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Nationalrat in Schlägerei verwickelt

Der grüne Nationalratsabgeordnete und steirische Spitzenkandidat für die Landtagswahl im September, Werner Kogler, ist am Mittwochabend beim WM-Public Viewing nahe dem Grazer Karmeliterplatz in einen Streit zwischen Besuchern - der offenbar wegen rassistischer und rechtsradikaler Äußerungen entbrannt war - geraten. Laut Bundespolizeidirektion Graz habe der Grüne-Politiker schlichtend dazwischen gehen wollen und wurde daraufhin mit Bier übergossen. Koglers "Bodyguard" - so die Exekutive - bekam danach einen Schlag ins Gesicht und wurde verletzt.

Deutschland gegen Ghana
Die Szenen haben sich in der Schlussphase des Spiels Deutschland gegen Ghana abgespielt. Kogler hatte schlichtend eingreifen wollen und wurde dabei mit Bier überschüttet. Nachdem vier Verdächtige die Flucht ergriffen, folgte laut Polizei sein "Bodyguard" den Männern, um sie zur Rede zu stellen. Plötzlich holte einer zum Schlag aus und traf den 37-Jährigen im Gesicht. Er dürfte einen Jochbeinbruch erlitten haben und musste zur Behandlung ins Spital.

Die alarmierte Polizei konnte noch einen der vier Verdächtigen festnehmen, aber eine Einvernahme eines 21-Jährigen war aufgrund seiner Alkoholisierung von 1,4 Promille vorerst nicht möglich. Kogler sowie weitere Zeugen sollen noch am Donnerstag befragt werden.

Nazi-Parolen
Werner Kogler schilderte am Donnerstag seine Wahrnehmungen bei dem Zwischenfall beim Public Viewing in Graz: Vier Burschen, die schwarze Trikots der deutschen Fußballnationalmannschaft trugen, hätten immer wieder Besucher der Viewing-Einrichtung beim Grazer Karmeliterplatz provoziert. Er habe von den Burschen Aussagen wie "Scheißnigger" oder "Sieg - Deutschland!" mitbekommen. Von Zeugen habe er gehört, dass auch eindeutig Nazi-Parolen gefallen sein sollen. Positiv äußerte sich Kogler über die Exekutive: Die Polizei sei sehr schnell dagewesen, auch die Securities haben einen der Täter angehalten. Der Grüne Mandatar lobt auch die Zivilcourage anderer Besucher, die mit ihm zu schlichten versucht hätten.

Kogler erklärte bei einem Pressegespräch in Graz - am Abend wollte er seine Aussage bei der Polizei machen - dass er zusammen mit anderen das Public Viewing des WM-Spiels Ghana gegen Deutschland im Pfauengarten beim Karmeliterplatz besucht habe. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sei ihm aufgefallen, dass an einem Tisch in der Nähe vier Burschen in schwarzen Deutschlandtrikots Besucher an umliegenden Tischen immer wieder provoziert hätten. Umstehende hätten ihm gesagt, dass die vier schon in der ersten Halbzeit Parolen wie "SS, SA - wir sind wieder da" von sich gegeben hätten. Die Atmosphäre sei aufgeheizt gewesen, und die vier sollen zuvor bereits Ohrfeigen an andere Besucher verteilt haben. Die Situation eskalierte, als einer der Trikoträger seinerseits eine Ohrfeige kassierte und sich dann plötzlich gegnerische Gruppen formiert hätten.

Blut und Bier
Der Grüne Abgeordnete meinte, er sei nun mit anderen dazwischen gegangen, um eine Rauferei zu verhindern, und habe gesagt: "Jetzt hört's auf, außerdem habe ich gesehen, dass ihr angefangen habt". Darauf wären die vier an ihm vorbei mit den Worten "Schau, die Grünen sind auch da" zum Ausgang gegangen, und im nächsten Moment habe ihm jemand Bier ins Gesicht geschüttet: "Das war ein anständiger Klescher". Einer seiner Begleiter, ein 37 Jahre alter Mitarbeiter der Grünen Steiermark, sei dem Quartett dann zum Ausgang gefolgt und nach etwa fünf bis zehn Minuten mit blutverschmiertem Kopf wieder zurückgekommen. Der Mann sei übrigens nicht sein "Bodyguard", so Kogler. Der Verletzte wurde dann von der Rettung ins Krankenhaus gebracht und wegen Jochbeinbruch operiert. Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen.

"Das mit dem Bier" wolle er nicht überbewerten, aber immerhin sei ein Mensch verletzt worden, sagte Kogler. Seiner Ansicht nach sei die Sache ganz eindeutig auf Provokation angelegt gewesen, denn es hätten sich noch etliche andere in Deutschland-Trikots zu dem Quartett gesellt. Es habe so gewirkt, als würden diese beobachten, "ob sich die vier wohl trauen". Er habe später noch mit dem Veranstalter des Public Viewing gesprochen, auch die Kooperation mit der Polizei sei gut gewesen. "Es kann aber nicht im Sinne der Veranstaltung sein, dass dort Nazi-Parolen gegrölt werden", so Kogler. Seitens der Polizei hieß es, man werde abklären, ob sich die Verdächtigen in einem Netzwerk befänden. Zuständig wäre die Fachgruppe zur Ermittlung gegen Rechtsextremismus. Bei den bisherigen Übertragungen habe es laut Polizei keine bekannten Zwischenfälle gegeben.

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