07. Februar 2010 18:19
Die Bestellung von Andreas Wieselthaler zum Chef des neuen Bundesamts zur
Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) und Hermann Feiner als
Sektionsleiter im Innenministerium löst auch Kritik bei der SPÖ aus.
"Besondere Begeisterung kann ich keine aufbringen", erklärte
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter am Montag. Er frage sich, ob es
nicht "andere, besser geeignete Experten" gegeben hätte - wegen
Wieselthalers und Feiners ÖVP-Nähe dränge sich außerdem der Gedanke einer
parteipolitischen Postenvergabe auf.
"Sehr parteipolitische" Nominierung
Wenn man sich
Wieselthalers und Feiners Lebensläufe ansehe, sei die Bestellung der beiden
aus fachlicher Sicht "nicht unbedingt naheliegend", so Kräuter. Es dränge
sich der Gedanke auf, dass es sich um "sehr parteipolitische" Nominierungen
gehandelt habe.
Vor allem als Chef des BAK wäre ein Parteifreier eine "sehr gute Optik"
gewesen, meinte Kräuter. Er glaube deshalb auch, dass sich Innenministerin
Maria Fekter (V) mit ihrer Entscheidung "selbst keinen guten Dienst erweist".
Das neue Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK)
wird heute seinen ersten Chef erhalten: VP-Innenministerin Maria Fekter wird
den Rechnungshof-Beamten Andreas Wieselthaler als Leiter der Behörde
präsentieren, die zur Entmachtung des unbequemen Büros für Interne
Angelegenheiten (BIA) gegründet wurde. Für Peter Pilz ist das „reine
Parteipolitik der schlimmsten Sorte, was Fekter da betreibt“.
Grund des Ärgers des Grünen: Ex-Polizist Wieselthaler ist ein in der Wolle
gefärbter VP-Mann, zuletzt kandidierte er für die Christgewerkschafter bei
der Personalvertretungswahl im Rechnungshof. Nicht weniger pikant die
Besetzung der Kontroll-Sektion im Innenressort: Hermann Feiner (53), rechte
Hand des mächtigen VP-Beamtengewerkschafters Fritz Neugebauer, wird nach
seinem Ausscheiden in der Ära Strasser nun ein Comeback im Innenressort
feiern.