Oberhauser als neuer Chef am Küniglberg?

Politkrieg

© TZ Oesterreich

Oberhauser als neuer Chef am Küniglberg?

Der eine erklärt, er wolle für die "journalistische Unabhängigkeit“ kämpfen. Der andere appelliert an die Geschlossenheit des Unternehmens. Und zwischen den beiden Herren spürt man eine gehörige Portion Misstrauen, berichten ORF-Insider. Der eine, das ist ORF-Informations­direktor Elmar Oberhauser. Der andere ist ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Und die zwei unterschiedlichen Männer könnten sich bereits in einem Jahr als erbitterte Rivalen gegenüberstehen: Zumindest, wenn es nach den Planspielen der Politik geht.

Denn der Politkampf um den ORF wird immer heftiger geführt: Bereits jetzt werden die Weichen für die ORF-Chefwahl 2011 gestellt. Seit die SPÖ vergangene Woche im Stiftungsrat mit Grünen und BZÖ gegen zehn von zwölf ÖVP-Stiftungsräten für den neuen ORF-Radiodirektor Karl Amon votiert hatte, bastelt auch die ÖVP an "einer eigenen Mehrheit für einen ORF-Generaldirektor“, sagt ein VP-Mann.

Oberhauser als "unabhängiger“ Kandidat
Teile der ÖVP überlegen nun, ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser ins Rennen zu schicken. Das Kalkül der VP-Strategen: Oberhauser hat sich wiederholt gegen "parteipolitische Wünsche“ öffentlich ausgesprochen und könnte so als "Unabhängiger“ mit guten Kontakten zu FPÖ und BZÖ eine Mehrheit gegen den amtierenden ORF-General Alexander Wrabetz erringen. Oberhauser soll sich zudem, berichten mehrere ORF-Kollegen, bereits "sehr kritisch über Wrabetz“ geäußert haben.

Überraschungscoup möglich
Vertraute des bulligen ORF-Infochefs glauben allerdings, dass Oberhauser lieber Infodirektor bleiben wolle und Karl Amon als nächsten ORF-General präferiere. In den Reihen der ÖVP wird daher auch an einem anderen Überraschungscoup gebastelt. Ein VP-Spitzenmann meint: "Wir wollen Gerhard Zeiler zu einer Kandidatur bewegen.“ Der ehemalige ORF-Chef und nunmehrige extrem erfolgreiche RTL-Manager hat aber bereits mehrmals eine Kandidatur ausgeschlossen.

"Wrabetz nicht zu früh aufgeben“?
Allerdings soll sich Zeiler – zuletzt beim Abschied eines gekündigten ORF-Mitarbeiters – betont kritisch über die Entwicklung im ORF geäußert haben. "Den Zeiler könnte die SPÖ wohl schwer ablehnen“, ätzt jedenfalls ein VP-Mann. Immerhin steht der erfolgreiche Fernsehmacher der Sozialdemokratie nahe. ORF-Insider meinen aber, dass man "Wrabetz nicht zu früh aufgeben“ sollte. Tatsächlich hatte sich der ORF-General ja auch 2009 bereits erfolgreich gegen seine Ablöse gewehrt. Falls sich Schwarz-Blau-Orange aber auf Oberhauser einigen würde, könnte es diesmal trotzdem eng werden …

Autor: I. Daniel
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