eine Erhöhung
seiner Vergütung. Ein entsprechender Antrag ging am Montag (gegen
die Stimmen der vier Belegschafts- und eines Kapitalvertreters) durch.
Wenig Sympathie
Der Plan der Post, die Vergütung für ihre
Aufsichtsräte zu steigern, stößt auch in der ÖVP nicht auf Sympathie.
ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger hat dafür "überhaupt
kein Verständnis" und "geht davon aus", dass die Gremien
der Post "das abschmettern". Auch die Öffentlichkeit generell und
die Post-Mitarbeiter im Speziellen hätten angesichts des geplanten
Mitarbeiterabbaus und des schlechteren Ergebnisses dafür kein Verständnis,
sagte Kaltenegger.
Kaltenegger fordert aber auch von Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Michaelis
selber einen Verzicht auf die Erhöhung: "Ich gehe davon aus, dass
der Aufsichtsratsvorsitzende weiß, was dieses Signal bedeutet und seinen
Vorschlag zurückzieht". Kaltenegger hat seinen Vorstoß "mit
dem Finanzminister beraten".
Ostermayer vs. ÖIAG
Scharfe Kritik an Michaelis kommt auch
aus der SPÖ: Staatssekretär Josef Ostermayer meint im ÖSTERREICH-Interview:
"Ich bin wirklich von der Unsensibilität von Michaelis entsetzt. Das ist ein
extrem unverantwortliches Handeln von ihm." Ostermayer fordert Michaelis
zum Rücktritt auf: "Diese Aktion bestätigt, dass Michaelis zurücktreten
sollte, Spätestens seit der AUA-Situation haben sich die ÖIAG und ihr
Aufsichtsratschef Michaelis erledigt."