Oberhauser plant Putsch gegen Wrabetz

Im ORF geht's rund

Oberhauser plant Putsch gegen Wrabetz

Im ORF geht es derzeit rund: Wie berichtet, hat Alexander Wrabetz am Freitag seinen Info-Chef ­Elmar Oberhauser beurlaubt. Stein des Anstoßes: ein Rundbrief Oberhausers an ORF-Mitarbeiter, in dem der Info-Chef die Unabhängigkeit des ORF anzweifelt. Wrabetz hatte den SPÖ-­nahen Kandidaten Fritz Dittlbacher zum ORF-Chefredakteur ernannt.

Oberhauser will 2011 gegen Wrabetz antreten
„Oberhauser hat die Unabhängigkeit des ganzen Unternehmens angezweifelt“, so Wrabetz in ÖSTERREICH. Eine Entschuldigung hätte Oberhauser abgelehnt. Daraufhin beurlaubte der General am Freitag seinen Info-Chef – und forderte ihn zum Rücktritt auf.

Aus Wrabetz’ Umfeld heißt es, Oberhauser hätte den Konflikt um Dittlbacher bewusst inszeniert, um ihn zu beschädigen.

Denn im Hintergrund soll eine Allianz aus VP- und FP-Granden an einer Kandidatur Oberhausers im Jahr 2011 als Generaldirektor arbeiten – Ex-ORF-Chef Gerd Bacher und Ex-FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer. Bacher hat in einem ÖSTERREICH-Interview angekündigt, Oberhauser als neuen ORF-Chef zu favorisieren.

Oberhauser geht nicht freiwillig
Oberhauser selbst schaute am Samstag beim Ski-Weltcup in Sölden vorbei, meinte nur: „Für mich steht momentan viel auf dem Spiel.“ An Rücktritt dürfte der Info-Chef also (noch) nicht denken.

Fest steht: Tritt Oberhauser nicht freiwillig zurück, wird Wrabetz beim Stiftungsrat am 11. November einen Abwahlantrag einbringen.

Wrabetz wären derzeit 21 der 35 Stimmen im Stiftungsrat sicher. Das würde genügen. Denn für eine Absetzung des Info-Chefs ist nur eine einfache Mehrheit notwendig.

Wrabetz: "Wurde vor Oberhauser gewarnt"                                                    

ÖSTERREICH: Herr Wrabetz, wie kam es am Freitag zum Eklat zwischen Ihnen und Info-Direktor Elmar Oberhauser?

Alexander Wrabetz: Zwischen uns ist seit Wochen klar, dass ich Fritz Dittl­bacher ernennen möchte. So habe ich auch entschieden. Oberhauser hat dann in einem Mail die Unabhängigkeit des ganzen Unternehmens angezweifelt. Ich habe ihn deshalb vor die Alternative gestellt: Entweder er stellt klar, dass er die Unabhängigkeit des ORF und die Glaubwürdigkeit unserer Mitarbeiter nicht anzweifelt – oder wir können nicht mehr zusammenarbeiten.

ÖSTERREICH: Ist das Ganze ein Machtkampf?

Wrabetz: Dass ein Info-Direktor die Entscheidung für einen Chefredakteur (Fritz Dittlbacher, Anm.), den er selbst sehr schätzt und dessen Arbeit er als vorbildlich bezeichnet, zu einer derartigen Eskalation nützt, hätte ich nicht erwartet.

ÖSTERREICH: Wollte Oberhauser diese Entscheidung nützen, um Sie zu stürzen und selbst Generaldirektor zu werden?

Wrabetz: Ich wurde gewarnt, dass er genau diese Situation für eine Eskalation nützen will, um sich selbst für die Zukunft in Stellung zu bringen. Ich persönlich habe das nicht geglaubt, weil ich auch weiterhin mit ihm konstruktiv zusammenarbeiten wollte.

ÖSTERREICH: Sie hatten den Eindruck, dass Oberhauser gegen Sie Stimmung machen will?

Wrabetz: Wer öffentlich die Glaubwürdigkeit der ORF-Information in Zweifel zieht, schadet dem Haus. Dass diese an sich einhellige Entscheidung (Fritz Dittlbacher als Chefredkteur, Anm.), hinter der ja die gesamte Redaktion steht, so eskaliert, ist ja kein Zufall.

ÖSTERREICH: Haben Sie ein Problem, wenn Oberhauser nächstes Jahr als Ihr Gegenkandidat auftaucht?

Wrabetz: Sofern ich mich wieder bewerben sollte, hätte ich kein Problem damit. Das nehme ich sportlich.

Oberhauser: "Viel auf dem Spiel"

ÖSTERREICH: Herr Oberhauser, was sagen Sie zu Ihrer Beurlaubung?

Elmar Oberhauser: Dazu kann ich nicht viel sagen. Da steht für mich momentan zu viel auf dem Spiel.

ÖSTERREICH: Laut Herrn Wrabetz hat er Sie beurlaubt, weil Sie in einem Brief die Unabhängigkeit des ORF anzweifeln?

Oberhauser: Er hatte verlangt, dass ich mich wegen des Briefes bei ihm entschuldige und wesentliche Teile des Briefes zurücknehme.

ÖSTERREICH: Und das haben Sie abgelehnt?

Oberhauser: Korrekt.

ÖSTERREICH: Wo sind Sie jetzt?

Oberhauser: Ich mache jetzt einmal Urlaub.

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