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ÖVP feierte 65. Geburtstag ohne Pröll

Lange Vergangenheit

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ÖVP feierte 65. Geburtstag ohne Pröll

Die ÖVP hat am Freitagvormittag im Camineum der Nationalbibliothek in Wien ihren 65. Geburtstag gefeiert. In Abwesenheit von Parteichef Josef Pröll, der wegen seiner Achillessehnenverletzung fehlte, referierte Generalsekretär Fritz Kaltenegger mit seinen Gästen über Vergangenheit und Zukunft seiner Partei. Rund 400 Personen waren der Einladung gefolgt, darunter auch einige amtierende ÖVP-Minister.

Ohne (alte) Parteichefs
Kaltenegger sprach mit Verweis auf das Veranstaltungsmotto "Mitte ist, wer vorne ist" auf die "breitere Perspektive" sowie das "solide Fundament auf klaren Werten", auf dem die ÖVP basiere. Der Generalsekretär verwies auf die Meilensteine der ÖVP-Geschichte; u.a. reklamierte er die Einführung der ökosozialen Marktwirtschaft in Österreich für Ex-ÖVP-Chef Josef Riegler, grüßte den "großen Europäer" Alois Mock und lobte Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel, der Österreich "grundlegend reformiert" habe, die wie auch fast alle übrigen früheren Parteichefs der ÖVP nicht anwesend waren. Einzig Josef Taus ist zum Jubiläum erschienen. Heute unter Josef Pröll brauche es wieder "die Politik der Mitte" und keine "Retro-Konzepte der 70er Jahre mit einem Umverteilen des Umverteilen Willens". Dies bringe Österreich nicht nach vorne.

Die Roten und das Geld
Für Begeisterung sorgte Gastredner Bernhard Vogel, Ex-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, der der Sozialdemokratie attestierte, mit Geld nicht umgehen zu können: "Die Sozialdemokraten tun sich überall auf der Welt schwer mit Geld." Auch er reklamierte die soziale Marktwirtschaft für die ÖVP, diese sei der "dritte Wege zwischen Sozialismus und ungezügeltem Kapitalismus".

Regierungsmitglieder dabei
Neben Taus wohnten auch Ex-Ministerin Maria Rauch-Kallat sowie die amtierenden Minister Michael Spindelegger, Niki Berlakovich, Reinhold Mitterlehner sowie die Ressortchefinnen Beatrix Karl und Christine Marek der Veranstaltung bei. Ebenfalls gesichtet wurde Seniorenchef Andreas Khol und der neue ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl. Ein Opfer der isländischen Vulkanasche wurde der Vize-Generalsekretär der Europäischen Volkspartei, Luc Vandeputte, der aufgrund des Flugverbots an der Geburtstagsfeier nicht teilnehmen konnte.

Die ÖVP hatte sich am 17. April 1945 aus dem bürgerlichen Lager neu formiert. Im Wiener Schottenstift hatten sich führende Proponenten der Christlich-Sozialen zur Gründung der Volkspartei zusammengefunden. Bei der ersten Nationalratswahl im November 1945 konnte die ÖVP mit 49,8 Prozent der Stimmen eine absolute Mandatsmehrheit einfahren. In der Folge bildete Bundeskanzler Leopold Figl eine Konzentrationsregierung mit der SPÖ (44,6 Prozent) und der KPÖ (5,6 Prozent).

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