Migranten stärker an Politik interessiert

Laut Umfrage

Migranten stärker an Politik interessiert

Migranten sind laut einer Umfrage des neu gegründeten Markt- und Meinungsforschungsinstituts "EthnOpinion.at" etwas mehr an der heimischen Politik interessiert als die Österreicher ohne Migrationshintergrund. Rund 81 Prozent der "alten Österreicher" und rund 73 Prozent der "neuen Österreicher" glauben demnach außerdem, dass sich Migranten die Integration selbst erschweren, wie es bei einer Pressekonferenz am Freitag hieß.

Umfrage
Die Online-Umfrage "EthnoMix" ist im Herbst durchgeführt worden, befragt wurden 1.000 Österreicher, laut Studienleiterin Christina Matzka repräsentativ für 14 bis 70 Jahre. Weiters wurden 527 Personen mit Migrationshintergrund befragt, dabei wurde unterschieden zwischen erster Generation (eigener Geburtsort und Geburtsort beider Eltern im Ausland) und zweiter Generation (eigener Geburtsort in Österreich und Geburtsort beider Eltern im Ausland).

Interesse für Politik
Etwa 34 Prozent der "alten Österreicher" (selbst und beide Eltern in Österreich geboren) interessieren sich der Umfrage zufolge "sehr" für die österreichische Innenpolitik, 42 Prozent "eher". Bei den "neuen Österreichern" liegen die Werte bei 37 bzw. 44 Prozent. Das Interesse an der heimischen Politik sinke aber in der zweiten Generation und nähere sich an den Wert der "alten Österreicher" an.

Unzufrieden sind beide Gruppen mit den politischen Parteien: 30 Prozent der Österreicher und 21 Prozent der Migranten sagen, dass "eigentlich keine Partei" ihre Interessen vertritt. Enorme Unterschiede zeigen sich in den Communities: Bei den ungarischen Migranten glauben dies 43 Prozent, bei den Türken nur drei Prozent.

Vetrauen
Den österreichischen Institutionen wie der Sozialversicherung, dem Bildungssystem oder dem Rechtssystem vertrauen die "neuen Österreicher" mehr als die "alten", nur bei der Polizei ist es umgekehrt. Matzka meinte, dies könnte u.a. auf negative Erfahrungen zurückzuführen sein. Der Regierung bringen übrigens nur 36 Prozent der "neuen" und 23 Prozent der "alten Österreicher" Vertrauen entgegen.

Integration
Zum Thema Integration sind 44 Prozent der Österreicher und 47 Prozent der Migranten der Meinung, die heimische Bevölkerung erschwere die Integration. Die Migranten suchten die Schuld aber auch bei sich, betonte Marina Delcheva von der Zeitung "biber", die ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist. Der Aussage, dass Migranten selbst die Integration erschweren, stimmten immerhin 81 Prozent der "alten" und 73 Prozent der "neuen Österreicher" sehr oder etwas zu. Weniger Schuld wird Politik und Gesetzgebung zugewiesen: Hier liegen die Werte bei 34 Prozent (Österreicher) und 45 Prozent (Migranten).

Ein Viertel der "alten Österreicher" meint übrigens, dass sich das Zusammenleben zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den vergangenen Jahren verbessert hat, 44 Prozent, dass es sich verschlechtert hat. Bei den "neuen Österreichern" sehen 35 Prozent einen Verbesserung und 30 Prozent eine Verschlechterung. An eine Verbesserung in den nächsten zwei bis drei Jahren glauben 28 Prozent der Österreicher und 40 Prozent der Migranten.

"EthnOpinion.at" wurde von "biber", dem Online-Marktforschungsinstitut "meinungsraum.at" und der Kommunikationsagentur "The Skills Group" gegründet. Man wolle damit Migranten für Wirtschaft und Politik "sichtbar und hörbar" machen, denn bisher gebe es kaum entsprechende Daten, erläuterte Jürgen Gangoly von der Agentur. "EthnoMix"-Umfragen soll es künftig vierteljährlich geben.

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