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Kärnten-Wahl:

Mit Hoffnung auf "grünen Frühling" in die Landtagswahl

Mit drei leidenschaftlichen Reden haben der Kärntner Landessprecher der Grünen, Frank Frey, Bundessprecherin Eva Glawischnig und Spitzenkandidat Rolf Holub am Freitag ihre Anhänger auf die bevorstehende heiße Phase des Wahlkampfs eingestimmt. Holub, der sich als Aufdecker in den verschiedenen Kärntner Politskandalen, allen voran bei der Hypo, einen Namen gemacht hatte, prangerte die Korruption im Land an und verlieh seiner Hoffnung auf einen "grünen Frühling" Ausdruck.

Symbolträchtig fand der Grüne Wahlkampfauftakt im Klagenfurter Napoleonstadl, direkt gegenüber dem Landesgericht, statt, wo in diesem Jahr der Birnbacher-Prozess und der "Part of the game"-Prozess in erster Instanz über die Bühne gingen. Glawischnig und Holub wurden im einem Linienbus im grünen Wahlkampfdesign abgesetzt. Nach den Reden wurde eine Miniatur des Gebäudes der Landesregierung enthüllt, bei der im zweiten Stock - im ersten sitzt der Landeshauptmann - grünes Licht aus den Fenstern scheint. Damit bekräftigte die Partei den Willen, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Dafür müssten rund elf Prozent der Wähler ihr Kreuz am 3. März bei den Grünen machen.

Frey teilte in seiner Rede der politischen Konkurrenz aus. "13 Mal hat es die FPK geschafft, den Landtag zu missbrauchen. Diese Partei soll am 3. März eine Niederlage einfahren, von der sie sich lange nicht mehr erholt", rief er den grünen Wahlkämpfern zu. Mit der blauen Brot und Spiele-Politik müsse Schluss sein. "Sie haben die Finanzen und das Ansehen des Landes an die Wand gefahren. So eine Partei darf niemals mehr an die Macht kommen." Die ÖVP, so Frey, sei nicht wählbar, denn auch wenn man dort zwei Köpfe ausgetauscht habe, bestehe die Partei weiter aus Leuten, die in die Birnbacher-Affäre verstrickt seien. Die SPÖ ist ebenfalls keine Alternative, wenn man Blau verhindern will. "Kaiser will Landeshauptmann werden, sonst geht er. Und dann wird eine zweite Flasche Chianti geöffnet", sagte der Landessprecher in Anspielung auf einen früheren blau-roten Pakt. Das Team Stronach sei ohnehin keine Option. Dessen Anhänger vereine allein der Wille zur Macht. Blieben allein die Grünen, als "Garant" für eine saubere Politik, zeigte sich Frey überzeugt.

Glawischnig erinnerte sich an die Wahlparty 2004, als die Grünen erstmals den Einzug in den Kärntner Landtag schafften. Damals hätte sich ein Pakt mit SPÖ und ÖVP gegen einen blauen Landeshauptmann abgezeichnet, daraus sei dann aber nichts geworden. An Holub ging daher der Appell, vorsichtig zu sein in den Verhandlungen und bei einer möglichen Zusammenarbeit. "Nur die Grünen garantieren einen politischen Neustart", sagte Glawischnig bevor sie dem Spitzenkandidaten das Wort übergab: "Es ist Zeit, Rolf, Kärnten von den blauen Raubrittern zu befreien!"

Holub übte heftige Kritik am "alten politischen System" Kärntens, das vor allem aus korrupten Netzwerken bestehe. "Das blaue System zieht den Wählern 10.000 Euro aus der Tasche und steckt 100 zurück. Und dann sagen sie danke, die Kärntner." Doch nicht nur "korrupten Politikern" las Holub die Leviten. Auch internationale Konzerne malte der grüne Kandidat als Feindbild an die Wand. "Wenn ich ein Großkonzern bin, kauf ich mir einen korrupten Politiker und ich bekomm alles, was ich will. Der Herr Stronach ist nicht die Lösung, der ist immer schon das Problem gewesen", ließ Holub wissen und sprach Ungereimtheiten um Stronachs Schlosskauf in Reifnitz am Wörthersee an. Wenn die Grünen in die Regierung kommen, werde es "absolute Transparenz" bei den Finanzen geben, schließlich gehe es um das Geld der Menschen, versprach Holub. Außerdem gehöre das Untersuchungsausschussgesetz reformiert. "Ein Untersuchungsausschuss muss ein Minderheitenrecht werden." Mit den Grünen werde es eine bessere Zukunft geben, versprach Holub zum Schluss: "Der traurige, kalte Winter in Kärnten wird zu Ende gehen und der Frühling wird grün werden!"

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