05. Februar 2012 12:53

Koalitions-Tauziehen 

Mitterlehner: Sparpaket ist fast fertig

SPÖ gefordert, Sack zuzumachen: Keine Null- Runde für kleine Pensionen.

Mitterlehner: Sparpaket ist fast fertig
© APA/Pfarrhofer

Das Sparpaket ist nach Angaben von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) fast fertig. In der ORF-"Pressestunde" sagte Mitterlehner am Sonntag, dass die Pläne "im Wesentlichen" vorliegen. Jetzt gehe es noch um "Verfeinerungen" und die Abklärung von Details. Die von SPÖ-Seite erfolgten Dementis auf die von Vizekanzler Michael Spindelegger (V) verkündete Grundsatzeinigung im Pensionsbereich sind für Mitterlehner "nichts Ungewöhnliches". In der Endphase von Verhandlungen sei es normal, dass betroffene Gruppen sich zu Wort melden. Für Mitterlehner ist jetzt aber "die SPÖ gefordert, den Sack zuzumachen".

Zum Thema Pensionen erklärte der Wirtschaftsminister, der in der Sechser-Verhandlungsrunde sitzt, dass es "keine Null-Runde für kleine Pensionen" geben werde. Diese sei zwar diskutiert worden, werde aber nicht kommen. Über eine entsprechende Ankündigung Spindeleggers hat es am Samstagabend Aufregung und Dementis von Bundeskanzler Werner Faymann und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (beide S) gegeben. Auf die Frage, ob das für Pensionen unter 1.000 Euro gelte, wollte sich Mitterlehner nicht auf eine bestimmte Grenze festlegen.

Der ÖVP-Verhandler erläuterte, das bestimmte Volumina für einzelne, vom Sparpaket betroffene Gruppen auf dem Tisch liegen. Um diese Summen zu erreichen, gebe es verschiedene Vorschläge. In Gesprächen mit Vertretern der betroffenen Gruppen werde versucht, die mögliche Umsetzung abzuklären. Die Gruppen hätten dabei die Möglichkeit andere Vorschläge einzubringen, die die gleiche Summe bringen, dann müssten die Details abgeklärt und von der Regierung eine Entscheidung getroffen werden.

Konkret beim Thema Pensionisten gibt es dem Vernehmen nach zwei Modelle. Bei Modell eins beträgt die Pensionserhöhung in den Jahren 2013 und 2015 nur je ein Prozent. Wie diese Summe verteilt wird - gleichmäßig, oder für die Kleinpensionen mehr, für die großen weniger - sollen die Pensionistenvertreter entscheiden. Bei Modell zwei steigen 2013 die Pensionen um 1,7 Prozent, in den Jahren 2013 bis 2016 müssen die Pensionisten einen um 0,5 Prozent höheren Beitrag zur Krankenversicherung zahlen.

Die von Hundstorfer dementierte Anhebung des Antrittsalters für die Korridor- und die Hackler-Pension von 62 auf 63 Jahre "ist unserer Meinung nach am Tisch", bestätigte Mitterlehner, dass es hier noch ein "Ringen" zwischen den Koalitionsparteien gibt. Das Thema soll seinen Angaben zufolge "in den nächsten Tagen abgeklärt" werden. Mitterlehner mahnte in diesem Zusammenhang die SPÖ: "Wenn jeder aus dem Sack herausnimmt, was ihm nicht passt", werde es nicht gehen. Auch eine frühere Angleichung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer ist nach den Worten Mitterlehners "noch Diskussionsthema". Für ihn wäre in diesem Punkt eine "maßvolle Vorgangsweise" angebracht, eine schnellere Anhebung wäre "auch im Interesse der Frauen".

Eine Reichensteuer oder Solidarabgabe "wird diskutiert" und "könnte möglich sein", stellte Mitterlehner fest. Allerdings müsse in einem Gesamtpaket ein "ausgewogenes Verhältnis" erreicht werden und die Ausgabenkürzungen müssten größer sein als die Steuererhöhungen, um die Steuerquote nicht weiter anzuheben. Eine Erbschafts- und Schenkungssteuer "wird nicht kommen, mit uns zumindest sicher nicht", legte sich der ÖVP-Verhandler zu den diesbezüglichen SPÖ-Forderungen fest.

Grundsätzlich will Mitterlehner vor allem auf Einsparungen durch Strukturreformen setzen. Bei allen Maßnahmen gehe es darum, den Wirtschaftsstandort nicht zu gefährden, die Familien nicht zur Kassa zu bitten und die Generationengerechtigkeit zu wahren.

Diskutierte Sparbeiträge der Politik bei sich selbst sind nach Ansicht Mitterlehners eine "symbolische Angelegenheit", die nicht im Vordergrund stehe. Es gehe dabei um "stimmige Maßnahmen". Den Bundesrat will Mitterlehner nicht abschaffen, er begrüßt den Vorschlag, Landtagsabgeordnete in den Bundesrat zu entsenden. Etwaige Verkleinerung der Landtage müssten die Länder jeweils selbst für sich entscheiden.

Das Klima in der Koalition hält Mitterlehner für "relativ konstruktiv". Für seine eigene Partei hält der Wirtschaftsminister eine Profilschärfung für angebracht. Die ÖVP müsse dafür sorgen, dass sich die Leistungsträger und der Mittelstand wieder von ihr vertreten fühlen. Eine Koalition mit der FPÖ will Mitterlehner auch nach dem umstrittenen Judenvergleich von Parteichef Heinz-Christian Strache am WKR-Ball persönlich nicht ausschließen. Diese Frage sei zu entscheiden, wenn sie sich stellt. Er unterstellt der FPÖ aber mit derartigen Aussagen das Kalkül, sich als Märtyrer zu stilisieren und mit dem Opferstatus zu spielen.


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11 Postings
derUngustl meint am 06.02.2012 07:42:57 ANTWORTEN >
Früher war noch von "Schuldenbremse" die Rede. Ist das Wort in Ungnade gefallen oder was? Klingt wohl zu sehr nach einsparen. Zwischenzeitlich wird schon offen von allen möglichen Steuern gesprochen. Natürlich bei jenen Kreisen, die eh schon nicht beliebt sind. Frühpensionisten, Reiche, Pensionisten und Beamte. Das Sparpaket ist nur noch an möglichst geringen Wählerstimmverlusten orientiert.

Also eine wählerstimmenorientiertes Sparpaket. Kann man diese Pfeifen nicht aus dem Land jagen?
Wo bleiben meint am 05.02.2012 19:39:57 ANTWORTEN >
die Einsparungen von Politiker Seite? Wie viel Lohnkürzungen kommt von den Politikern?
rubikon meint am 05.02.2012 19:15:17 ANTWORTEN >
Wenn der Entwurf der Öffentlichkeit vorliegt, wird man beurteilen können, ob die Politiker eine faire und vor allem für alle gleichmäßige Belastung erarbeitet haben.

Trifft dies nicht zu, wird der kommende WAHLTAG z u m ZAHLTAG.
Wenn es um meint am 05.02.2012 19:00:54 ANTWORTEN >
Also ich verstehe nicht, warum immer auf die reichen Großbauern vergessen wird, wenn es um Steuergerechtigkeit geht.
Diese Pauschalierungen auf Basis der antiquierten Einheitswerte ist doch wirklich eine Frechheit!
Nur damit eines klar ist - es geht nicht um die kleinen Bergbauern in den alpinen Regionen sondern um die "Farmer" im Osten des Landes.
Wenn hier die SPÖ wieder versagt und dieses "schwarze Klientel" weiter ungeschoren davon kommt, während gleichzeitig die "kleinen Leute" wieder zur Kasse gebeten werden, dann kann man dieser Partei wirklich nicht mehr helfen.
Faymann wird doch ständig am Nasenring von der ÖVP vorgführt - ist die Angst vor der FPÖ schon so groß, daß man das bei den Roten alles akzeptieren muß?
AUSMISTEN den ganzen SAUSTALL, so würde ich anfangen, von kleinen schwarzen Hüttenbauern im Ländle, bis hin zu den ganzen KHG's dieses Ländles!!!!!!
Nur WO ist hier die Staatsanwaltschaft, beim Kaffeezuzeln mit den Herren im 1. Wiener Bezirk....Warum wundert mich das nun nicht? Ja
Wenn es um meint am 05.02.2012 19:00:53 ANTWORTEN >
Also ich verstehe nicht, warum immer auf die reichen Großbauern vergessen wird, wenn es um Steuergerechtigkeit geht.
Diese Pauschalierungen auf Basis der antiquierten Einheitswerte ist doch wirklich eine Frechheit!
Nur damit eines klar ist - es geht nicht um die kleinen Bergbauern in den alpinen Regionen sondern um die "Farmer" im Osten des Landes.
Wenn hier die SPÖ wieder versagt und dieses "schwarze Klientel" weiter ungeschoren davon kommt, während gleichzeitig die "kleinen Leute" wieder zur Kasse gebeten werden, dann kann man dieser Partei wirklich nicht mehr helfen.
Faymann wird doch ständig am Nasenring von der ÖVP vorgführt - ist die Angst vor der FPÖ schon so groß, daß man das bei den Roten alles akzeptieren muß?
AUSMISTEN den ganzen SAUSTALL, so würde ich anfangen, von kleinen schwarzen Hüttenbauern im Ländle, bis hin zu den ganzen KHG's dieses Ländles!!!!!!
Nur WO ist hier die Staatsanwaltschaft, beim Kaffeezuzeln mit den Herren im 1. Wiener Bezirk....Warum wundert mich das nun nicht? Ja
franzjosefs meint am 05.02.2012 17:34:56 ANTWORTEN >
Erbschaftssteuer wäre wirklich schlimm. Da hat man jahrelang gewartet, dass der Eblasser endlich abkratzt und dann soll man für die lange Wartezeit auch noch bestraft werden.
http://gedaunknsplitta.blog.de
wähler meint am 05.02.2012 15:50:21 ANTWORTEN >
die nächsten wahlen werden kommen und da wird strache einen erdrutschsieg erringen. die rot/schwarze mafia wird abgewählt, das ist so gut wie sicher!!!!!!!!!!!!
omen meint am 05.02.2012 15:22:12 ANTWORTEN >
OB UND WIEVIEL BEI BEI POLIT-PENSIONISTEN UND ÜBERHAUPT BEI POLITIKER EINGESPART WIRD ERFÄHRTMAN NICHT ! KEIN DIENSTWAGEN WENIGER KEIN POLITPOSTEN EINGESPART -NICHTS !
Framiler meint am 05.02.2012 15:11:03 ANTWORTEN >
Für die Mindestpensionen keine Null Lohnrunde! Für Frühpensionisten JA! Für Frühpensionisten nur die Mindestpension, bis diese das wirkliche Pensions Alter erreicht haben. In der verwaltung beim Staat sparen. Überall wos zuviel sind anderswo aufteilen. Wo man Arbeitskräfte braucht. Nicht wie in schulen wo der Schulwart wartet bis jemand was von ihm will, den putzen braucht er nichts. Das erledigt eine Reinigungsfirma auf Steuerzahler Kosten. Bürokräfte detto die haben grad bei den Aufnahmen zwischen Energie Ferien und Ostern was zu tun. Dafür sind mehrere Sekretärinen Beschäftigt. ZB. Zwei pro Schule würden genügen. Viele Schulen haben mehr beschäftigt. Abstellen die Prämien bei den Bundesbediensteten und die Gehaltsvorschüße, die einen Gehaltsvorschuss erhalten haben sollten den schleunigst zurückzahlen das ist unser Steuergeld. Zum Geld herborgen sind die Banken zuständig. Wir müssen denen die doppelten Zinsen und bezahlen, den der staat borgt Geld was er nicht hat. Das alles sind schweinerein unter der Regierung. Bei uns sparen: Bei den Politiker und bei den Staatbediensteten nicht! Lohnerhöhungen Jährlich JA! Bei den Staatsbedinsteten. Binalsprung 10 Jahre einfrieren oder nur jedes 4-5 Jahr anstatt alle zwei Jahre. Abgeordnete halbieren! Mindestens halbieren. Sparen im Schulbereich beim Vertragspersonal. Oder die Reinigungsfirmen verbieten. Das ist doppelbelastung des Steuerzahlers. Das wäre das wichtigste beim Sparen! Damen und Herren! Ich denke da habe ich alle an meiner Seite außer die betroffennen selbst. Aber das ist eine andere Geschichte!
galileo2 meint am 05.02.2012 17:05:52
man oh man, sag bist du in die Sonderschule gegangen? ich hab so einen Schwachsinn, wie du ihn hier verzapfst, schon lange nicht mehr gelesen. keine Ahnung von irgendwas, aber sich über die Bediensteten auslassen. der Neid ist ein Hund, nicht wahr. wenn’s denen so gut geht, warum bist du dann nicht zum Staat gegangen? hat wohl Hirn –mäßig nicht gereicht.

Wenn bei Pensionserhöhungen gespart wird, meint am 05.02.2012 14:19:49 ANTWORTEN >
dann bitte keine neuen Steuern, Gebühren und höhere Abgaben!
Mir genügen auch 0,5 oder 1% Pensionserhöhung aber dann eben keine weiteren Erhöhungen...
Wasser plus 33% und solche Nettigkeiten...
Seiten: 1
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