ÖVP will Revanche für

Rot-schwarzer Ärger

ÖVP will Revanche für "Willi"

Der „arme Willi“, tönt es derzeit in der ÖVP. Dass Johannes Hahn statt Wilhelm Molterer zum EU-Kommissar designiert wurde, stößt der Mehrheit der ÖVP übelst auf. Offiziell richtet sich der Grant nur gegen SPÖ-Kanzler Werner Faymann. Bauernbundchef Fritz Grillitsch etwa ätzt: „Eine Schande, dass Faymann auf das Agrarressort verzichtet hat.“

Konkrete Revanche-Pläne
Hinter den Kulissen hat aber auch der bislang strahlende ÖVP-Chef Josef Pröll die schlechte schwarze Nachrede. „Er hätte seinen Mentor nicht opfern dürfen“, kritisiert ein VP-Spitzenmann. Jetzt fordert das Gros der Partei „eine härtere Gangart gegen die SPÖ“. Konkret wollen die Schwarzen „nun Revanche für Willi“, wie es häufiger heißt. Und setzen damit auch Pröll massiv unter Druck. VP-Strategen haben schließlich bereits ausgefeilte Pläne parat, die die Stimmung innerhalb der rot-schwarzen Koalition wohl noch weiter trüben werden.

Revanche 1: Faymann direkt ins Visier nehmen
Zunächst will die ÖVP den Kanzler persönlich ins Visier nehmen. Faymann soll permanent als „visionslos und ohne Ecken und Kanten“ kritisiert werden. Josef Pröll soll „wieder verstärkt als tatsächlicher Regierungschef“ positioniert werden, sagt ein VP-Mann. Das Ziel der VP-Strategen: Faymann – nach seinem Punktesieg gegen Pröll im Kommissarsstreit – in den eigenen Reihen in Bedrängnis bringen.

Revanche 2: Die SPÖ als „Nein-Sager-Partei“
Als zweiten Streich wollen VP-Strategen die SPÖ inhaltlich „schwächen“. Die SPÖ soll als „Blockierer und Nein-Sager-Partei“ angegriffen werden. Das Ziel: Der Spieß soll umgedreht, die SPÖ mit den eigenen Waffen geschlagen werden. In der vergangenen Legislaturperiode galt die ÖVP als Blockierer-Partei.

Revanche 3: Antreten bei Bundespräsidenten-Wahl
Die Hardliner der ÖVP wollen einen eigenen Präsidentschaftskandidaten ins Rennen schicken, um sich mit der SPÖ einen harten Kampf zu liefern. Ihr Wunschkandidat: Andreas Khol. VP-Chef Pröll würde lieber auf eine Kandidatur verzichten und das Geld sparen. Und vor allem: Den Streit nicht prolongieren.

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