ORF-Streit: SPÖ schießt sich auf Dönmez ein

Wirbel um Urlaube

ORF-Streit: SPÖ schießt sich auf Dönmez ein

Der seit längerem bekannte Urlaub von "Sommergespräche"-Moderator Tarek Leitner mit dem damaligen ÖBB-Chef und heutigen Kanzler Christian Kern (SPÖ) lässt weiter die Wogen hoch gehen. Während die FPÖ am Sonntag per Aussendung den ORF in die Mangel nahm, attackierten NEOS und SPÖ die ÖVP. Diese hatte ja zumindest indirekt Leitners Objektivität vor dem montägigen Gespräch mit Kern angezweifelt.

Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ist die "Urlaubsfreundschaft" sicher nur die Spitze des Eisbergs im Zusammenhang mit der "roten Freundschaftsgruppe im ORF-Zentrum am Küniglberg". "Die "Finca-Connection" Kern/Leitner bedinge einen massiven Handlungsbedarf für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Die "Besorgnis der Befangenheit" hätte diesen längst handeln lassen müssen. Gleichzeitig warf Kickl dem ORF vor, für die ÖVP eine "Extrawurst zu braten", weil die Volkspartei in die heutige "Im Zentrum"-Sendung als einzige Partei den Listendritten, den Quereinsteiger und Ex-Rechnungshof-Präsidenten Josef Moser entsenden dürfe, während die anderen Parteien jeweils mit der Nummer zwei auf der Liste zu erscheinen hätten.

"Dönmez-Gate"
Die NEOS haben ebenfalls die ÖVP im Visier und zwar, weil deren Kandidat Efgani Dönmez behauptet hatte, Leitner sei mit Kern auch in dessen Zeit als Bundeskanzler auf Urlaub gewesen - und zwar in Marokko. Dies wurde von ORF und Kanzleramt vehement bestritten. Generalsekretär Nikola Donig fordert daher die ÖVP auf, „entweder umgehend Beleg oder Quelle der Vorwürfe offen zu legen "oder die Konsequenzen beim Listen-Fünften Dönmez zu ziehen. Gerade eine Partei, die wie die ÖVP versprochen habe, einen sauberen Wahlkampf zu führen, müsse selbst großes Interesse an Transparenz und Aufrichtigkeit haben, so Donig.

Jetzt erfinde die ÖVP schon Urlaube, um die SPÖ und Bundeskanzler Kern anzupatzen, gab sich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler in einer Aussendung von der Causa betroffen. Er fragte sich, ob es der neue Stil der ÖVP sei, Diffamierungen und Unwahrheiten zu verbreiten und dann zu schweigen. Damit bezog er sich auch auf die Behauptung von Kurz vor einem Millionenpublikum, dass der Industrielle Hans-Peter Haselsteiner die SPÖ mit 100.000 Euro unterstützt habe. Dies wird sowohl von Haselsteiner als auch von den Sozialdemokraten bestritten. Kurz hat dazu bisher keinen Beweis vorgelegt, die Vorhaltungen aber auch nicht zurückgenommen.

Kritik auch von ORF-Redakteursrat
Mit sehr scharfer Kritik reagiert der ORF-Redakteursrat auf die Vorwürfe der ÖVP gegen "Sommergespräche"-Moderator Tarek Leitner. Mit seiner "unwahren Behauptung", dass Leitner einen Marokko-Urlaub mit dem damals schon als Kanzler amtierenden SPÖ-Chef Christian Kern unternommen habe, schädige VP-Kandidat Efgani Dönmez bewusst die journalistische Glaubwürdigkeit des ORF-Mitarbeiters.

Die Behauptungen des Listenfünften der ÖVP hält der Redakteursrat für "ein bewusstes und absichtliches Anpatzen mit dem Zweck, einen ORF-Journalisten vor einem wichtigen Interview einzuschüchtern". Entsprechend fordert das Gremium Dönmez auf, "die Verbreitung von Unwahrheiten zu unterlassen". Leitner beweise seit vielen Jahren in seiner Funktion als ORF-Moderator, dass er parteipolitisch unabhängig und objektiv sei. Es gebe keinen Grund, an seiner journalistischen Integrität zu zweifeln
 

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