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Österreich hat wieder eine Rektorin

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Österreich hat wieder eine Rektorin

Österreich hat wieder eine Universitäts-Rektorin. Sonja Hammerschmid wurde heute, Dienstag, als Chefin der Veterinärmedizinischen Universität Wien angelobt - inauguriert, wie der Fachausdruck lautet. Vorschusslorbeeren gab es im Zuge der Feierlichkeiten durch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V), die Hammerschmid sowohl fachlich-wissenschaftliche wie auch Management-Fähigkeiten bescheinigte. Karl begrüßte die Bestellung auch als "frauenpolitisches Signal".

Mehr Selbstvertrauen nötig
"Frauenquoten würden sich erübrigen, wenn Mädchen von Eltern und Lehrern mehr Selbstvertrauen erhielten", präzisierte denn auch Hammerschmid während ihrer ersten Rede als Rektorin. Sie, Hammerschmid, sei beispielsweise von ihrem Vater stets ermutigt worden und habe dadurch das nötige Selbstvertrauen entwickelt. Die Molekularbiologin, deren Doktorvater Ex-Wissenschaftsminister und Biochemiker Hans Tuppy war, tritt ihr Amt als zweite Rektorin einer öffentlichen Universität an. Von 2007 bis 2009 stand Ingela Bruner an der Spitze der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien.

Hammerschmid kann sich, wie sie sagte, durchaus mit dem Aufruf Karls anfreunden, mehr Geld über Drittmittel etwa über Kooperationen mit der Wirtschaft für die Unis zu lukrieren. Gleichzeitig mahnte sie aber, dass Unternehmen nur mit den Besten kooperieren würden. Dazu müssten die Unis Spitzenforschung und die beste Infrastruktur bieten. Derzeit seien die österreichischen Unis allerdings unterfinanziert. Hammerschmid appellierte an die Bundesregierung, im 1. Quartal 2011 auf den Kurs zur Erreichung des Zieles "zwei Prozent des BIP für den tertiären Bildungssektor" zurückzukehren.

Studenten besser informieren
Als wichtigste Aufgaben für die kommenden Jahre nannte die neue Rektorin etwa eine bessere Information für künftige Studenten, also bereits in der Schule. Derzeit gebe es einen Ansturm an Studentinnen und einen Zuwachs an Kleintier-Praktiker. Bei Tierärzten für Nutztiere und auch für die Ernährungssicherheit sei dagegen ein Mangel zu beklagen. Seitens der Lehre möchte Hammerschmid den Lehrplan straffen und für mehr Mobilität bei den Studenten sorgen.

Obwohl man sich grundsätzlich zum Bologna-Prozess bekenne, sei das neue Leitungsteam der Vetmed gegen eine Einführung eines Bachelors für das Tiermedizinstudium. Derzeit gebe es kein Berufsbild für derartige Absolventen.

Umbauphase
Für das Tierspital der Universität kündigte Hammerschmid eine Umbauphase an. Derzeit seien die einzelnen Einheiten zu sehr über das Gelände verstreut, das erschwere effektive Arbeitsprozesse. Die Einrichtung eines Ambulanzzentrums stehe daher auf der Prioritätenliste ganz oben.

Steckbrief
Hammerschmid wurde am 24. Juni 1968 in Steyr (OÖ) geboren. Sie studierte Genetik und Tumorbiologie. Von 2003 bis 2010 war sie Leiterin des Bereichs Technologie und Innovation in der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws). Von 2008 bis 2010 war sie außerdem stellvertretende Vorsitzende des Universitätsrates der Vetmed. Hammerschmid übernimmt als Rektorin die Nachfolge von Wolf-Dietrich von Fircks. Neben der neuen Vetmed-Leiterin wurden der Ex-Banker Josef Ebenbichler und die Tierärztin und Vetmed-Lehrende Petra Winkler als Vizerektoren eingesetzt.

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