Österreich und Finnland für globales Klimaabkommen

Staatsbesuch

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Österreich und Finnland für globales Klimaabkommen

Für Österreich und Finnland ist die ehrgeizige Politik der EU als internationale Speerspitze des Klimaschutzes von "äußerster Bedeutung". Beide Länder unterstützten diese Politik mit Nachdruck und hofften auf ein weltweites Klima-Abkommen im Jahr 2009, sagte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem finnischen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen in Helsinki.

Österreichs Ressourcen für erneuerbare Energien ausgeschöpft
Sowohl Gusenbauer als auch Vanhanen betonten, dass vor allem die EU-Vorgabe beim Anteil von erneuerbaren Energien für beide Länder eine Herausforderung darstelle. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen im österreichischen Energie-Mix liege derzeit mit 24 Prozent unter jenem Finnlands (über 28 Prozent), es sei insbesondere für Österreich daher "sehr sehr schwierig", dieses Ziel zu erreichen, sagte Gusenbauer unter Hinweis auf die weitgehend ausgeschöpften Möglichkeiten der Energiegewinnung aus Wasserkraft in Österreich.

Österreich lehnt Atompolitik ab
An der Atompolitik Österreich gebe es jedenfalls nichts zu rütteln, so Gusenbauer. Die Atomenergie zähle nicht zu den erneuerbaren Energien und bei einer Ablehnung von der Atomenergie unter 96 Prozent der Bevölkerung falle ihm in Österreich auch kein anderes Thema ein, bei dem über das gesamte politische Spektrum hinweg eine derartige Einhelligkeit herrsche. Mit den EU-Zielen hinsichtlich des CO2-Ausstoßes sei Österreich "ziemlich zufrieden", so der Bundeskanzler.

Finnland betont Ähnlichkeiten
Vanhanen betonte die Ähnlichkeit österreichischer und finnischer Energieinteressen trotz unterschiedlicher Ansätze in der Atompolitik. Beide Länder verfügten "in bestimmten Sektoren" über eine sehr energie-intensive Industrie und bemühten sich daher um "klare Regeln und Bedingungen" innerhalb der EU, um in diese Industrien auch in Zukunft investieren zu können. Der finnische Premier sagte weiters, Finnland werde vermutlich "in den kommenden Jahren" über den Bau von ein bis zwei weiteren Atomkraftwerken entscheiden müssen. Derzeit bemühen sich sogar drei Energiekonzerne, die Baugenehmigung für weitere AKWs in Finnland zu erhalten.

Aktuelle EU-Fragen auf der Tagesordnung
Weitere Themen bei dem bilateralen Treffen der beiden Regierungschefs waren aktuelle EU-Fragen und die Lage auf dem Westbalkan. Gusenbauer traf im Zuge seines offiziellen Besuchs in Finnland weiters mit Präsidentin Tarja Halonen, Parlamentspräsident Sauli Niinistö und dem im Juni scheidenden Sozialdemokraten-Chef Eero Heinläluoma zusammen. Laut Kanzler-Sprecher Stefan Pöttler ging es dabei im wesentlichen um die selben Themen.

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