Neue Temelin-Reaktoren in Sicht

Vertrag fertig

 

Neue Temelin-Reaktoren in Sicht

Die Vertreter des Tschechischen Energiekonzerns (CEZ) unterzeichneten am Mittwoch in Budweis einen Vertrag mit der Führung des Südböhmischen Kreises, mit dem sich der CEZ verpflichtet, als Kompensation in den kommenden zehn Jahren zehn Mrd. Kronen (376 Mio. Euro) in die Region zu investieren.

Am Dienstag hatte die südböhmische Kreisvertretung einen Beschluss von 2004 aufgehoben, mit dem der Ausbau Temelins abgelehnt worden war. Weiterhin abgelehnt wird aber der Bau einer Lagerstätte für Atommüll.

"Vor vielen Jahren wurde uns eine Braut aufgezwungen. Wir haben uns an sie gewöhnt. Und jetzt wurde uns eine Mitgift zugesagt. Und wir sind froh, dass der Schwiegervater in die Geldtasche gegriffen hat und wir die Mitgift bekommen haben", erklärte der sozialdemokratische (CSSD) südböhmische Kreishauptmann Jan Zimola. Er verteidigte den Ausbau Temelins mit den Worten, die politische "Mutlosigkeit", über die Erweiterung Temelins zu entscheiden, bringe Schäden für alle. "In einigen Jahren könnten wir feststellen, dass wir (Tschechien) bezüglich der Energie keine Selbstversorger sind", so Zimola nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK.

Bei den Kompensationen soll es sich beispielsweise um Investitionen in die Straßeninfrastruktur handeln. Die ersten Kompensationszahlungen erhalten die Gemeinden noch heuer, also noch vor dem Beginn des Baus der Blöcke. Der CEZ geht davon aus, dass man mit dem Bau der beiden Reaktorblöcke 2013 beginnen wird, hieß es.

"Skandalös"
Der Beauftragte der oberösterreichischen Landesregierung für grenznahe Atomanlagen, Radko Pavlovec, bezeichnete die Entscheidung des Südböhmischen Kreises als "skandalös" und als einen "nicht transparenten Vorgang", bei dem die Öffentlichkeit aus dem Entscheidungsprozess ausgeschlossen worden sei. In einer Presseaussendung betonte Pavlovec weiters, Hunderte von Leuten hätten Petitionen gegen die neuen Blöcke in Temelin unterzeichnet.

Ungelöste Sicherheitsprobleme
Eine umfangreiche und öffentliche Diskussion sowie ein Referendum wären jedoch "zu mühsam und riskant", so Pavlovec. Er verwies auch darauf, dass es sich bei den bestehenden beiden Temelin-Blöcken um Prototypen handle, die immer noch ungelöste Sicherheitsprobleme hätten. "Neue Blöcke wären nur ein weiteres Experiment", betonte Pavlovec.

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