Österreicher erwarten schlechtere medizinische Versorgung

Umfrage

Österreicher erwarten schlechtere medizinische Versorgung

Mehrheitlich befürchten die Österreicher, künftig nicht mehr die beste medizinische Behandlung zu bekommen und zusätzlich auch noch mehr zahlen zu müssen. Eine Sanierung der maroden Krankenkassen aus öffentlichen Mitteln lehnt aber die Mehrheit der Österreicher ab. Das geht aus einer Umfrage des Instituts OEKONSULT hervor. Befragt wurden vom 21. bis 27 Juli 1.311 Personen ab 16 Jahren.

Schlechtere Leistungen - höhere Kosten
Dass sie in absehbarer Zukunft aus Kostengründen nicht mehr die bestmögliche medizinische Behandlung bekommen werden, befürchten 54,8 Prozent der Befragten. 16 Prozent davon haben daran sogar nicht den geringsten Zweifel. 45 Prozent haben diese Angst nicht. Die Österreicher befürchten aber nicht nur schlechtere Leistungen, sondern auch höhere persönliche Kosten. 61,3 Prozent stimmen der Prognose zu, dass man früher oder später ohne höhere Selbstbehalte oder höhere Krankenkassenbeiträge nicht das Auslangen finden werde. 16,7 Prozent von ihnen haben daran keinen Zweifel. Auf der anderen Seite glauben 38,3 Prozent nicht an höhere Selbstbehalte oder Krankenkassenbeiträge.

Zwei-Klassen-Medizin bereits Realität
Aber nicht nur die Zukunft, sondern auch schon die Gegenwart sehen die Österreicher gar nicht rosig. Nicht weniger als 89,2 Prozent stimmen der Behauptung zu, dass die Zwei-Klassen-Medizin bereits Realität ist, nur 10,8 Prozent glauben das nicht. Auf der sechsstufigen Skala von "trifft voll und ganz" bis "trifft gar nicht zu", meinten 37 Prozent absolut, dass Besserverdienende eine bessere medizinische Versorgung genießen, für nur 1,1 Prozent trifft das gar nicht zu.

Kassen sollen bei Verwaltung sparen
Die Finanznöte der Kassen sind den Österreichern durchaus plausibel. 75,8 Prozent halten die ständigen Hiobsbotschaften, wonach das Gesundheitswesen künftig nicht mehr finanzierbar sei, nicht für übertrieben. 57,2 Prozent glauben die Medienberichte, dass einige Kassen unmittelbar vor der Insolvenz stehen, nur für 42,3 Prozent trifft das nicht zu. Eine öffentliche Finanzspritze als Ausweg lehnen die Österreicher jedoch ab, 60 Prozent wollen nicht, dass die öffentliche Hand den Kassen aus ihren finanziellen Engpässen hilft, 19,5 Prozent von ihnen sind sogar mit aller Entschiedenheit dagegen. Auf der anderen Seite sind nur 39,7 Prozent für öffentliche Unterstützung.

Am ehesten Einsparungspotenzial sehen die Österreicher (18 Prozent) in der Verwaltung der Kassen. Dass den Ärzten bei den Kostensteigerungen im Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle zukommt, bejahen 57 Prozent der Befragten. 55 Prozent meinen aber, dass die Ärzte neben der bestmöglichen Behandlung immer auch die verursachten Kosten im Auge haben, wenn sie Medikamente oder eine Therapie verordnen. Die stark steigenden Medikamentenkosten führen die Österreicher vor allem auf unwirksame Kontrollmechanismen (20 Prozent) und den Marketingdruck der Pharmaindustrie (19) zurück. Ein Umlenken wesentlicher Geldmittel hin zur Gesundheitsvorsorge befürworten 87 Prozent. Nicht weniger als 91,1 Prozent wissen nicht genau, welche Kosten sie dem Gesundheitswesen verursacht haben, 53,8 Prozent haben davon nicht die geringste Ahnung. 70 Prozent glauben, dass es zu einem sorgsameren Umgang mit dem wertvollen Gut "Gesundheit" käme, wenn die Menschen die tatsächlichen Kosten wüssten.

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