Neues Vorzugsstimmen-System bei Wahl

NR-Wahl

Neues Vorzugsstimmen-System bei Wahl

Wie bei jeder Wahl können auch bei der Nationalratswahl Vorzugsstimmen für Kandidaten einer partei gegeben werden. Bei der diesjährigen Wahl kommt aber erstamls ein neues Vorzugsstimmen-Modell zum Einsatz: Erstmals können auch auf Bundesebene Kandidaten angekreuzt werden.

Wie werden Vorzugsstimmen vergeben?
Wähler können bei Nationalratswahlen Vorzugsstimmen für Bewerber auf Regionalparteilisten (diese gelten jeweils für einen der 39 Regionalwahlkreise) durch Ankreuzen vergeben. Vorzugsstimmen für Bewerber auf Landesparteilisten können durch Eintragen des jeweiligen Namens oder der Reihungsnummer auf der Landesparteiliste in das entsprechende Feld vergeben werden. Bei der Nationalratswahl 2013 können Wählerinnen und Wähler erstmals mit einer bestimmten Anzahl an Vorzugsstimmen ebenfalls durch Eintragung des Namens oder der Reihungsnummer die Umreihung eines Bewerbers oder einer Bewerberin auf der Bundesparteiliste bewirken, wenn Vorzugsstimmen in ausreichender Zahl auf einen Bewerber lauten.

Neues Modell bringt nicht viel größere Chancen
Nicht viel größere Chancen für die Bewerber bringt das neue Vorzugsstimmen-Modell, das bei der Nationalratswahl am 29. September Premiere hat. Aber eines wird es bewirken: Erstmals können auch auf Bundesebene Kandidaten angekreuzt werden - und somit wird einer der Spitzenkandidaten als "Vorzugsstimmenkaiser" aus der Wahl gehen. Die Hürden auf Landes- und Wahlkreisebene wurden zwar etwas gesenkt, aber sehr viel mehr Vorzugsstimmen-Mandate wird es wohl nicht geben.

Diashow Die Kandidaten der Parteien - Bundesliste

SPÖ, 1. Werner Faymann

SPÖ, 2. Gabriele Heinisch-Hosek

SPÖ, 3. Wolfgang Katzian

SPÖ, 4. Barbara Prammer

SPÖ, 5. Katharina Kucharowits

SPÖ, 6. Laura Rudas

SPÖ, 7. Sabine Oberhauser

SPÖ, 8. Josef Cap

SPÖ, 9. Doris Bures

SPÖ, 10. Norbert Darabos

SPÖ, 11. Claudia Schmied

SPÖ, 12. Rudolf Hundstorfer

ÖVP, 1. Michael Spindelegger

ÖVP, 2. Michaela Steinacker

ÖVP, 3. Sebastian Kurz

ÖVP, 4. Angelika Winzig

ÖVP, 5. Asdin El Habbassi

ÖVP, 6. Andreas Zakotelsky

ÖVP, 7. Dorothea Schittenhelm

ÖVP, 8. Hannes Rauch

ÖVP, 9. Getrude Aubauer

ÖVP, 10. Jakob Auer

ÖVP, 11. Wolfgang Gerstl

ÖVP, 12. Franz Joseph Huainigg

FPÖ, 1. Heinz-Christian Strache

FPÖ, 2. Herbert Kickl

FPÖ, 3. Anneliese Kitzmüller

FPÖ, 4. Dagmar Belakowitsch-Jenewein

FPÖ, 5. Norbert Hofer

FPÖ, 6. Harald Vilimsky

FPÖ, 7. Harald Stefan

FPÖ, 8. Barbara Rosenkranz

FPÖ, 9. Reinhard Bösch

FPÖ, 10. Veronika Matiasek

FPÖ, 11. Werner Neubauer

FPÖ, 12. Gernot Darmann

Die Grünen, 1. Eva Glawischnig

Die Grünen, 2. Werner Kogler

Die Grünen, 3. Gabi Moser

Die Grünen, 4. Peter Pilz

Die Grünen, 5. Christiane Brunner

Die Grünen, 6. Sigrid Maurer

Die Grünen, 7. Bruno Rossmann

Die Grünen, 8. Julian Schmid

Die Grünen, 9. Helene Jarmer

Die Grünen, 10. Georg Bürstmayr

Die Grünen, 11. Lara Köck

Die Grünen, 12. Marco Schreuder

BZÖ, 1. Josef Bucher

BZÖ, 2. Markus Fauland

BZÖ, 3. Michaela Hatvan

BZÖ, 4. Alexander Scheer

BZÖ, 5. Heidrun Tscharnutter

BZÖ, 6. Rainer Widmann

BZÖ, 7. Thomas Publig

BZÖ, 8. Maria Hafele

BZÖ, 9. Sigisbert Dolinschek

BZÖ, 10. Silvia Barones

BZÖ, 11. Wolfgang Spadiut

BZÖ, 12. Kurt List

Team Stronach, 1. Frank Stronach

Team Stronach, 2. Kathrin Nachbaur

Team Stronach, 3. Monika Lindner

Monika Lindner hat nach der Frist für die Zusammenstellung der Bundesliste bekannt gegeben, doch nicht fürs Team Stronach kandidieren zu wollen. Da die Liste nachträglich nicht geändert werden kann, steht Lindner noch zur Wahl. Sie kann aber nach der Wahl auf ihr Mandat verzichten oder als "wilde" Abgeordnete in den Nationalrat einziehen.

Team Stronach, 4. Georg Vetter

Team Stronach, 5. Christoph Hagen

Team Stronach, 6. Marcus Franz

Team Stronach, 7. Ulla Weigerstorfer

Team Stronach, 8. Rouven Ertlschweiger

Team Stronach, 9. Renate Heiser-Fischer

Team Stronach, 10. Darinka Hrnjez

Team Stronach, 11. Sylvia Youssef

Team Stronach, 12. Jessi Lintl

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15.000 Euro Wahlkampfkosten-Begrenzung für Vorzugsstimmen-Wahlkampf
Für Kandidaten, die von ihren Parteien auf aussichtslose Plätzen gesetzt wurden, ist es nach wie vor eine "beachtliche Herausforderung", über Vorzugsstimmen auf Platz 1 der Parteiliste zu kommen und damit doch noch ein Mandat zu ergattern, stellte der Politikwissenschafter Marcelo Jenny in einer Analyse fest. Aber die Parteien können darauf hoffen, dass der Einsatz der einzelnen Kandidaten im Wahlkampf steigt, weil man ihnen "die Trauben ein bisschen niedriger gehängt hat“. Der budgetäre Spielraum ist allerdings eng: Die neue Wahlkampfkosten-Begrenzung gesteht den Parteien nur einen Freibetrag von 15.000 Euro pro Kandidat zu, darüber hinausgehende Beträge werden der Gesamtpartei von ihren sieben Mio. Euro abgezogen.

Im Landeswahlkreis sind jetzt zehn Prozent der Parteistimmen für eine Vorreihung nötig, im Regionalwahlkreis 14 Prozent. Auf Landesebene waren bisher so viele Vorzugsstimmen nötig, wie ein Mandat kostete (Wahlzahl), im Wahlkreis entweder die Hälfte dieser Wahlzahl oder ein Sechstel (rund 17 Prozent) der Parteistimmen. Für die Bundeslisten wurde der Schwellenwert mit sieben Prozent der gültigen Stimmen einer Partei angesetzt.

Persönlichkeitselement soll gestärkt werden

Eingeführt wurden Vorzugsstimmen mit dem Ziel, das Persönlichkeitselement zu stärken - also den Wählern mehr Mitsprache bei der Besetzung der 183 Nationalrats-Mandate zu geben. Zwingend aufgrund der gesetzlichen Vorgabe hat das seit der Wahl 1994 geltende alte Modell aber nur zwei Mal bewirkt, dass die Wähler bei der Vergabe der Mandate wirklich mitreden konnten: 1999 errang Gerhart Bruckmann mithilfe des ÖVP-Seniorenbundes das für Generalsekretärin Maria Rauch Kallat vorgesehene Mandat in einem Wiener Regionalwahlkreis. Und 2002 brachte der burgenländische Landwirt Franz Glaser den ÖAABler Paul Kiss mit Vorzugsstimmen um die Wiederwahl - ebenfalls in einem Regionalwahlkreis.

Bei der Wahl 2006 bewirkten die Vorzugsstimmen zwar keine Umreihung, aber Gewerkschafter Josef Muchitsch setzte mit seinen rund 7.000 Vorzugsstimmen ein kräftiges Zeichen, nachdem SP-Chef Alfred Gusenbauer Spitzengewerkschafter aus dem Nationalrat verbannen wollte. Und in der ÖVP bekam nicht der St. Pöltner Alfred Brader, sondern der Tullner Peter Eisenschenk ein Mandat, weil die NÖ-VP intern die Wahlkreis-Mandate nach der Vorzugsstimmen-Stärke verteilt.

Diashow Wahlergebnisse seit 2008 - Info-Grafiken

Ergebnisse der NR-Wahl 2008

Übersicht über die Stimmenateile bei der Nationalratswahl 2006 und 2008.

SPÖ - Wahlergebnisse seit 2008

Übersicht über die SPÖ-Wahlergebnisse seit 2008.

ÖVP - Wahlergebnisse seit 2008

Übersicht über die ÖVP-Wahlergebnisse seit 2008.

FPÖ - Wahlergebnisse seit 2008

Übersicht über die FPÖ-Wahlergebnisse seit 2008.

BZÖ - Wahlergebnisse seit 2008

Übersicht über die BZÖ-Wahlergebnisse seit 2008.

Grüne - Wahlergebnisse seit 2008

Übersicht über die Wahlergebnisse der Grünen seit 2008.

Wahlergebnisse seit NR-Wahl 2008

Übersicht über Gewinne und Verluste der im Parlament vertretenen Parteien seit der Nationalratswahl 2008.

NR-Wahl 2008 - Hochburgen der Parteien

Österreichkarte mit Bezirken eingefärbt nach der stimmenstärksten Partei bei der Nationalratswahl 2008, Gemeinden mit dem jeweils höchsten und niedrigsten Ergebnis nach Parteien.

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Sprung über die Hürde schafften meist nur Erstgereihte

Meist schafften aber nur die ohnehin auf Platz 1 gereihten Spitzenkandidaten den Sprung über die Hürde. Das war seit 1994 80 mal der Fall. Insgesamt bekamen 86 Kandidaten genug Vorzugsstimmen für eine Umreihung. Einige von ihnen - so z.B. Jörg Haider und Hubert Gorbach 1999 für die FPÖ - verzichteten auf das über Vorzugsstimmen eroberte Mandat, weil sie nur als Wahlkampf-Zugpferde antraten. Dies hätte Haider auch 2008, für das BZÖ, vorgehabt: Aber noch ehe die Vorzugsstimmen ausgezählt waren, starb der Kärntner Landeshauptmann. Pech hatte 2008 Norbert Darabos (SPÖ): Er schaffte in seinem burgenländischen Wahlkreis zwar den Sprung über die Hürde, der vor ihm gereihte Erwin Kaipel erhielt aber mehr Vorzugsstimmen und behielt damit Platz 1. Letztlich wurde Darabos ohnehin Minister.

Spektakuläre Vorreihungen bei EU-Wahlen
Spektakuläre Vorreihungen gab es bei den EU-Wahlen: ÖVP-EU-Parlamentarier Othmar Karas überflügelte bei der EU-Wahl 2009 den Spitzenkandidaten Ernst Strasser (wobei aber beide ein Mandat bekamen) - und Andreas Mölzer nahm 2004 mit Vorzugsstimmen dem Spitzenkandidaten Hans Kronberger das einzige FPÖ-Mandat ab.


Diashow Info-Grafiken zur Nationalratswahl 2013

Zusammensetzung der Wahlbehörde

Darstellung der Personen und ihrer Aufgaben im Wahllokal.

Kosten für Wahlwerbung 2013

Darstellung der Ausgaben nach Parteien von Juli bist Mitte September in Millionen Euro.

Wahlbeteiligung bei NR-Wahlen seit 1945

Entwicklung der Wahlbeteiligung von 1945 bis 2008.

Bundesliste für die NR-Wahl

Übersicht aller Kandidaten der Bundeslisten der im Parlament vertretenen Parteien.

Wahlberechtigte für die NR-Wahl

Übersicht der Wahlberechtigten nach Bundesländern.

Wahlkampfkosten NR-Wahl

Übersicht der Ausgaben für politische Werbung und des Wahlkampfbudgets für die Nationalratswahl.

Niedrige Erwartungen

Umfrage: Werden sich die Dinge nach der Wahl ändern? Politisches Klima in Österreich?

NR-Wahlen in Österreich seit 1945

Übersicht über Stimmenanteile der Parteien, der Regierunger und der Bundeskanzler seit 1945.

Regierungsmehrheiten seit 1986

Übersicht der Regierungsmehrheiten sowie der Zahl der Mandate seit 1986.

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