Neuer Test bringt nächste Ernüchterung

PISA-Test 2007

Neuer Test bringt nächste Ernüchterung

Die Präsentation der neuen Daten der internationalen PISA-Vergleichsstudie wirft ihre Schatten voraus: Bereits jetzt gehen Gerüchte um, dass Österreich schlechter abschneiden würde als beim letzten Test 2003. Die damaligen PISA-Daten lösten geradezu einen Schockzustand im Land aus. Schließlich hatten sich die 14- bis 15-jährigen befragten Schüler im Vergleich zu 2000 arg verschlechtert: Im Länder-Ranking der OECD-Staaten fiel Österreich beim Lesen von Platz zehn auf 19, in der Mathematik von elf auf 15 und in den Naturwissenschaften von Platz acht auf den schmählichen 20. Rang. Bei der aktuellen PISA-Befragung wurde der Schwerpunkt auf Physik, Biologie und Chemie gelegt.

Schlusslicht?
Die rote Lehrervereinigung SLÖ geht bereits davon aus, dass das Resultat „katastrophal“ sein werde: Um zehn Plätze werde Österreich hinunterpurzeln, sagt Lehrervertreter Reinhard Dumser, der sich dabei auf Gerüchte beruft, die schon seit mehreren Wochen unter den Lehrervertretern kursieren.

Rückfall auf Rang 30?
Ein solcher Absturz würde bei den naturwissenschaftlichen Fächern einen peinlichen Rückfall auf Rang 30 bedeuten und damit wohl auch eindeutig klarstellen: Österreich hat aus der ohnehin schon katastrophalen PISA-Studie 2003 keine Lehren gezogen – andere Länder hingegen haben Österreich mit zielgerichteten Maßnahmen im Ranking überholt. In welchem geprüften Bereich – Mathematik, Lesen oder Naturwissenschaft – so ein Absturz zu befürchten sei, verraten die Lehrervertreter nicht.

Rückenwind für Schmied
Das PISA-Zentrum in Salzburg, das die nationalen Daten erhebt, hat die Rollläden völlig runtergelassen: „Strikte Geheimhaltung“, sagt PISA-Chef Günter Haider zu ÖSTERREICH. Werden Daten vor der weltweit akkordierten Präsentation am 4.  12. bekannt gegeben, ist das Zentrum seinen Vertrag mit der OECD los. Im Bildungsministerium geht man davon aus, dass sich die Resultate nicht signifikant von PISA 2003 unterscheiden werden: Wir werden nicht schlechter, aber auch nicht besser sein, heißt es. Jedenfalls werden schlechte PISA-Resultate Ministerin Schmied den Rücken für ihre Reformen im Bildungsbereich stärken. Der Salzburger Gesamtschul-Experte Anton Bucher ist sich sicher: „Die Ergebnisse können nicht besser sein, weil in der Vergangenheit viel gekürzt wurde und in den Lehrerzimmern Frust und nicht Begeisterung herrscht.“

Experten fordern Reform
Und auch der Bildungsexperte Michael Schratz fordert eine „Große Reform“ ein. „Wir haben den internationalen Anschluss verloren. Wir geraten ins Hintertreffen. Eine Woche vor PISA werden die Resultate der Lesetests präsentiert, PIRLS genannt. Sie verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie PISA: Denn wer nicht lesen kann, tut sich auch bei Rechenaufgaben schwer.

(eba)

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